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Im Vergleich zu den Studien, die Suzuki zwischenzeitlich
vorgestellt hatte, ist das endgültige Modell deutlich
zurückhaltender. Die Radkästen fallen nicht mehr so
wuchtig aus und auch die anderen Elemente sind auf
einigermaßen normale Maße gestutzt, sodass von einem
wirklich radikalen Entwurf nicht mehr die Rede sein kann. Aber nach
Spaß und Geschwindigkeit sieht unser rotes Testauto auf jeden
Fall trotzdem aus.
Motoren
Der Maß an Spaß hängt dabei ganz deutlich vom
Motor und von der Ausstattung ab. Den Swift gibt es wahlweise mit
1,3 oder 1,5-Liter Benziner. Der verlässliche und
äußerst sparsame 1-Liter Dreizylinder des alten Modells
gehört damit endgültig der Vergangenheit an. Ab 2007 gibt
es außerdem eine Sportversion, auch ein Cabrio ist für
die Zukunft versprochen. Der 1,3-Liter Diesel ist bisher in
Deutschland allerdings nicht lieferbar.
Heute testen wir den Swift auf einem Ausflug in die Berge der
Cote d'Azur und im hektischen Stadtverkehr von Monaco. Dafür
nehmen wir uns den Vierzylinder-Benziner mit 1,5 Litern vor. Diesen
kleinen Kraftprotz kennen wir schon aus dem Allrad-Ignis 4x4, mit
dem wir vor ein paar Tagen in Genf waren.
Trotzdem müssen wir uns an diesen Motor auf den ersten
Kilometern noch gewöhnen. Alle Pedale sind dermaßen
leichtgängig, dass es schwer ist, das richtige Gefühl
für den Motor zu entwickeln. Dabei ist er so leise, dass wir
nur am Drehzahlmesser erkennen können, ob er überhaupt
läuft. Dadurch legt man leicht mal einen ungeplanten
Schnellstart hin oder würgt ihn ab. Für das Bremspedal
gilt das gleiche, sodass wir erst am Nachmittag beim Bremsentest
auf freier Fläche herausfinden, dass die Bremsen hervorragend arbeiten.
Im Berufsverkehr
An die restliche Bedienung gewöhnen wir uns schnell und
steuern nach ein paar Minuten den Berufsverkehr von Monte Carlo an.
Das heisst vor allem schleichen, scharfe Kurven fahren und nach
allen Seiten gucken, um nicht mit einem der zahllosen Roller
zusammenzustoßen, die von allen Seiten kommen. Genau
dafür ist der Swift gebaut.
Die Sicht ist nach allen Seiten prima, auch wenn das Ende der
Motorhaube vom Fahrersitz (der übrigens ebenso wie das Lenkrad
höhenverstellbar ist) nicht zu sehen ist. Zwischen den vielen
Exoten im Stadtverkehr, der vor den Schaufenstern der Bentley-,
Hummer- und Maybach-Händler entlangschleicht, reiht sich der
Swift gut ein. Seine Reflexionen im Fenster eines Ferrari-Showrooms
passt wunderbar mit den ebenfalls roten Sportwagen hinter der
Scheibe zusammen. Auf dieses Auto kann man stolz sein, und das
zählt in dieser Stadt, wo sich alles ums Image dreht.
Gleich nach der Landesgrenze setzen wir Kurs Richtung Nizza. In
der bergigen Landschaft kann der Swift seinen verspielten Charakter
richtig ausleben. Die Räder sitzen in den äußersten
Ecken, sodass die Straßenlage äußerst stabil ist.
Außerdem steht das kleine Auto auf großen, breiten
Reifen und hat so guten Griff auf der Fahrbahn (und entsprechend
etwas höheren Verbrauch).
Das Lenkrad mit den Bedienknöpfen fürs Radio (ohne
MP3-Wiedergabe) liegt gut in der Hand und auf der kurvigen Strecke,
die sich vor uns ausbreitet, wird das Gaspedal ab und an auch etwas
tiefer durchgetreten. Dabei kommt Leben in den Swift wie in kein
anderes Auto dieser Klasse! Man fühlt sofort, was möglich
ist und was nicht. So etwas geht sonst nur bei echten Sportwagen!
Und möglich ist viel. Das verspricht nicht nur mehr
Fahrspaß als bei anderen Kompakten, sondern vor allem auch
mehr Sicherheit. Ein Auto, das sich nach einem Ausweichmanöver
problemlos wieder fängt, ist immer noch sicherer als hundert
Airbags und Knautschzonen.
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Auch erwachsen
Auch die solide Karosserie gibt einem ein Gefühl von
Sicherheit und Geborgenheit. Ein Sprecher von Suzuki hat uns am
Abend zuvor in allen Details erklärt und vorgerechnet, mit
welchem Materialmix die Steifheit des neuen Swift erreicht wurde.
Aber nicht nur für schöne Vorträge ist die
Steifheit gut, auch beim exakten Lenkverhalten merken wir direkt
etwas davon. Auch sonst wirkt der Swift sehr solide und robust, von
der Verarbeitung im Innenraum bis zum Schaltgefühl. Dieses
verspielte Auto zeigt sich also gleichzeitig auch sehr erwachsen,
was auf längere Sicht mindestens ebenso wichtig ist.
Auf lange Sicht
Erst auf die Dauer merkt man, wie wenig man einige der Extras
der von uns gefahrenen "Comfort+"-Version vermissen
möchte. Außer den üblichen Extras hat diese Version
auch einige Optionen auf Lager, die in dieser Klasse ganz und gar
nicht üblich sind. Dazu gehört das "Keyless
Start"-System, mit dem der Autoschlüssel die Hosentasche
nie mehr zu verlassen braucht. Dabei wird sozusagen der Fahrer als
Antenne verwendet: Bei simpler Berührung des Autos mit der
Hand werden die Türen entriegelt und statt einem
Zündschloss findet man am Lenkrad einen einfachen Drehknopf
zum Anlassen des Autos.
Nach dem Frühsport mit den oberen Zehntausend, dem Spielen
in den Bergen und dem Fototermin in den Touristendörfern
gewöhnt sich das Auto erstaunlich einfach an das normale
Leben. Beim hochtourigen Fahren in den Bergen bekommen wir den
Motor doch noch dazu, mal ein Geräusch von sich zu geben. Es
klingt auffallend sportlich. Zurück auf der Autobahn geht die
niedertourige Rückfahrt schnell und bequem vonstatten. Die
Versuchung ist dennoch groß, hinter der Schranke an der
Mautstation noch einmal wegzusprinten und zu zeigen, wie schnell
die Kurve in der Ausfahrt genommen werden kann. Der Swift ist nach
all den Jahren vielleicht erwachsen geworden, aber die Hörner
abgestoßen hat sich dieser sportliche Suzuki sicher noch nicht.
Fazit
Der neue Suzuki Swift kommt nach langer Abwesenheit zurück
in die Kompaktklasse, in der der Markt im Moment mit
Neuerscheinungen überflutet wird. Aber er ist dort nicht nur
einer von vielen. Die Praxistauglichkeit, der Platz (vor allen
hinten) und das Design des Innenraums sind nur durchschnittlich.
Aber in allen anderen Bereichen schneidet der Swift sehr gut oder
zumindest "anders" ab.
Das schicke, junge, schnelle Aussehen verspricht nicht zuviel,
was die Fahreigenschaften angeht. Die Straßenlage ist
exzellent, der Fahrspaß gewaltig. Der von uns gefahrene
1,5-Liter-Motor bringt hervorragende Leistung (wenn sich die Fahrt
auch schneller anfühlt, als sie in Wirklichkeit ist),
weiß sich aber gleichzeitig auf der Autobahn ruhig und
komfortabel zu benehmen. Angesichts der Technik die drin steckt,
ist der Preis des Swift dabei mehr als gerechtfertigt. Damit
lässt sich nicht nur rocken und spielen!
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