6 Mai 2003
Smart ForTwo (2003 - 2007)

Smart ForTwo (2003 - 2007)

Slim bekeken

Autotest | Mittlerweile ist das Smart City Coupé viermal durch Autozine getestet worden. Der Grund dafür ist einfach: Smart ist nicht nur ein Marketingkonzept oder ein nett aussehendes Stadtauto, sondern Smart bietet die richtigen Lösungen für ernste Probleme an. Warum ein fünfter Test? Da die "zweite Generation" komplett erneuert ist und Smart fahren schön ist!
 

Im Radio hört man den x-ten Sprecher, der besorgt über die Zunahme der CO2-Emissionen erzählt, während diese eigentlich gerade sinken sollten. Außerdem werden die Staus immer länger und die Parkplatzprobleme größer. Wenn auch der Smart gleich nach dem Testanfang im Stau steht, merkt man hier den ersten Vorteil dieses Autos. Das City Coupé ist klein, hat keine Nase oder einen Überhang auf der Rückseite, und kann sich deswegen dem kleinsten Raum anpassen. Der Stau scheint eine Parade von düster schauenden Geschäftsleuten zu sein, die einsam im großen Wagen sitzen, deren einzige Gesellschaft ein Sakko auf dem Kleiderbügel über dem Rücksitz gehängt ist. Wozu dieser ganze Platz? Prestige? Sicherheit? Das Smart City Coupé hat sich wieder als eines der sichersten kleinen Autos erwiesen. Außerdem zeigt sich das Auto in diesem Fall praktischer, und dadurch durchdachter als die Geschäftswagen. Im Smart gibt es keinen düster schauenden Fahrer, sondern einen Testwagen–Fahrer, der diese Fahrt voller Begeisterung beginnt.

Smart ForTwo (2003 - 2007)

Nagel auf den Kopf getroffen

Die erste Fahrt hat als Ziel eine Pressekonferenz des Nagel–Rennteams. Sehr schnell nach dem Stau wird auf die Nebenstraße gewechselt und der Smart kommt auf Touren. Jeder Smart bietet als Standard die Möglichkeit sequentiell zu schalten oder die ganze Arbeit der Automatik zu überlassen. Im ersten Fall genügt es um "+" oder "-" mit dem kleinen Schaltknüppel zu wählen, für den höheren oder niedrigeren Gang. Ein Display zeigt an, welcher Gang gewählt worden ist. Ein Pfeil hoch oder herunter zeigt an, daß man einen höheren oder niedrigeren Gang wählen sollte. Wenn der Fahrer nicht reagiert, schaltet das automatische Schaltgetriebe schließlich selber um, um den Mechanismus auf diese Weise zu schonen. Anfänglich gab es viele Beanstandungen hinsichtlich der zu langsam funktionierenden automatischen Kupplung und dazu gehörenden Schaltzeiten. Obwohl es den Testfahrer nie gestört hat, merkt man, daß das Schalten jetzt schneller verläuft.

Das Kaltstartverhalten des Motors ist das, was störte und weiterhin stört. Die Automatik kommt nicht mit einem kalten Motor klar und schaltet dann plump und rüde. Die Lösung ist, auf jeden Fall in den ersten Minuten selber zu schalten. Wer den Motorcharakter einmal kennengelernt hat, sollte außerdem in vielen Fällen sparsamer und müheloser mit dem Smart fahren können, als mit der Automatik selbst. Der Verbrauch ist dabei stark vom Fahrer abhängig. Wie ehedem ist das City Coupé im Stadtverkehr außergewöhnlich schnell und darum ist die Verlockung groß, allen und jedem zu zeigen, wie schnell man kann. Die Konsequenz waren die beschämten 6,6 Liter/100 km als durchschnittlichen Verbrauch beim ersten Tanken. Wenn man seine Fassung wiedergewonnen hat, schien ein Durchschnitt von 5 Liter/100 km realistisch zu sein. Smart scheint wieder eine Lösung für das Problem gefunden zu haben.

Die Fahrt zur Pressekonferenz findet bei schwerem Sturm statt. Selbst bei Gegenwind macht der 3-Zylinder 698 cm3 Motor nicht schlapp. Auch wenn der 6.Gang eingelegt ist, um den Benzinverbrauch auf ein Minimum zu halten, gibt der City Coupé nicht nach. Der Gegenwind ist so stark, daß die auf dem Außenspiegel plazierte Antenne jetzt fast horizontal an der Seitenscheibe entlang liegt. Beim Seitenwind reagiert der hohe und relativ schmale City Coupé sehr heftig. Das Auto läßt sich nicht ohne weiteres vom Kurs bringen, aber reagiert offenbar anders als ein durchschnittliches Auto. Man sollte zwei Hände am Lenkrad halten, weil das Auto ungewöhnlich - aber sicherlich nicht gefährlich – auf die Situation reagiert.

Der Parkplatz an der Sportwagenfabrik ist total voll. Manche Besucher fahren langsam, mit der Hoffnung, einen letzten freien Platz zu finden. Direkt vor der Tür ist noch ein Platz frei, aber niemand paßt rein... außer natürlich das City Coupé! Wieder ist das Auto einfach zu überblicken und der City Coupé läßt sich mit einer einzigen Bewegung zwischen zwei teuren Exoten einparken. Das Auto, das bereits die zweite Runde auf der Suche nach einem Parkplatz dreht, seufzt, daß der Smart–Fahrer das schlau geschafft hat. Den Nagel auf den Kopf getroffen!

Besuch im Restaurant

Für den nächsten Tag ist ein Treffen in einem schicken Restaurant in einem kleinen und abgelegen Dorf geplant. Die Wege zum Dorf sind so schmal, daß die Autos nur auf speziellen Ausweichplätzen aneinander vorbeifahren können. Die unterschiedlichen MPVs oder – schlimmer noch- SUVs können nur mit größter Mühe aneinander vorbeifahren. Wenn unglücklicherweise ein Baum etwas überhängt oder ein Abfallcontainer längs der Straße steht, haben die Autos ein Problem. Wieder bietet das City Coupé eine Lösung an und der Testfahrer fährt fröhlich weiter und ein bißchen brutal zwischen dem restlichen Verkehr durch. Die schlechte Straßendecke war früher ein Horror für den Smart-Fahrer, aber das Fahrgestell der "2nd Generation" ist ein großer Fortschritt. Die erste Generation des City Coupé hatte nur eine Federung auf dem Papier, die späteren Modelle waren für ein Auto dieser Größe akzeptabel gefedert, aber diese letzte Generation bietet genügend Komfort ungeachtet des Modells. Vor allem auf der Langstrecke ist das eine wertvolle Verbesserung.

Ein letzter Punkt der Verbesserungen ist beim Design zu finden, obwohl es hier um Details geht. Die Scheinwerfer haben jetzt nur eine kleine "Krümmung", die man vom Cabriolet abgeschaut hat. Die Rückleuchten sind nicht mehr oval, sondern rund und an den Seiten in grauem Kunststoff gefaßt. Der Innenraum war immer ein Beispiel für die Smart "Schlauheit". Während manch mittelmäßiges Auto den Innenraum für vier Personen auf einen Achsstand von 2.5 m erreicht, mißt das City Coupé insgesamt nur 2.5 m! Der Raum kommt jedoch völlig den zwei Insassenen zu Gute; eine Motorhaube gibt es nicht und der Motor liegt unter dem Boden des Kofferraumes. Der Gepäckraum hinter den Rücksitzen bietet ungefähr so viel Raum an, wie ein durchschnittliches kompaktes Auto. Der Raum für die Insassenen ist enorm. Die unterschiedlichen Skeptiker, die während des Tests mitfahren, verließen den City Coupé, als wahre "Fans"! Ein Testfahrer sagte:der Smart gibt das gleiche Raumgefühl, wie die Kabine eines großen LKWs, aber dann ohne den Anhänger hinten dran!"

Smart ForTwo (2003 - 2007)

Fazit

Smart fahren ist und bleibt eine besondere Erfahrung. Wenn ein Auto seinen Namen unter Beweis stellt, ist es mit Sicherheit der Smart. Das Auto bietet die richtigen Lösungen für ernste Probleme an. In der Stadt ist das Auto überraschend leicht zu parken. Bei starkem Verkehr ist das Auto schnell, perfekt handlich und sehr praktisch. Außerdem reichen der niedrige Verbrauch und die niedrige Emission der Umwelt und dem Geldbeutel eine Hand. Außerdem genießt der Inhaber, dank der technischen Änderungen, mehr Komfort denn je.

plus
  • Sehr sicher
  • Großer, technischer Fortschritt
  • Richtige Lösung für ernste Probleme
min
  • Seitenwindempfindlich
  • Rechte Seitenscheibe nicht von links zu bedienen
  • Rückenlehne des Passagiersitzes nicht verstellbar