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Genau wie die anderen Raumwunder von Renault, beeindruckt der
Modus sofort durch seinen enormen Innenraum. Wie der Hersteller bei
den bescheidenen Außenmassen dieses MPVs den
großzügigen Innenraum verwirklichen konnte, wird sofort
klar. Das Geheimnis steckt vor allem in der Darstellung. Der
Abstand zwischen Fahrersitz und Windschutzscheibe ist enorm, weil
der Motor zum größten Teil unter dem Armaturenbrett
durchläuft. Dabei ist das Armaturenbrett auch noch relativ
tief platziert, obwohl die Sitze richtig hoch sind. Damit wird der
Abstand automatisch geschaffen.
Die Bein- und Kopffreiheit sind großzügig und die
Sitze sind angenehm groß. Es sind keine kleinen Sitze, auf
die man sich einfach nur drauf setzt, sondern bequeme
Sitzplätze, in denen man drin sitzt. Auch
größere Fahrer fühlen sich wohl, weil der
Rücken gut unterstützt wird. Die Sicherheit ist unter
anderem durch die Kopfstützen garantiert, die so weit
verstellbar sind, das sie notfalls bis zum Dach reichen. In Bezug
auf die hohe Sitz- und Straßenlage ist die Fensterfront auch
tief, was die Glasoberfläche größer macht. Dann
fügt man noch ein Glas-Panoramadach beim Testauto hinzu und
selbst der erfahrenste Testfahrer ist schwer beeindruckt von
Renaults neustem Raumwunder!
Vernunft
Der Platz bleibt nicht nur ein Gefühl, sondern der Modus
bietet auch viele nützliche Ablagen an. Man findet nicht nur
ein Fach über dem Armaturenbrett; die Fächer im
Fußboden oder die Ablage unter dem Beifahrersitz (der Platz
unter dem Fahrersitz kann für einen (optionalen) CD-Wechsler
verwendet werden) sind genauso pfiffig.
Vor allem hinten überzeugt der Modus mit seiner reinen
Vernunft. Der "Trick" einer verschiebbaren Rücksitzbank
auf Schienen wurde vorher schon beim Twingo gezeigt und ist seitdem
von vielen Herstellern kopiert worden. Auch hier setzt Renault die
Rücksitzbank auf Schienen, damit der Benutzer sich entweder
für mehr Beinfreiheit oder einen größeren
Kofferraum entscheiden kann. Aber für den Modus ist dieses
Konzept noch verfeinert worden. In der hintersten Position bietet
die Rücksitzbank zwar viel Beinfreiheit an, aber weil die
Rücksitzbank zwischen den Radkästen positioniert ist,
beschränkt man sich auf zwei (riesige) Sitzplätze. Wenn
die Bank dann nach vorne geschoben wird, wird die Beinfreiheit
kleiner, aber die volle Breite kann dann richtig ausgenutzt werden
und dank eines ingeniösen Systems wird zusätzlich noch
ein dritter Sitzplatz hervorgezaubert.
Der Kofferraum ist in jedem Fall sehr großzügig. Nur
die hohe Ladekante stört etwas, da schwere Teile über
einen hohen Rand gehoben werden müssen. Die Heckklappe kann
(optional) in zwei Teile geöffnet werden. In diesem Fall muss
nicht immer die ganze Heckklappe geöffnet werden, sondern nur
der untere Teil wird geöffnet, um Zugang zum Kofferraum zu
bekommen. Im Gegensatz zu anderen Autos mit gleichem System,
öffnet sich die untere Hälfte der Modus-Klappe nicht
ganz. Die Klappe bleibt in einem bestimmten Winkel offen stehen und
hat dann den Effekt einer Rutsche. In der Praxis empfiehlt sich
auch diese "halbe Lösung", anstatt die ganze Heckklappe
öffnen zu müssen.
Fahreigenschaften
Wie bereits erwähnt ist die Präsentation wichtig und
das merkt man sogar bei den Fahreigenschaften. Bereits in der
ersten Kurve spürt man, dass die Vorderräder sich weit
vor dem Fahrer befinden und man hat den Eindruck, ein großes
Auto zu fahren. Wer es nicht besser weiß, steuert die ersten
Kurven besonders weit, als ob der Modus ein großer
Lieferwagen wäre. Eigentlich ist der Modus richtig wendig und
gut zu überblicken, wodurch sich der Wagen besonders in
schmalen Gassen und in belebtem Verkehr zuhause fühlt.
Aber die Fahreigenschaften sind einige der wenigen, kritischen
Punkte beim Modus. Das hat vor allem mit dem hier gefahrenen
1.6-Liter Benzinmotor zu tun, dem schwersten Triebwerk in der
Preisliste. Dieser 4-Zylinder arbeitet gut, aber es fehlt ihm an
Lebendigkeit.
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Der Modus 1.6 reagiert leider ziemlich gelassen aufs Gaspedal
und das ist besonders in der Stadt sehr unangenehm. Der erste
Eindruck ist der eines Motors, der zwar Hochtourig arbeitet, aber
nur mäßige Leistungen erbringt. Das ist aber eine
Gewöhnungsfrage, denn je mehr Kilometer man mit dem Modus
fährt, desto angenehmer fährt sich der Wagen. Für
ein Auto, das im allgemeinen so außergewöhnlich hoch
punktet, ist es Schade, dass der Motor nur ein "ausreichend"
verdient hat. Außerdem ist der Antrieb unter einer
klitzekleinen Motorhaube versteckt, die die Wartung sowohl für
den Mechaniker als auch den Heimwerker sehr unbequem gestaltet. Die
Flüssigkeiten zu überprüfen oder nachzufüllen
ist absolut kein Problem, aber die Reparaturen könnten
zeitaufwendig werden.
Kurven
Im Bereich Straßenlage zeichnet sich der Modus wieder
glänzend überdurchschnittlich aus. Das Auto lenkt
präzise und gibt doch richtig das lebhafte Gefühl, das
dem Motor fehlt. Außerdem ist die Straßenlage sehr gut
und der Fahrer hat nie das Gefühl mit einem schmalen, hohen
oder instabilen Auto zu fahren.
Und in den Kurven fällt noch etwas auf: der Modus hat keine
mitsteuernde Scheinwerfer, sondern ein einfaches System, das gegen
ein Bruchteil des Preises fast dasselbe erreicht. Anstelle von
beweglichen Scheinwerfer ist der Modus mit zusätzlichen
Lichtunits versehen, die immer "durch die Kurve" scheinen.
Wenn nötig, gehen die Zusatzleuchte schnell an. Um zu
verhindern, dass der restliche Verkehr den Eindruck hat, dass der
Modus-Fahrer kontinuierlich lichtseintjes macht, funktioniert
dieses System nur mit den Geschwindigkeiten unter 40 Km/h. Der
Effekt davon ist an den dunklen Stellen deutlich sichtbar und
trägt wesentlich zur Sicherheit bei. Diese "aktive
Kurvenbeleuchtung" passt ganz zum Konzept des Modus: ohne
weiteres gut, aber immer ein Schritt weiter. Sie haben dort bei
Renault wortwörtlich und bildlich das Licht gesehen!
Fazit
Der Renault Espace war eine Revolution. Der Scénic
wiederholte diesen Erfolg und mit dem Modus legt Renault dort sogar
noch einen Zahn zu. In fast allen Punkten ist der Modus nicht nur
der beste in seiner Klasse, sondern Renault geht immer einen
Schritt weiter mit schlauen Erfindungen.
Die Fahreigenschaften sind gut (obwohl der 1.6-Liter Motor nicht
der feinste aus dem Programm ist), die Straßenlage merklich
besser als durchschnittlich. Das Preis-/Leistungsverhältnis
ist ausgezeichnet, aber selbst dann geht der Modus einen Schritt
weiter mit schlauen Erfindungen, wie sehr bezahlbare aktive
Kurvenbeleuchtung und viel Aufmerksamkeit für die Sicherheit.
Natürlich, vor allem geht es um den Platz und auch da gibt der
Modus der Konkurrenz nachsehen. Der Platz ist nicht nur riesig,
sondern auch nochmal optimal ausgenutzt und flexibel zu teilen. Der
Modus vollendet das Programm des Espace und Scénic in einer
passenden Weise und es ist, mit Recht, ein monumentaler Mini-MPV geworden!
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