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Große Geschäftswagen sind ungefähr in zwei
Geschmacksrichtungen zu bekommen: Komfortabel oder Sportlich. Das
Label "Sportlich" wird durch die Marketing-Abteilungen von
fast jedem Hersteller an jedes Auto gehangen. Nur eine Handvoll
Autos entspricht aber auch dem Titel. Im Allgemeinen sind das
hinterradangetriebene Spaßmaschinen mit einem weniger
angenehmen Preis.
Der Mazda6 war schon immer eine Ausnahme. Das Auto hat keine
besondere Technik an Bord, hat nur Vorderradantrieb, hat einen
zivilisierten Preis und bietet dennoch volles Fahrvergnügen.
Die Lebendigkeit des Motors, das Gefühl mit dem Auto über
das Lenkrad eng verbunden zu sein, die Wachsamkeit der Bremsen und
selbstverständlich seine Straßenlage (auch bei Regen!):
Alles ist so aufeinander abgestimmt, daß jede Fahrt mit dem
Mazda6 ein Vergnügen ist.
Sportivität
Das Geheimnis des Mazda6 läßt sich nicht durch seine
einzelnen Charakteristiken erklären. Es ist gerade die
Abstimmung aller Komponenten aufeinander, von der Radkappe bis zur
Kopfstütze, die seinen Charakter bestimmen. So wird der Fahrer
nicht genötigt faul hinter dem Lenkrad abzuhängen,
sondern der Mazda-Fahrer sitzt sofort automatisch aufrecht hinter
dem Lenkrad, mit gleichzeitiger, voller Kontrolle über das
Auto. Das Lenkrad und der Schaltknauf liegen dann tadellos in der
Hand. Über das Lenkrad fühlt der Fahrer genau, was unter
den Vorderrädern los ist. Selbst der Schaltknüppel gibt
einen feinen Hinweis darauf, was sich bei der Kraftübertragung
zu den Rädern abspielt. Das Resultat ist ein Auto, das sich
ganz anders anfühlt, als der durchschnittliche Geschäftswagen.
Das Facelift hat nichts an seinen Fahreigenschaften
verändert, aber hat den "6" bequemer gemacht. Wo möglich,
wurde zusätzliche Isolierung verwendet, um Fahrgeräusche
zu verringern. Extragummis in der Aufhängung sorgen
dafür, daß unerwünschte Schwingungen nicht
weitergeleitet werden. Das Gefühl, das die Anpassungen geben,
bringt das Fahrzeug auf eine höhere Ebene. Das verdankt man
auch der reicheren Ausstattung. Bereits beim Basismodell wird der
Mazda6 jetzt mit einer Klimaanlage versehen, einem in Höhe und
Tiefe justierbarem Lenkrad, einem Audiosystem (kein mp3), einem
Bordcomputer und einem Tempomat.
Technik
Die Motoren wurden stärker, schadstoffarmer und zugleich
auch sparsamer. Besonders die Dieselmotoren haben von den
Änderungen profitiert. Das Testauto ist jedoch mit der
leichtesten Benzinmaschine ausgerüstet. Dieser 1.8 Liter
Vierzylinder ist nicht angepaßt worden. Dennoch benimmt sich
das Auto ganz anders, als während unseres ersten Treffens. Auf
den ersten paar Kilometern läuft die Maschine sehr
unregelmäßig, aber noch bevor die Ursache des Problems
gefunden wurde, löste es sich von selbst in Luft auf. Danach
war das typische Mazda Zoom-Zoom-Zoom Gefühl wieder da. Mazda
Deutschland sagte dazu, daß ein derartiges Problem niemals
zuvor aufgetreten ist. Während der folgenden Testtage benahm
sich das Triebwerk dann aber geradezu mustergültig.
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Für eine Basis Maschine ist die Leistung dieses 1.8
Triebwerks zweifelsohne sehr lobenswert. Unter anderem ist das dem
gut gewählten Übersetzungsverhältnis im Getriebe zu
verdanken. Die Maschine wird automatisch in dem Drehzahlbereich
gehalten, in dem diese die meiste Power zur Verfügung stellt.
Außerdem fühlt sich der Wagen sehr schnell an und der
Fahrer hat den Eindruck, über enorme Reserven zu
verfügen. Erst oberhalb von 100 Km/h wird deutlich, daß
diese Maschine nicht gerade ein Kraftprotz ist. Für den Sprint
von 100 auf 120 km/h muß man sich schon genügend Zeit
nehmen. Beim schnellen Überholen auf der Autobahn, muß
man schon zurückschalten. Sobald man dann auf Geschwindigkeit
ist, ist das Übersetzungsverhältnis des Getriebes wieder
gut gewählt. Im fünften Gang ist die Drehzahl niedrig,
was Reisen sehr komfortabel macht.
Sein Äußeres
Neben den Anpassungen in Ausstattung und Technik, hat sein
Äußeres buchstäblich vom Facelift profitiert.
Für das Armaturenbrett und die Seitenverkleidung sind neue
Materialien verwendet worden. Die silberne Mittelkonsole ist durch
ein schwarzes Exemplar ersetzt worden; dies ist aber keine
wirkliche Verbesserung, sondern höchstens eine Veränderung.
Der große Kofferraum bei diesem "SportBreak" ist
geblieben, wobei das sogenannte "Karakuri"-System das
Hochklappen der Rücksitzbank sehr vereinfacht. Im Gegensatz
zum Mazda5 wird dieses System nicht genutzt, um zusätzliche
Sitzplätze zum Vorschein zu zaubern. Statt dessen
ermöglicht "Karakuri" die Rücksitzbank in einer
einzigen Bewegung zusammenzuklappen. Es reicht aus, einmal auf den
Hebel zu drücken, worauf eine Feder die Rückenlehne flach
legt. Die Kopfstützen können an ihrem Platz bleiben,
wodurch es sehr einfach wird, extra Laderaum zu schaffen. Der
Ladenraum ist so groß, daß der SportBreak mehr als nur
ein Image Auto ist, aber in diesem Segment sind trotzdem bedeutend
größere Kombis zu finden. Unter dem Kofferraumboden sind
einige handliche, "versteckte" Staufächer zu finden.
Außen sind die Verschönerung auf neue Scheinwerfer,
anderen Stoßdämpfern und einen angepaßten
Kühlergrill eingeschränkt worden. Auch an der
Rückseite sind die Rückleuchten und die
Stoßfänger neu designed worden. Es sind nur ganz subtile
Unterschiede, die erst dann richtig deutlich werden, wenn das
Testauto neben einem "alten" Mazda6 geparkt wird. Warum hat Mazda
nur so kleine Dinge geändert? Nach einer Aussage von Mazda,
hat eine Umfrage bei Mazda6-Fahrern ergeben, daß sie 100% mit
dem Äußeren Design zufrieden waren.
Fazit
Während des Tests konnte sich der Mazda6 in jeder Art und
Weise beweisen. Geplante Testfahrten mit Foto-Sessions sind
standard, aber mit dem Mazda6 zusätzlich kamen auch noch
Sonderfahrten hinzu, wie z.B. schnell mal zum Flughafen, kleinere
Umzüge, weil endlich mal wieder ein Kombi auf dem Parkplatz
vor der Redaktion stand und alle Arten von Verabredungen im ganzen
Land. Und immer war der Unterschied zu anderen Geschäftswagen
vom ersten Kilometer an deutlich: Der Mazda6 bringt in jeglicher
Art und Weise mehr Fahrvergnügen, ohne dabei Komfort oder
Sicherheit zu vergessen. Dabei ist die Kombi-Version, oder
"SportBreak" wie Mazda den Kombi nennt, äußerst
praktisch. Das "Karakuri"-System ist keineswegs
revolutionär, aber es macht das Leben ein Stück
einfacher. Das Endurteil erhält mehr als nur 6 Punkte. Das
Facelift war vielleicht nicht notwendig, aber die Testfahrt hat
bestätigt, daß der Mazda6 noch immer unser Liebling in
seiner Kategorie ist.
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