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Den BMW X5 als "Full Size" SUV zu bezeichnen,
wäre untertrieben. X5 steht hier eher für "XXXXXL".
Obwohl der Wagen kaum größer wirkt als der X3,
fällt der Unterschied innen sofort ins Auge. Der X5 wirkt wie
eine Kathedrale auf Rädern, das Platzangebot ist einfach
enorm. Sowohl vorne als auch hinten hat man mehr als genug Platz,
obwohl die Kopffreiheit durch die hohen Sitze gering ist. Der
Gepäckraum ist riesig und dank des ausfahrbaren
Gepäckraumbodens und der zweigeteilten Heckklappe gut
zugänglich.
Besonderheit 1: Komfort
Die Sicht vom hohen Fahrersitz über die gewaltige
Motorhaube vermittelt ein Gefühl von Macht, lässt aber
auch deutlich werden, dass dieses Mammut nicht auf jeden
Fahrstreifen passt. Einem entgegenkommenden Fahrzeug auf einer
Dorfstraße auszuweichen kann so schon zur schwierigen Aufgabe
werden. Parken lässt sich der X5 oft nur, wenn man neben dem
eigentlichen Parkplatz auch noch einen Teil des angrenzenden
Bürgersteigs mit beansprucht.
Dafür liegt ein so langes und breites Auto sehr ruhig auf
der Straße. BMW gibt dem X5 aber noch eine dritte Dimension:
Höhe. Die (sehr) hohe Sitzposition sorgt nicht nur für
prima Übersicht über den restlichen Verkehr. Beim
BMW X5 verschafft die Höhe auch zusätzlichen
Komfort. Aus dieser Höhe scheint die Zeit um den X5 herum
langsamer zu laufen. Dadurch ist das Fahrgefühl
äußerst entspannt. Lange Strecken mit hoher
Geschwindigkeit zu fahren ist so noch weniger anstrengend als
beispielsweise im 5er BMW.
Besonderheit 2: Offroad-Tauglichkeit
Bei Geländewagen gibt es eine goldene Regel: Je besser die
Fahreigenschaften auf der Autobahn sind, desto schlechter sind sie
im Gelände. Der BMW X5 befindet sich deutlich an dem
einen Ende dieses Spektrums: Es ist ein enorm komfortabler Wagen,
aber Offroad-Tauglichkeit ist praktisch nicht vorhanden. Selbst
leichte Geländefahrten sind kaum zu bewältigen. Daher
kann der "xDrive"-Allradantrieb nur als Sicherheitsfeature
für die Straßenfahrt gelten.
Auf diesem Foto stehen sich die beiden Enden des Spektrums
zwischen Fahrkomfort und Geländegängigkeit
gegenüber. Die Unterschiede sind deutlich zu erkennen.
Besonderheit 3: Sicherheit
Die Offroad-Fähigkeiten sind zwar stark begrenzt,
dafür sind die Fahreigenschaften auf der Straße aber
verblüffend. SUVs sind in aller Regel hoch und schwer und
damit instabil und schlecht unter Kontrolle zu halten. Mit dem X5
lassen sich dagegen Kurven genauso scharf nehmen wie mit jedem
anderen BMW. Auch bei einer Notbremsung merkt man kaum, dass es gut
2 Tonnen Stahl sind, die hier zum Stillstand gebracht werden
müssen. Der Bremsweg des gigantischen SUV ist
rekordverdächtig kurz.
Zwar ist man sich durchaus bewusst, dass man mit einem Riesen
unterwegs ist, aber schwer oder träge fühlt sich der X5
niemals an. Für ein SUV lässt einem der X5 die
Fahrsituation ausgesprochen gut fühlen. Was die
Straßenlage angeht, ist er der Konkurrenz sowieso Lichtjahre
voraus. Auch bei aktiver Sicherheit, also der Vermeidung von
Unfällen, ist der BMW X5 in seinem Segment die Nummer Eins.
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Besonderheit 4: Motoren
Unser Testauto hat einen neuen Dreiliter-Sechszylinder-Diesel,
der sich in einem spannenden Geräuschmix aus Lkw und
Sportwagen bemerkbar macht. Bei seinen Leistungen ist es genauso.
Der einzige Diesel im Lieferprogramm hängt
standardmäßig an einer 6-Gang-Automatik, die sich als
Steptronic wahlweise auch manuell schalten lässt. Damit
hält sich der X5 3.0d sowohl in der Stadt als auch auf
der Autobahn prima.
Erst über 120 km/h merkt man, dass der X5 so
stromlinienförmig wie eine Bushaltestelle und so leicht wie
ein Öltanker ist: die Leistung lässt dann nach.
Alternativ zum Diesel gibt es noch einen 3.0er und einen 4.8er
Benziner. Ersterer als Reihen-Sechszylinder, letzterer als V8.
Die Mischung aus Lkw und Sportwagen findet sich leider auch im
Kraftstoffverbrauch des Dreiliter-Diesels wieder: Auch der Diesel
schluckt 10 Liter auf 100 km. Dieser Durst wird aus einem
Tank mit sage und schreibe 93 Liter Fassungsvermögen
gelöscht. Beim ersten Volltanken sollte man also das
Sparschwein bereithalten.
Besonderheit 5: Elektronik
Neben dem Fahrspaß ist in der Regel auch innovative
Technik ein Markenzeichen von BMW. Der X5 basiert allerdings auf
der vorherigen Generation der 5er-Serie und hat noch die Technik
dieses inzwischen ausgelaufenen Modells. Der ebenso effektive wie
einfache iDrive ist deshalb beim X5 nicht lieferbar.
Die ganze Boardelektronik und Komfortausstattung gibt es zwar,
aber wenn man einen iDrive gewöhnt ist, kommt es einem alles
ziemlich unübersichtlich und kompliziert vor. Das soll aber
nicht heißen, dass es unserem Testwagen in der "High
Executive"-Version an irgend etwas fehlt. Es gibt nichts, was
wir bei der Testfahrt vermisst hätten.
Fazit
Der BMW X5 hebt sich deutlich von anderen "Full
Size"-SUVs ab. Der größte Unterschied besteht darin,
dass der X5 ungeachtet seines Aussehens eindeutig nicht fürs
Gelände taugt. Dass der X5 trotzdem wie ein Geländewagen
aussieht, hat ganz andere Gründe: So ein SUV bietet besonders
viel Platz um eine Menge Leute inklusive Gepäck
mitzunehmen.
Seine riesigen Maße machen den X5 dabei
außergewöhnlich komfortabel. Auf Langstrecken ist dieses
Platzangebot ein Vorteil auch gegenüber den BMWs der
5er-Serie. Die Höhe hilft bei der Übersicht über den
Verkehr und verschafft so ein entspannteres Fahrgefühl. Trotz
dem hohen Schwerpunkt und des Gewichts hat BMW auch beim X5 keine
Abstriche bei Fahrspaß und Sicherheit gemacht.
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