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Bereits auf den ersten Blick ist klar, daß der Honda Jazz
ein Auto der neuesten Generation ist. Das Auto ist etwas höher
als durchschnittlich und hat deutlich MPV-Enflüsse. Wer dann
etwas zurück denkt, wird sich erst jetzt bewusst, wie weit der
erste Jazz seine Zeit voraus war, weil in dieser Zeit das Wort
"MPV" überhaupt noch nicht erfunden war (obwohl das erste
geräumige Auto erschienen ist). Vor allem die lustigen
Scheinwerfer mit den Rundungen für die Blinker, geben dem
Newcomer ein modernes und gleichzeitig fröhliches Aussehen.
Die Rückleuchten und die "Umrahmung" des Kofferraumes machen
den Jazz auch von hinten sehr erkennbar.
Innenraum
Der straffe und übersichtliche Innenraum bestätigt,
dass der Jazz ein junges Auto ist. Diese ES-Ausführung ist die
luxuriöseste Version, aber die Bedienung ist so logisch, dass
man alle Funktionen direkt findet. Die Aussenspiegel sind nicht nur
elektrisch verstellbar, sondern auch beheizt. Der Innenraum kann
nicht nur geheizt sondern auch mit einer manuellen Klimaanlage
gekühlt werden, die genügend Kapazität hat, die
Insassenen in diesem dunklen Testauto auch unter der brennenden
Sonne zu schützen. Weiter ist alles elektrisch bedienbar, was
sich gehört und die Sicherheit ist bei jedem Jazz auch nicht
vergessen worden: vier Airbags und ein auffallend wirkungsvolles
ABS-Bremssystem. Das Material im Innenraum besteht
hauptsächlich aus Kunststoff, der genau an den richtigen
Plätzen etwas weicher gemacht oder perforiert ist, um ein
nettes Muster zu erreichen. Die (regulierbare) Beleuchtung ist in
einem leichten Beige/Orange ausgeführt und das macht das Ganze
im Dunkeln sehr gut ablesbaar aber auch außergewöhnlich
entspannend für die Augen.
Der große Tacho mit der großen Skalaeinteilung ist
gut geeignet, die korrekte Geschwindigkeit genau einhalten zu
können. Der Tacho wird durch einen Drehzahlmesser und einen
genauso großen Kraftstoffmesser flankiert. Was dieses
Instrument anzeigt, ist übrigens nicht die Mühe wert,
weil der Jazz durch seinen sehr günstigen Verbrauch
auffällt. Während der ersten 100 Kilometer der Testfahrt
bleibt die Nadel der Benzinuhr sogar skrupellos auf Maximum stehen.
Unter dem Tacho findet man ein kleines Display, mit je nach Wahl,
Kilometerstand, Tageskilometer oder Durchschnittsverbrauch. Der
aktuelle Verbrauch kann nicht gezeigt werden, womit dieser
"Tripcomputer" kein Hilfsmittel ist, um sparsamer fahren zu lernen.
Beim Namen "Jazz" ist der Hersteller fast schon verpflichtet,
dem Audiosystem seine besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Das hat
auch Honda selber eingesehen und deswegen ist der Jazz standard mit
einem ordentlichen Radio/CD-Spieler ausgestattet. Das Radio
lässt sich in lästigen Empfangsgebieten nicht aus der
Fassung bringen, der Verstärker kann auch die schwierigen
Passagen der Test-CD sehr gut wiedergeben. Der Klang ist nicht
voll, aber detailreich und kontroliert.
Erstes Geheimnis
Das Geheimnis hinter der fast unbeweglichen Tankanzeige ist ein
gerade sehr beweglicher 1,4-Liter Motor. Der Jazz ist momentan nur
mit diesem 83 PS/119 Nm starken Benzinmotor lieferbar. Jedoch kann
man zwischen manuellem Schaltgetriebe oder CVT (continue
variabele transmission). Dieses kann, nach Wahl,
entweder als Automatik oder als sequentielles 7-Gang-
Schaltgetriebe gefahren werden. Vom Verhalten des Motors stellt
sich direkt heraus, dass Honda von Natur ein Motorbauer ist. Der
Motor läuft gleich vom ersten Moment an herrlich und bleibt
auch einmal auf Geschwindigkeit angenehm leise. Für den Jazz
steht ein niedriger Verbrauch an erster Stelle und das bedeutet,
dass das Triebwerk mehr auf Elastizität als auf Leistungen
ausgerichtet ist. Der Schaltzeitpunkt ist in der Praxis weniger
wichtig, womit bereits bei niedrigeren Geschwindigkeiten ein
höherer Gang gewählt werden kann, als in ähnlichen Autos.
Bei einer Anzahl von Sprinttests ist die Leistung des Jazz'
ausreichend. Wenn das Extreme verlangt wird, kommt ein nettes
Brummem von unten, wonach die Beschleunigung beschränkt
scheint, aber der Tacho doch flott an der
Höchstgeschwindigkeit bleibt. In der Praxis ist der Honda Jazz
nicht besonders schnell, aber das Auto hat genügend Reserven,
um flott zu überholen oder um sicher einfädeln zu
können. Die Lenkung ist etwas leicht und gleichzeitig direkt,
wobei das Fahrgestell ein großes Vertrauensgefühl gibt.
Damit ist das Auto schließlich ein herrliches Spaßauto,
das in der Kombination mit dem elastischen Motor ein lebendiges
Fahrverhalten hat. Dadurch ist der Jazz wirklich angenehmer zu
fahren, als manche Artgenossen.
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Zweites Geheimnis
Ein sparsamer Motor ist nicht der einzige Trumpf, den der Honda
Jazz in den Händen hat. Der Innenraum ist nämlich ein
echtes Platzwunder. Vom Gefühl ist der Sitz hinter dem Lenkrad
fast so riesig, wie in einer Anzahl von full size MPVs, die kurz
vor dem Jazz getestet wurden. Der Jazz-Fahrer sitzt deutlich gerade
und hat viel Platz um sich herum. Die Vordersitze sind groß
und sehr gut verstellbar, so dass jeder Fahrer eine gute Position
hinterm Lenkrad (verstellbar) finden kann.
Das zweite Geheimnis des Jazz versteckt sich jedoch auf der
Rücksitzbank. Die Kopf- und Beinfreiheit auf der
Rücksitzbank sind merklich größer, als die bei den
anderen Autos in dieser Klasse. Das kommt dadurch, dass der Jazz
ausser einem hohen Dach auch einen extra niedrigen Fußboden
hat. Während die Tiefe des Fußbodens bei anderen Autos
durch den Kraftstofftank beschränkt wird, hat Honda den Tank
nach vorne verschoben, wonach maximaler Platz vom Fußboden
bis zum Dach vorhanden ist. Das bedeutet, daß die
Rücksitzbank gerader bleiben kann und das erzeugt wieder ein
großes Platzgefühl.
Die Rücksitzbank kann selbstverständlich auch
hochgeklappt werden, wobei der Sitz im tiefen Fußboden
verschwindet, wo sich normalerweise ein Tank befindet. Die
Kopfstützen können auf der Rücksitzbank bleiben,
weil die so tief liegen, dass man sie einfach unter die Vordersitze
schiebt. Die ganze Prozedur ist einfach und erfordert kaum
Muskelkraft. Das endgültige Resultat ist ein perfekt flacher
Boden (leider mit einer Ladekante).
Fazit
Je länger der Jazz sich beweisen kann, desto lästiger
wird es das Auto einzuordnen. Der Fahrkomfort ist der eines
durchschnittlichen kompakten Autos, aber die Ausstattung der hier
gefahrenen ES-Ausführung ist etwas umfangreicher. Der Platz
innen ist aussergewöhnlich, aber das Äußere
bescheiden. Die Leistungen sind durchschnittlich, aber der
Verbrauch niedriger als durchschnittlich.
Anscheinend weiss auch Honda nicht genau, wo der Jazz eingestuft
werden muß und deswegen wählt man seinen eigenen
Vorteil. Selbstverständlich bietet kein anderes Auto genau
diese Kombination von Faktoren, aber diese japanische Vernunft
muß teuer bezahlt werden.
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