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Eigentlich paßt es überhaupt nicht zum
Sicherheitsimage von Volvo. Der schon früher getestete V50 hat
77 PS an Bord und das schien bereits viel zu viel für den
rechtschaffenen, frommen Hausvater, der seine Familie mit aller
Sicherheit durch das Land fahren will. Glücklicherweise hat
Volvo das auch gleich eingesehen und sorgte dafür, daß
der Erfolg der Pferdestärken ausschließlich in seiner
Elastizität und seinen großen Kraftreserven zum Ausdruck
kam, wenn diese auch nur beim einen Mal zum Überholen auf der
Landstraße eingesetzt werden. Im weiteren blieb der V50 auch
mit einem 2,4-Liter Motor eine brave Familienkutsche.
Aber was nun, wenn derselbe Wagen von einem anspruchsvollen
Geschäftsmann geleased wird, der das Erlebnis eines schnellen
Autos will, sich aber auch vom Design und vom Sicherheitsimage des
Volvo angezogen fühlt? Für den Gourmet stattet Volvo den
2.4-liter 5-Zylinder mit einem Turbo aus. Dies bringt fast 50 PS
mehr. Dasselbe Auto bietet dann die Leistung eines Rennwagens aber
immer noch das gleiche, gepflegte Äußere.
Turbomotor
Letzteres gilt nicht ganz beim Testwagen. Für dieses
Exemplar sind Sprichwörtlich alle lieferbaren Optionen
bestellt worden, darunter auch das Sportpaket. Es beinhaltet unter
anderem Felgen, mit extra vielen Schraubenlöchern, die sofort
deutlich machen, daß das kein braver Junge mehr ist. Sehr
subtil sind die dicken, doppelten Auspuffrohre, die halb unter der
angepaßten Karosserie versteckt sind; als ob Volvo selbst
gezweifelt hat ob so etwas Auffallendes auch kann. Das Fahrzeug ist
rundum mit Spoilern ausgestattet, inklusive einem dicken Exemplar
auf dem Kofferraumdeckel. Wie wir später dann festgestellt
haben, ist das Ding auch gut als Referenzpunkt beim
Rückwärtseinparken zu verwenden. Selbstverständlich
erfüllt der Spoiler seinen Zweck zur Erzeugung eines maximalen
Anpressdrucks auf die Hinterräder, so daß die
hervorragende Straßenlage auch bei extremen Geschwindigkeiten
garantiert werden kann.
Um extrem hohe Geschwindigkeit geht es, Volvo-Sicherheit oder
nicht, überhaupt bei diesem T5. Oder vielleicht doch nicht?
Ein Auto das im Stande ist, innerhalb von 6 Sekunden von 0 auf 100
km/h zu beschleunigen, behandelt man auf den ersten Kilometern mit
Respekt. Aber, das ist in diesem Fall absolut nicht nötig. Der
T5 fährt genauso leicht und komfortabel wie jeder andere S40.
Jede Form von Aggressivität sucht man vergebens und wer es
nicht besser weiß, hat keine Idee davon, was der Turbomotor
alles leisten kann.
Zuallererst ist der T5 vor allem enorm stark und ruhig. Das
Triebwerk ist selbst so still, daß einige glatt zu schalten
vergessen. Während der ersten Autobahnfahrt wurde der 6.Gang
glatt übersehen, da der Wagen bereits im 5.Gang besonders
ruhig lief. In den 6. Gang geschaltet, fällt die Drehzahl bis
auf Dieselniveau ab. Bei niedrigen 1100 Umdrehungen pro Minute
gleitet der S40 problemlos mit 100 km/h über den Asphalt. Der
Verbrauch liegt dann bei rund 5 Litern pro 100 km. Dieser
schnellste S40 ist auch außergewöhnlich sparsam.
Pferdestärken
Wer das nicht will, kann das Tier auf eine Weise raushängen
lassen, die nicht nur für VOLVO sondern auch für
Geschäftswagen unbekannt ist. Im Gegensatz zu traditionellen
Turbomotoren, baut der Turbo des S40 seine Kraft erst sehr
allmählich auf. Trotz des enormen Geschwindigkeitspotentials,
wird der T5 niemals plötzlich wegschießen, aber rasend
schnell in Bewegung kommen, um zu überholen, ist kein Problem.
Imposanter wird es, wenn der T5 sich beim
"Reißverschluß-Test" beweisen darf. Dabei fährt
man so lange im Schrittempo an der Ausfahrt einer
Autobahntankstelle, bis sich ein leicht erkennbares Fahrzeug auf
der Autobahn in Höhe des Testwagens befindet. Das Ziel ist,
vor dem Auto, das schon mit voller Geschwindigkeit fährt,
einzufädeln. Erster Gang...beschleunigen...zweiter
Gang...mehr Geschwindigkeit machen...einfädeln...sechster
Gang... brav mit der Masse fahren. Schon spektakulär, aber
kein Verstoß gegen die Verkehrsregeln. Der T5 besteht den
Test, der normalerweise nur durch echte Sportwagen bestanden wird,
mit Bravour.
Auch auf der Autobahn ist 130 km/h noch Schrittgeschwindigkeit,
denn der T5 kann noch viel "exotischere" Geschwindigkeiten genauso
leicht auf den Tacho zaubern. Die Verbrauchsanzeige, die vorher so
freundliche Werte zeigte, hat nun etwas weniger prickelnde
Neuigkeiten zu melden. Die Leistungen sind im Augenblick sehr
beeindruckend, das Auto ist dabei niemals unkontrollierbar oder
abschreckend. Trotzdem ist der T5 so schnell, daß nur echte
Sportwagen noch schneller sind.
Jetzt gerade nicht
Und das ist genau der Charme dieses Autos: ein Sportwagen hat
Luxusprobleme (beginnend beim Anschaffungspreis) und für den
S40 T5 ist sein Geschwindigkeitspotential nicht mehr als ein
angenehmes Extra. Es geht auch ohne. Dann ist der S40 so
komfortabel, wie man von einem Geschäftswagen, in der
Preisklasse von 40.000,- Euro (exkl. Optionen), erwarten kann.
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Während der Motor eines Sportwagens jederzeit von sich
hören läßt, ist im S40 höchstens in der Ferne
das charakteristische, sonore Geräusch eines 5-Zylinders
begleitet vom Pfeifen eines Turbos, zu hören. Wenn von ihm
keine Leistungen abverlangt werden, ist der Motor fast nicht zu hören.
Straßenlage
Die Lenkung ist angenehm schwer und überträgt, genauso
wie bei einem Sportwagen, alles direkt, was sich unter den
Vorderrädern abspielt. Wie auch bei den meisten Herstellern,
ist das Topmodell vielleicht das Modell mit dem meisten Luxus, aber
der kleinste Flitzer im Sortiment, bietet den meisten
Fahrspaß. So auch bei Volvo.
Die Straßenlage beim kleinsten Volvo ist großartig,
wobei sich das Fahrzeug auch noch stabil und solide anfühlt,
ohne jemals klobig zu wirken. Wenn der Unterschied auch klein ist,
erzeugt der S40 etwas mehr Fahrspaß als der Baugleiche V50.
Wer sich nicht für die eben erwähnten
"Übertragungsbotschaften der Vorderräder" interessiert,
kann diese ignorieren und genauso leicht mit nur einer Hand am
Steuer lenken.
Innenraum
Im Innenraum kommt ein Luxusproblem des Sportwagens wieder zum
Vorschein, das Volvo besser vernachlässigt hätte. Das
Sitzplatzangebot ist prima, aber der Stauraum minimal. Die
Sportsitze sind aus weichem Leder gemacht, aber nicht so weich, das
die Passagiere sogleich tief einsinken. Eigenartig, daß die
Kopfstützen nicht zu verstellen sind. Volvo hat hierüber
in seiner Weisheit als Sicherheitspionier nachgedacht, aber es
bleibt ungewohnt. Glücklicherweise zeigt sich in der Praxis,
daß fast Passagier sofort angenehm sitzt und ausreichende
Unterstützung von den Kopfstützen erfährt.
Auch auf der Rücksitzbank fühlt man sich wohl, es ist
genügend Platz für zwei Erwachsene vorhanden. Aber der
S40 bietet hier weniger Platz als das durchschnittliche Fahrzeug in
diesem Segment. Auch der Kofferraum bietet weniger Platz als
üblich. Der Stauraum im Innenraum ist schon fast minimal. Das
Handschuhfach ist schon voll durch den DVD-Player, dem
Navigationssystem und dem Bordbuch. Die Türfächer sind
fast schon eine Beleidigung für den Käufer, denn selbst
eine Sonnenbrille paßt da nicht rein.
Dem steht jedoch gegenüber, daß das Armaturenbrett
eine "Perle der Ergonomie" ist. Bis auf die Stellräder neben
den Lüftungsschlitzen ist es nicht mit viel "Schnick Schnack"
überladen. Die Mittelkonsole ist ein zierlich, schlankes
Paneel, das in einer Krümmung vom Armaturenbrett bis zum Boden
verläuft. Hinter diesem Paneel ist ein beleuchtetes Staufach
zu finden, wodurch auch die gesamte Mittelkonsole illuminiert wird
und sprichwörtlich ins Auge springt (und die Sonnenbrille doch
noch ihren Platz findet).
Auf der Mittelkonsole findet man eine Anhäufung von
ziemlich kleinen Knöpfen, für die Bedienung der
Klimaautomatik, des Telefons und des Audiosystems. Vor allem
letzteres sollte hier lobend erwähnt werden, denn dieses
"Premium Sound System" ist von einer außergewöhnlichen
Qualität. Während mancher Autohersteller "Audio" als
Schlußlicht betrachtet und hierbei die Hilfe von
Elektronikspezialisten anfordert, die scheinbar keine Beziehung zur
Musik haben, leistet Volvo hier echte Qualitätsarbeit. Selbst
Hifi Liebhaber werden vom Klang der Anlage überzeugt sein, die
sich mit manch einer Anlage zu Hause messen kann. Also, warum
sollte man so schnell fahren, wenn es viel Angenehmer ist lange im
Auto zu sitzen?
Fazit
Volvo hat die Botschaft ganz und gar verstanden. Es ist die
Generation 30plus, die sich jetzt ein Auto aus dem S40-Segment
leisten kann. Darauf zielt Volvo, mit einem Fahrzeug, daß
sich in vielem von der Masse unterscheidet, ohne unangenehm
aufzufallen. Trotz seines enormen Geschwindigkeitspotentials, sieht
der S40 T5 wie ein durchschnittlicher Geschäftswagen aus.
Dabei ist sein Innenraumdesign mit einer typisch skandinavischen
Frische und Logik versehen. Nur beim Platzangebot verzichtet Volvo
auf einen Bonuspunkt, denn aus diesen äußeren
Abmessungen ließe sich viel mehr Innenraum generieren.
Sicherheit ist und bleibt die Nummer 1 bei Volvo, ohne jedoch auf
Fahrvergnügen oder Motorleistungen verzichten zu müssen.
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