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Wie testet man einen MPV? Am wichtigsten hierbei ist wohl die
Berücksichtigung der Zielgruppe. Ein MPV wird nicht an erster
Stelle wegen seiner Fahreigenschaften oder seines Aussehens
gekauft. An Stelle davon treten praktische Möglichkeiten und
Raum für die Familie als wichtigste Eigenschaften bei der Wahl
eines MPV in den Vordergrund. Nimm zum testen darum ein paar Kinder
und laß diese auf das Auto los. Wähle zum Beispiel
Kinder die bei den Eltern ihrer Freunde in vielen unterschiedlichen
MPVs mitfahren und deshalb die absoluten Experten sind!
Karakuri
Sie finden viel schneller heraus was ein "Karakuri"- Interieur
ist als der Testfahrer selbst. Noch bevor der Redakteur das
Instruktionsheft gefunden hat, haben die Kinder schon verstanden,
das der linke und rechte hintere Sitz hochgehoben werden kann.
Unter dem einen Sitz ist ein kleiner Tisch zu finden und unter dem
anderen ein Sitzkissen. Damit kann zwischen den beiden hinteren
Stühlen ein Tisch installiert oder ein extra Sitz
hinzugefügt werden.
Der mittlere Sitz ist schmal und bietet darum nur genügend
Platz für ein Kind. Die äußeren, hinteren Sitze
sind auf Schienen montiert und bieten deshalb genügend Bein-
und Kopffreiheit für Erwachsene. Sogar der Boden ist perfekt
flach (kein hoher Zwischentunnel von vorne nach hinten) und das
ergibt viel Platz für die Füße. Besonders ist,
daß das Interieur so eingerichtet ist, daß der mittlere
Raum zwischen den Stühlen immer frei bleibt. Das
ermöglicht eine einfachere Unterhaltung zwischen „den
Entdeckern auf den hinteren Sitzen'.
Egal, wie fleißig die jungen Autotester ihr Bestes geben,
der versprochene 6. und 7. Sitz ist nicht zu finden. Man merkt
doch, daß das getestete Auto ein Basismodell ist, denn es
fehlen hierbei die aus dem Boden klappbaren, hintersten Sitze der
teureren Ausführungen. An Stelle der extra Sitze hat die
"Exklusive"- Ausführung jedoch ein enormes Ladevolumen, das
mehr als genug Platz für das gesamte Feriengepäck der
fünf Personen im Fahrzeug bietet.
Die Anzahl der Ablagen und Fächer im Interieur ist enorm.
Je länger das Auto in Gebrauch ist, desto mehr Stauraum
entdeckt man. Schade, das Handschuhfach hat zwar eine große
Klappe, aber dahinter verbirgt sich nur ein sehr kleiner Stauraum.
Bei dieser Basisversion ist außerdem kein Fach für die
Sonnenbrille zu finden.
Zugänglichkeit
Einzig und allein „ausreichender Platz' zeichnet noch
keinen guten MPV aus, der Platz muß nämlich auch noch
gut zugänglich sein; dafür hat der Mazda 5 zwei Asse im
Ärmel. Nicht auffallend, aber dadurch nicht weniger praktisch,
ist, daß die Heckklappe in zwei Positionen geöffnet
werden kann: In der ersten Position öffnet die Heckklappe bis
zu einer Höhe von ca. 1,80 m. Auf diese Weise können auch
kleinere Personen die Heckklappe noch schließen. Ein kleiner,
extra Schubs ist ausreichend, um die Heckklappe für weitere 10
cm zu öffnen, so daß auch größere Personen
nicht dagegen stoßen.
Der hervorstechendste Trumpf des Mazda 5 sind die
Schiebetüren, ein Unikum in diesem Segment. Ein wichtiger
Vorteil der Schiebetüren ist, daß sie wenig Platz
außerhalb des Fahrzeugs erfordern, um sie zu öffnen.
Würden die Kinder nach einer langen Reise die Türen etwas
zu enthusiastisch aufschmeißen, dann kann eine
Schiebetür niemals einen „Parkplatzschaden' verursachen.
Dabei ist die Öffnung einer Schiebetür größer
als bei einer Klapptür, was das den Einstieg erleichtert. Die
"Kinderjury" fügt noch hinzu, daß die großen
Fenster in den Schiebetüren „echt Klasse' sind.
Design
Beim Design hat Mazda die Gleitschienen der Schiebetüren
sehr geschickt verarbeitet. Diese sind in einer Design-Linie
integriert, die von der Nase bis zu den Bremslichtern läuft.
Damit sind die Gleitschienen keine „Narben' in der Silhouette
des Wagens, sondern setzen gerade hiermit Akzente im Linienspiel.
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Der Mazda 5 fällt übrigens doch durch sein Design auf,
denn sowohl das Äußere als auch das Innere dieser
Zauberdose sind nicht als „fahrendes Kinderzimmer', sondern
als multifunktioneller Geschäftswagen entworfen. Auch wenn der
Besitzer nicht mit seiner Familie unterwegs ist, sondern mit einem
Geschäftskunden, braucht er sich für dieses Auto nicht zu
schämen. Mehr noch, das Interieur hat viel vom Mazda 6 mit
seinen dunklen Kunststoffverkleidungen, in straffen Formen (bis auf
den jetzt schon abblätternden Aufkleber über dem
Handschuhfach), nur unterbrochen durch die silberfarbene Mittelkonsole.
Auch beim Basismodel sind bereits die Klimaanlage und das
Audiosystem Standard. Die teureren Modelle entsprechen dem Titel
„Zauberkasten' noch mehr, denn hier kommt ein Regen- und
Lichtsensor, smart card und mp3-Spieler, zum Vorschein. Wenn auch
das hier getestete Standardmodell nicht übermäßig,
luxuriös glänzt, bekommt man von diesem Auto nicht den
Eindruck, daß man mit einer kargen Basisversion unterwegs ist.
Motor
Das gilt auch für den Motor. Im Moment ist der Mazda 5 nur
mit einem 1.8 und 2.0 Liter Ottomotor lieferbar. Erst zu einem
späteren Zeitpunkt sind einige Dieselmotoren geplant. Der
Testwagen ist mit dem kleinsten Benzinmotor ausgerüstet und
dieser erweckt erneut nicht den Eindruck, mit einem
Einsteigermodell unterwegs zu sein. Der Motor arbeitet prima und
hat ein äußerst niedriges Geräuschniveau. Im
Vergleich zu anderen klassengleichen MPV's mit gleichwertigen
Motoren/Leistungen, verbucht der Mazda etwas geringere
Verbrauchsdaten. Diverse Konkurrenten schaffen es ein paar
Kilometer weiter mit einem Liter Benzin oder erbringen eine
überzeugendere Leistung bei gleichem Verbrauch.
Der Mazda versteht durch seine lebendigen Fahreigenschaften zu
überzeugen. Das Auto fühlt sich niemals wie ein plumper
MPV an, sondern hat die Wendigkeit einer kompakten Mittelklasse.
Auch die Straßenlage ist ausgezeichnet, so daß der
Fahrer seinen Fahrstil nicht an die eventuellen
Einschränkungen eines MPV anpassen muß. Deshalb ist es
auch sehr Schade, daß die Lenkung außergewöhnlich
leicht und gefühllos ist, sonst bekäme dieser Newcomer
sofort die Bestnote aller MPV's für seine Straßenlage
Fazit
Der Testfahrer hat seine Kilometer abgespult und die Kinder
haben das Interieur von oben nach unten untersucht. Auf dem Gebiet
der Fahreigenschaften fällt der Mazda 5 durch eine
hervorragende Straßenlage auf, prima Bremsen und klasse
Leistungen des 1.8-Liter Basismotors. Die Servolenkung ist sehr
leichtgängig und der Verbrauch liegt nur etwas über dem Durchschnitt.
Am praktischen Einsatz gibt es nichts zu beanstanden: Das
Karakuri-Interieur mit dem austauschbaren, mittleren, hinteren Sitz
funktioniert. Dabei bietet der Wagen genügend Platz für
Kinder und Erwachsene. Die Schiebetüren tragen auch dazu bei,
daß der Innenraum sicher und einfach zu erreichen ist.
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