11 Juni 2005
Volkswagen Passat

Volkswagen Passat

Favorit als Geschäftswagen

Autotest | Der VW Passat ist seit der Erfindung des Geschäftswagens ein Favorit im geschäftlichen Markt. Der vorherige Passat war die Nummer 1 auf vielen Verkaufslisten und der Newcomer hat fast direkt diese Position übernommen. Frage ist, ob der Passat ein Favorit bleibt?
 

Auf dem Parkplatz fällt sofort auf, was den neuen Passat so besonders macht: das Auto ist enorm! Die meisten Parkplätze sind aber nicht lang genug für diesen Newcomer. Der Erfolg des vorherigen Passats war u.a. dem Platz zu verdanken und dieser lange Junge erzielt hier logischerweise noch bessere Resultate. Sogar ein großer Mann fühlt sich auf dem Sitz wie ein kleiner Junge im großen Wagen. Auch hinten ist der Passat wesentlich geräumiger als durchschnittlich in diesem Segment, obwohl er nicht zu den geräumigsten Autos in seiner Klasse gehört. Der Kofferraum ist von der Sorte, der keine Anweisungen braucht, um den Ausgang zu finden. Das verspricht etwas für die Kombiversion, die bald erwartet wird!

Volkswagen Passat

Im Bereich Design folgt VW nicht der Erfolgformel des vorherigen Passats. Der Newcomer macht nicht mehr einen sterilen Eindruck, sondern ist "wärmer" und origineller geworden. Zusammen mit dem Pheaton ist er der erste VW, der das neue Gesicht der Marke betont. Besonders originell ist das Armaturenbrett, das etwas lose vor der Windschutzscheibe zu stehen scheint. Vor allem bei hellen Innenraumfarben ist das sehr schön. Das Testauto ist eher ein Basismodell und da ist alles dunkel und schlicht. Außerdem ist die bekannte Solidität des VW weniger deutlich anwesend. Man hat nicht den Eindruck, dass dieses Auto bis zum Ende der Zeiten mitkommen wird. Nebengeräusche auf schlechter Straßendecke sind dem Testauto nicht fremd.

Ausstattung

Auch die Sitze sind weniger "steif" als gewöhnlich. Die Sitze sind zwar weich, haben aber keine ideale Form für jede Statur. Jedoch sehr schick ist, dass die Sitze in dieser einfachen Ausführung sogar teils elektrisch verstellbar sind.

Der Rest der Ausstattung ist für VW-Verhältnisse großzügig. Früher hatte man den Eindruck, alles außer dem Lenkrad sei optional, aber jetzt ist es anders. So sind in dem hier gefahrenen "Comfort Line" links/rechts getrennte Klimaanlage, Lichtsensor, umfangreicher Bordcomputer standard.

Volkswagen Passat

Ergonomie

Noch wichtiger ist, dass das Ganze außergewöhnlich gut überlegt ist. Das übersetzt sich in den Details wie Tacho, wo man sehr präzise die niedrigen Geschwindigkeiten lesen kann und die Skala bei hohen Geschwindigkeiten immer grober wird. Sehr geschickt: nur leichte Berührung des Blinkers ist ausreichend, um 3 Mal zu blinken. Der Tempomat ist einfach zu bedienen.

Die Mittelkonsole bietet viel Stauraum, einschließlich Becherhalter, die einfach genial sind. Diesen Platz verdankt man der elektronischen Parkbremse. So eine Installation war bis jetzt nur den teuren Limousinen vorbehalten. Die Handbremse ist damit zu einer Taste neben dem Lenkrad reduziert worden. Das spart Platz und macht die Hügel-Prüfung einfacher. Einziger Nachteil: beim Bedienen der Parkbremse außerhalb des Autos klingt es so, als ob eine Espresso-Maschine unter der Motorhaube gegurgelt hätte.

Weniger revolutionär und geschickt ist der alternative Zündschlüssel. VW hat diesen durch einen "Würfel" ersetzt, der vollständig ins Armaturenbrett gesteckt werden muss. Das ist jedoch kein "keyless entry system" und der "Schlüssel" befindet sich noch immer in der gefährlichen Nähe der Fahrerknies. Das Ziel eines alternativen Schlüssels ist meistens die Förderung der Sicherheit. Das System des VW ist jedoch nur nett, aber nicht geschickter oder sicherer als ein traditioneller Schlüssel.

Volkswagen Passat

Diesel

Als Geschäftswagen entscheidet man sich meistens für einen Dieselmotor. Deswegen ist das Testauto mit dem leichtesten der lieferbaren Dieselmotoren ausgestattet. Und das merkt man. Das Triebwerk muss, besonders nach einem Kaltstart, hart arbeiten, um mit dem Verkehr mitkommen zu können. Auch die Geräusche machen deutlich, dass es sich um den kleinsten raffinierten Diesel aus dem Programm handelt.

Auf der Autobahn sind die Leistungen wirklich sehr gut. Dank der gut gewählten Schaltgetriebeübersetzungen (dieser leichteste Diesel hat keine 6 sondern nur 5 Gänge), ist in den hohen Geschwindigkeiten viel Power vorhanden. Ohne zurückschalten zu müssen, ist flottes Überholen möglich und selbst wenn man bereits schnell fährt, man kann sich immer noch mehr anstrengen. Dennoch bleibt der Verbrauch angenehm niedrig. VW gibt 5,7 L /100 Km an, aber mit ruhigem Fahrstil ist 5,0 L /100 Km sehr realistisch.

Volkswagen Passat

Und jetzt kommt das Beste: die Straßenlage. Der Passat ist neutral, ruhig, nicht zu schnell, nicht zu zart und vermittelt immer ein sehr gutes Gefühl. Ansonsten liegen die Grenzen weit.

Volkswagen Passat

Fazit

Der VW Passat war von Anfang an ein Favorit als Geschäftswagen. Die Jahre vergingen, aber das Warten auf den VW wurde mit einem großen Fortschritt belohnt. Der Passat ist nicht mehr "solide und teuer" sondern "gut überlegt und vernünftig".

Das Auto ist nicht mehr teuer, weil die Ausstattung reicher denn je ist. Jedoch sind die Leistungen dieses hier gefahrenen, leichten Dieselmotors nicht für jeden ausreichend. Das Vertraute bleibt, obwohl man Platz für kreatives Design gemacht hat. Viel wichtiger sind jedoch die durchdachten ergonomischen Erfindungen, die das tägliche Leben mit dem Passat tatsächlich angenehmer machen. Vernünftig sind der niedrige Verbrauch, das hohe Sicherheitsniveau und der garantiert hohe Restwert dieses Autos.

plus
  • Viel Platz vorne und hinten
  • Sehr gute Straßenlage
  • Garantierter hoher Restwert
min
  • Nicht alle Modernisierungen sind sinnvoll
  • Nicht mehr so solide wie die vorherige Generation