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Der neue Civic sieht futuristisch aus. Einsteigen, den
Schlüssel im Zündschloss drehen und los. Der Motor
startet jedoch nicht, sondern es erscheint ein eindrucksvolles
Arsenal von Displays. Es fehlen: die "swooosh",
"blink" und "pling"-Geräusche, weiter tut der
Civic nichts anderes als die Startprozedur eines durchschnittlichen Raumschiffes.
Boot Sequence
Hinter dem Lenkrad hebt der Drehzahlmesser. Sein Kern, Anzeiger
und Skala scheinen dank eines 3D-Effekt über einander zu
schweben. Im Kern des Drehzahlmessers befindet sich das Display des
sehr umfangreichen Bordcomputers. Über dem Lenkrad, flach
unter der Windschutzscheibe, befindet sich der digitale Tacho.
Dieser ist durch die sehr praktischen Verbrauchanzeiger umgerahmt.
Mitten auf dem Armaturenbrett erscheint der Farbbildschirm des
optionalen, DVD-basierten, Navigationssystems. Dieser Bildschirm
wird auch für auch optionale Heckkamera genutzt. Der Civic ist
sehr unübersichtlich beim Rückwärtsparken und durch
die fehlenden Hilfslinien auf dem Kamerabild, bietet diese teure
Option kaum mehr als konventionelle Einparkhilfe.
Zum Schluss aus dem Nichts erscheinen in der Show auf dem
schwarzen Armaturenbrett die weiße Anzeige der Klimaanlage,
(links/rechts getrennt) und das Audiosystem. Letzteres spielt die
mp3-Dateien eines CD-ROM´s ab und ist mit einem
Außenanschluss für einen mp3-Spieler ausgestattet. Dem
Vernehmen nach hat das Audiosystem ein Radio. Der CD-Spieler spielt
sogar traditionelle Musik-CD's ab, aber dank allen mp3-Funktionen
wird das nicht benutzt.
Das Telefon ist über den Bluetooth verbunden, die
Scheinwerferwischer sind mit einem Regensensor versehen, die (nicht
automatischen) Xenonscheinwerfer haben einen Lichtsensor. Viele
Funktionen kann man mit der Stimme bedienen. Die Stimmeerkennung
funktioniert recht gut, aber sobald (englische) Kommandos
länger werden, muss man sie deutlich aussprechen. In der
Praxis funktioniert so ein System angenehm, weil die Hände
sicher auf dem Lenkrad bleiben können. "Phone home" ist
ausreichend, um die Familie anzurufen. Das erinnert ein bisschen an
Science-Fiction...
Start your engines
Der Motor ist noch immer nicht an. Um die Show vollständig
zu machen, wird er mit einem großen, roten Knopf, vom Lenkrad
links, gestartet. Diese Kombination ist etwas merkwürdig: doch
ein Schlüssel und auch eine Starttaste. Ein vollkommen
schlüsselfreies System ist angenehmer und trägt
außerdem zum Komfort und der Sicherheit bei. In diesem Fall
wählt Honda eine spannende Präsentation.
Nach der Tastenbetätigung startet ein ganz neu entworfener
1.8 Liter 4-Zylinder Benzinmotor. Dieser verwendet die typische
Honda Technik: i-VTEC. Der "i" steht für "intelligent" und das
Triebwerk macht es absolut wahr. Abhängig von der Situation
passt VTEC den Charakter dem Motor an. Das ist sehr angenehm, aber
eine kurze Testfahrt kann ein falsches Bild liefern. Sollte ein
gelassener Fahrer das Auto fahren, nachdem ein Raser eine
Probefahrt gemacht hat, wird der Civic zu nervös auf die
Kommandos (oder umgekehrt)reagieren.
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Fahren mit 60 Km/h im 6.Gang ist kein Problem. In allen
Fällen ist der Civic 1.8 angenehm leise und letztendlich
lässt sich der seltsam niedrige Verbrauch von 6.1 L / 100 Km
notieren; viele kleine Autos würden sich dafür nicht schämen!
Aber es geht auch anders. Das Auto reagiert immer, nach und
nach, schärfer aufs Gaspedal und die Leistungen sind dann
einfach spannend. Außerdem kann man hier i-VTEC von der
sensationellen Seite sehen: wenn der Anzeiger des Drehzahlmesser
dem roten Feld nähert, kann man fühlen, wie der Motor den
Race-Stand wählt und der Civic strengt sich noch mehr an. Wird
danach mit dem Motor gebremst, kann man einen leichten Schock in
der Antriebslinie fühlen, im Moment, wenn der i-VTEC die
normalen Einstellungen wählt.
Warp drive
Ungeachtet des Fahrstils sind die Lenkung und das Fahrgestell
auf den sportlichen Fahrer abgestimmt. Die Federachsen sind kurz
und steif, die Servolenkung vermittelt ausreichend Gefühl
für die Vorderräder, um einschätzen zu können,
wozu das Auto imstande ist.
Es ist deutlich merkbar, dass dieser Civic ausschließlich
für Europa entworfen ist. Aus diesem Grund erweckt das Auto
ein großes Vertrauensgefühl ab dem ersten Moment. Wer
den neuen Civic fährt, weiß sofort, wozu das Auto
imstande ist. Dieses Gefühl ist gar nicht ungerecht, weil die
Straßenlage ausgezeichnet ist und dieser heutige
Konzept-Wagen keine Angst vor schnellen Kurvenfahrten hat. Das ist
nicht nur nett, sondern besonders sehr sicher, weil man trotz hoher
Geschwindigkeit ausweichen kann, ohne danach in der Schikane zu landen.
Der Komfort vollendet der kuschelige Innenraum, in dem die
Passagiere fast liegen können, als ob es ein Coupé
wäre. Da die Griffe der Hecktüren schlau getarnt sind,
trägt auch dazu bei, dass der Civic auch wie ein Coupé
aussieht. Es ist tatsächlich ein geräumiger
Mittelklassewagen. Der Platz im Vorderbereich ist riesig. Auf der
Rücksitzbank ist die Beinfreiheit ausreichend, aber die
Kopffreiheit lässt noch etwas zu wünschen übrig. Der
Kofferraum ist sehr groß und kann dank eines schlauen
Doppelbodens flexibel eingeteilt werden.
Fazit
Im restlichen Verkehr sieht diese 8. Civic-Generation wie ein
Auto aus, das vom Set eines Science-Fiction Filmes entkommen ist.
Der Innenraum erinnert eher an einem Raumschiff als an einem Auto.
Die besondern Einstellungen tragen zwar nicht immer zur Ergonomie
bei, aber die Show ist ein angenehmer Anfang jeder Fahrt.
Der Civic begrenzt sich jedoch nicht zur Show. Dieser Wagen
für heutigen Tag vereinigt in sich alle technischen,
mechanischen und ergonomischen Erfindungen, die Honda in einem Auto
bietet. Die hoch entwickelte Elektronik ist zwar nicht einzigartig,
aber besonders für ein Auto in diesem Segment. Die i-VTEC
Technik verleiht dem Civic einen der feinsten 4-Zylinder
Benzinmotoren im Moment: ausgezeichnete Leistungen ohne hohen
Verbrauch. Mit dem Auto der Zukunft jetzt zu fahren, ist auch
langfristig eine ausgezeichnete Idee.
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