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Das Orchester fängt an zu spielen, der Vorhang geht auf und
der Meriva betritt fröhlich hupend die Bühne. Der
Hauptdarsteller dieser Vorstellung präsentiert sich mit einem
neuen Äußeren.
Akt 1: Neues Design
Der Kühlergrill ist mit einem Chromstreifen versehen und
die Lufteintrittsöffnung unter der Stoßstange ist
vergrößert worden. Auch die Heckseite ist mit Chrom
verziert und die Rückleuchte dunkel gefärbt. Der
Innenraum ist mit neuen Stoffen für die Sitze und dekorativen
Streifen im Armaturenbrett aufgepeppt.
Die Standardausstattung bleibt gleich. Das bedeutet, dass das
Lenkrad immer noch in der Höhe und nicht im Abstand zum Fahrer
verstellbar ist. Die Kopfstützen der Vordersitze sind nicht
genügend verstellbar und bieten deswegen keine optimale
Sicherheit für große Fahrer.
Die Optionsliste wird um moderne Extras ergänzt. Das
Audiosystem spielt mp3 ab und das Mobiltelefon wird durch Bluetooth
verbunden. Mit dem optionalen "Adaptive Forward Lighting"
zeigt der Meriva den ersten Trick: Beleuchten um die Ecke. Der
erneuerte Meriva ist mit mitsteuernden Scheinwerfern lieferbar und
das kommt merklich der Sicherheit zugute!
Akt 2: Neue Motoren
Für den zweiten Akt öffnet sich die Motorhaube, um die
neuen Motoren zu zeigen. Das Lieferprogramm ist um einen
völlig neuen 1.6-Liter Benzinmotor und einen 1.3-Liter Diesel
ergänzt. Die erste Fahrt wird mit dem Benzinmotor gemacht. Der
ist außergewöhnlich leise. Die Leistungen sind
ausreichend, aber der Meriva ist so komfortabel, dass alles
langsamer zu gehen scheint als es in Wirklichkeit der Fall ist.
Selbst bei 120 Km/h herrscht Ruhe, die für ein Auto in dieser
Preisklasse selten ist.
In der Stadt sind die Leistungen nicht mehr als
durchschnittlich, aber wieder kann der 1.6-Liter "Twinport
Ecotec" die Aufmerksamkeit des Publikums durch die enorme
Elastizität auf sich ziehen. In jedem Gang ist die Kraft
großzügig bemessen und der Meriva kann sehr schaltfaul
gefahren werden.
Als Alternative bietet Opel den 1.3-Liter CDTi Dieselmotor mit
Partikelfilter, der sofort durch Lebendigkeit und reichliche Kraft
auffällt. Obwohl die Messungen sich anders darstellen, ist der
Meriva mit diesem kleinen Diesel viel schneller als die Benzinausführung.
Der Meriva hat eine sehr gute Straßenlage. Genau wie sein
großer Bruder, der Zafira, scheint der Meriva zuerst heftig
auf plötzliche Radbewegungen oder scharfes Bremsen zu
reagieren. Das ist ja ein hohes Auto mit hohem Schwerpunkt. Aber
jede Bewegung wird ausgezeichnet kontrolliert und der Meriva ist
ein wahrer Akrobat im belebten Stadtverkehr. Das kleine Auto ist
gut übersichtlich, so dass der Meriva sich scharf lenken und
einfach parken lässt.
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Akt 3: Flexspace
Das Beste bleibt für´s Ende. Der Innenraum ist
flexibel einzuteilen. Dieser Trick ist seit der ersten
Einführung des Meriva in 2003 nicht geändert worden, aber
es ist immer noch "DER" Publikumsmagnet. Das
"Flexspace"-System kombiniert alle platzsparende Erfindungen
aller anderen MPVs in einem Auto.
Die Rücksitzbank steht auf Schienen, so dass abhängig
von der Situation entweder für mehr Beinfreiheit oder mehr
Kofferraum gewählt wird. Mit der Rücksitzbank in der
hinteren Position ist die Beinfreiheit für Erwachsene
genügend, aber der Meriva bleibt überdeutlich ein Midi
MPV und kein "full size" MPV. Deswegen kann der mittelste der drei
Sitzplätze im Fußboden versinken. Die zwei übrig
gebliebenen Sitze werden jetzt etwas zu einander geschoben und
jetzt schiebt sich die Rücksitzbank zwischen die hinteren
Radkästen und die Beinfreiheit nimmt enorm zu. Applaus! Der
Platz eines großen MPV in einem viel handlicheren Format!
Aber die Trickkiste ist noch nicht leer, weil der mittelste
Sitzplatz der Rücksitzbank auch durch die Auswahl einfach
austauschbare Staumodule ersetzt werden kann. Ein CD-Ständer
zwischen den Rücksitzen? Lieber ein Becherhalter? Alles ist
möglich mit "travel assistant". Klick und fertig!
Schließlich kann der Meriva zu einem echten Lieferwagen
umgewandelt werden. Die Rücksitzbank kann im Fußboden
völlig versenkt werden (zuerst Kopfstützen entfernen), um
einen enormen Ladenraum (1.420 Liter) mit flachem Boden zu
erreichen. Wenn das nicht genug ist, kann auch der rechte
Vordersitz hochgeklappt werden, um sogar die längsten
Teile(2.4 m) zu transportieren. In allen Fällen brauchen die
Sitze nicht aus dem Auto herausgenommen zu werden und die Prozedur
ist einfach und schnell durchzuführen; ein Clown kann mit dem
Spiel anfangen!
Fazit
Der erneuerte Opel Meriva hat seinen Auftritt beendet. Das
Publikum ist enthusiastisch, weil die Vorstellung bis auf die zu
niedrigen Kopfstützen in den Vordersitzen fehlerlos war. Das
angepasste Äußere steht dem Auto gut, die modernen
Optionen haben Eindruck gemacht. Sie sind kein Grund, um einen
vorhandenen Meriva direkt für einen Neuen auszutauschen, aber
der erneuerte Meriva macht der Konkurrenz das Leben noch
schwieriger. Der neue 1.6-Liter Twinport Ecotec Benzinmotor ist
außergewöhnlich leise und funktioniert sehr gut. Der
1.3-Liter CDTi Diesel ist einfach lebendig, schnell und ökonomisch.
Der wichtigste Trumpf des Meriva bleibt jedoch der flexible
Innenraum. Die Rücksitzbank und der Kofferraum stellen wie
damals eine Trickkiste dar, mit der dieser Mini-MPV ein
regelrechtes Platzwunder ist. Das Publikum hat es genossen, Applaus
für den Opel Meriva! (Ivo Kroone)
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