20 Oktober 2004
Renault Megane II sedan

Renault Megane II sedan

Radikal gleich

Autotest | Renault ist mutig. Der französische Hersteller war nicht nur einer der Ersten mit diversen, neuartigen Konzepten, sondern auch beim Design setzt Renault manchmal radikale Akzente. Der Megane wirbelte bei seiner Einführung sehr viel Staub durch sein spezielles Heck auf. Dies schien entgegen die Fahrtrichtung entworfen worden zu sein. Das Auto wurde zugleich für sein durchdachtes Innendesign und sein unvorstellbar hohem Sicherheitsniveau bejubelt. Das Testobjekt, der Sedan (Stufenheck), ist kaum auf öffentlichen Straßen zu sehen, kombiniert aber mit seinem traditionellem Aussehen dennoch alle bekannten Vorteile des Megane: der Megane Sedan.
 

Wir wollten ihn haben, aber zweifellos auf einem Parkplatz voll "normaler" Meganes sieht der Sedan durchaus etwas konservativ aus. Vielleicht ein grauer, konservativer Buchhalter würde ihn als auffallendes Auto empfinden. Jeglicher Charme, der den Hatchback so populär macht, ist mit Zusatz von einem "Kofferraum" partout verschwunden. Aber dem steht ein enormer Stauraum gegenüber. Auch die Rücksitzbank ist jetzt sehr viel leichter zugänglich und bietet außerdem viel mehr Platz als der Durchschnitt in diesem Segment.

Startknopf

Genau wie jeder andere Megane hat auch dieses Exemplar keinen Schlüssel, sondern nur eine Karte. Darauf findet man Druckknöpfe, zum öffnen der Fahrertüren. Danach wird die Karte einfach in einen Schlitz der Mittelkonsole gesteckt und zum anlassen des Motors reicht es aus, einen Startknopf zu drücken. Die Chance im weiteren Vorgehen auf Unklarheiten zu stoßen ist minimal, denn im Display des Tachos werden genaue Anweisungen (auf Deutsch) gezeigt

Renault Megane II sedan

Außerdem ist der Startknopf nicht nur ein schönes Spielzeug, sondern auch das Erste von vielen Sicherheitsdetails, die den Megane auszeichnen. Das Zündschloß ist im Allgemeinen rechts an der Lenksäule, in der Nähe des Fahrerknies, zu finden. Aus diesem Grund ist auch der harte Zündzylinder häufig die Ursache für Knieverletzungen bei Unfällen. Während andere Hersteller das Zündschloß einfach irgendwo anders hinstecken (Smart / Saab), erklärt Renault das komplette Ding für überflüssig.

Ergonomie

Ein anderer Bestandteil des Sicherheitspaketes sind die Kopfstützen, die fast bis zum Dach verstellt werden können. Selbst die allerlängsten Fahrer sitzen sicher im Megane. Jedoch ist es sehr Schade, daß diese so sicheren Kopfstützen bei unserem Testauto Teil eines sensationell faden Interieurs sind. Der Schwarz/Grau karierte Stoff und die schwarz/grauen Innenraumteile müssen anscheinend einen Kontrast zum radikalen Design des Autos bilden.

Bis auf sein Äußeres, ist über jedes Bauteil des Autos erneut nachgedacht worden. Von der Sitzverstellung bis zum Tankdeckel: alles ist anders, alles ist pfiffiger. Fade oder nicht: das Testauto ist jedoch komplett Ausgestattet. Tempomat, Klimaanlage, Regensensor, ein umfangreicher Bordcomputer und ein Radio/CD-Spieler gehören zum Standard. Die Audioanlage klingt selbst in der einfachsten Ausführung überraschend gut.

Renault Megane II sedan

Sicherheit

Das gesamte passive Sicherheitskonzept (= Absorption des Aufpralls)ist sehr gut und Renault gewinnt damit hohe Punktzahlen in den Crashtests. Viel wichtiger ist aber die aktive Sicherheit (= verhindern eines Unfalls) und auch die ist vom ersten Moment an gut geregelt worden. So überzeugt der Megane fast sofort mit einer übertreffenden Straßenlage. "Fast sofort", da die Lenkung in der Mittellage ziemlich schwammig ist. Daran gewöhnt man sich auch nicht, wenn das Auto bereits längere Zeit gefahren wird, . Die Straßenlage wird dadurch zwar nicht verschlechtert, das Fahrvergnügen schon.

Hinsichtlich der Bremsen besteht absolut kein Zweifel: auch sie sind von einer außergewöhnlich hohen Qualität. Wer eine Testfahrt mit dem Megane macht, sollte erst einmal eine Testbremsung machen. Wenn nicht, dann werden alle Insassen sehr schnell Bekanntschaft mit den Sicherheitsgurten machen.

Der hier getestete 1,6 Liter 16V Motor ist der populärste unter den 10 lieferbaren Motoren. Auch wenn das Triebwerk gut für "reichliche" 115 PS ist, nach Angaben von Renault, ist davon in der Praxis wenig von zu merken. Der Charakter ist einfach zu zahm. Seine Leistung bringt der Motor zwar, aber dabei vollbringt er keine Wunder. Mit dem Verkehrsfluß schwimmen ist dabei aber absolut kein Problem und außerdem sorgt der 60 Liter Kraftstofftank noch für einen enormem Aktionsradius.

Renault Megane II sedan

Fazit

Der Renault Megane in Sedan Ausführung bietet den Anblick eines durchschnittlichen Autos und außerdem noch viel Gepäckraum. Dabei bietet der Sedan alle bereits bekannten Vorteile des Megane. Am wichtigsten ist sein hohes Sicherheitsniveau, seine sehr guten Fahreigenschaften und einige, handlichen, genialen Erfindungen. In jedem Punkt ist das Auto gerade etwas besser durchdacht als die Konkurrenz. Aus diesem Grund ist der Megane auch als Sedan nicht einfach nur ein durchschnittliches Auto.

plus
  • Durchdachtes Konzept
  • Ausgezeichnete Straßenlage
  • Sehr sicher, sowohl aktiv als auch passiv
min
  • Sitze unbequem bei langen Reisen
  • Unhandliche Einteilung der Tachoskala
  • Ungewöhnlich langweiliger Innenraum