|
"Was für ein schönes Auto, den kenne ich gar
nicht", "die perfekte Tropfenform" und "aber der
Vorgänger war schöner". Dies sind drei Reaktionen von
Außenstehenden auf den neuen Ford Focus. Die erste
Äußerung ist einfach zu erklären: die zweite
Generation des Focus wird erst im neuen Jahr beim Händler
erwartet deshalb ist das Fahrzeug noch nicht bei jedem bekannt. Die
perfekte Tropfenform verdankt der neue Focus vor allem seiner sehr
schräg eingesetzten Heckscheibe. Ob der neue Focus weniger
Schön ist als sein Vorgänger, ist eine reine
Geschmackssache. Deutlicher hingegen ist, daß die
Designlinien weniger neu und radikal sind als vorher. Es steht aber
fest, daß der 3-Türer ein Stück attraktiver und
sportlicher aussieht als der 5-Türer.
Wer beim alten Focus Schwierigkeiten mit dem Innendesign hatte,
wird sich diesmal besser fühlen. Auch hier sind Ruhe und
Subtilität jetzt tonangebend. Der wichtigste Blickfänger
im Innenraum ist der(optionale)Radio CD-Wechsler von Sony. Der
Klang der Anlage kommt im neuen Focus viel besser zur Geltung als
im Focus C-MAX und im Vergleich zum alten Focus ist der Fortschritt enorm.
technisches Vorbild
Ford kündigt für den neuen Focus auch eine Reihe von
besonderen Optionen an. So soll durch Spracherkennung die Anzahl
der Schalter drastisch reduziert werden. Dank der
Bluetooth-Technologie gehört eine sichtbar eingebaute
Freisprecheinrichtung der Vergangenheit an. Die Scheinwerfer lenken
in der Kurve mit, so daß der Fahrer auch im dunklen eine
bessere Übersicht über die Kurve hat. Autoschlüssel
werden durch das "Key Free"-System überflüssig.
Letztendlich wird auch ein komplettes Entertainment System
angeboten, bestehend aus einem DVD-Player und zwei LCD Bildschirme
für die Rücksitze. Da der Testwagen weit vor der
Markteinführung getestet wurde, sind diese Optionen zur Zeit
der Drucklegung leider noch nicht verfügbar. Nichtsdestotrotz
ist deutlich, daß Ford den Focus auch auf dem Gebiet von
Technik und Ausstattung auf eine höhere Ebene ziehen will.
Vielleicht ist es nur Zufall, aber der Focus ist schon der
dritte Testwagen hintereinander, der Vorne soviel Beinfreiheit
bietet, daß der (große) Testfahrer nicht mit den
Füßen an die Pedale kommt, wenn der Sitz ganz weit nach
hinten gerückt ist! Also genügend Platz und dank der
phantastischen Einstellmöglichkeiten von Lenkrad und Sitzen
können Fahrer der unterschiedlichsten Statur eine prima
Sitzposition finden. Die Sitze der hier gefahrenen "Ghia
Titanium"- Ausführung sind mit Leder bezogen. Allein schon
die Qualität der Sitze macht jeden Augenblick im Focus zu
einem Vergnügen. Der einzige Nachteil ist, daß die (auch
optionale) Sitzheizung so träge ist, das selbst der
kaltblütigste Fahrer den Sitz schon lange selbst
angewärmt hat, bevor die elektrische Hilfe bemerkt werden kann.
Eisenstark
Auch die Verarbeitung ist auf einem höheren Niveau als
vorher. Die enormen Türen fallen mit einem soliden "Plopp" ins
Schloß. Dabei ist der gesamte Innenraum sehr gut verarbeitet
und erzeugt ein edles Gefühl. Die Zunahme des vorderen
Platzangebotes spiegelt sich auch im Stauraum wieder. Das
Handschuhfach ist tief, die Türfächer enorm und oben auf
dem Armaturenbrett findet man noch zusätzlich ein Staufach.
Die hintere Sitzbank ist recht gut zu erreichen und hier scheint
der Focus mehr Platz zu bieten als der Durchschnitt. Das kommt
dadurch, daß der Passagier tief ins Leder einsinkt und dann
von selbst mit ausgestreckten Beinen sitzt, wodurch die niedrige
Dachlinie kein Problem darstellt. Aus der Rückenlehne der
Vordersitze wurde ein ganzes Stück herausgenommen, was
zusätzliche Beinfreiheit ergibt. Natürlich ist das
Platzangebot hinten nicht so groß wie bei einer großen
Limousine oder einem MPV, aber für einen 3-Türer der
Kompaktklasse, mit einem Coupé Touch, ist das Platzangebot
auf der Rücksitzbank überraschend großzügig.
Schüreisen
Platzangebot und Ergonomie sind prima, aber natürlich geht
es hauptsächlich um die Fahreigenschaften. Damit hat sich
Ford, vor allem mit dem Focus, deutlich von der Konkurrenz
abgehoben. Um gleich mit der Tür in's Haus zu fallen, es
schien zwar kaum möglich zu sein, aber der neue Focus
fährt sich noch besser als sein Vorgänger.
|
Das Verhalten auf einer schlechten Fahrbahndecke, das
"Gleiten" über die Autobahn und das Kurvenverhalten
wurden allesamt auf ein noch höheres Niveau gebracht. Damit
erhält der Focus nicht nur den ersten Platz für die
besten Fahreigenschaften in seiner Klasse, sondern der Abstand zu
seiner Konkurrenz wurde noch weiter ausgebaut. Jede Fahrt mit dem
Focus macht richtig Spaß!
Außer viel Fahrvergnügen bedeuten gute
Fahreigenschaften auch ein hohes Sicherheitsniveau. Airbags und
Knautschzone sind nur das letze Hilfsmittel, aber ein Auto wie der
Focus kann auch bei hohen Geschwindigkeiten sicher ausweichen, so
daß diese Sicherheitsstandards nicht zum Einsatz kommen
müssen. Das war schon immer das wichtigste Argument, um sich
für den Focus zu entscheiden und das ist es noch stets.
Ab der Markteinführung kann der Focus mit einem 1.6 und
2-liter Dieselmotor bestellt werden. Die Benzinvarianten werden bei
1.4, 1.6 en 2-liter liegen. Der Testwagen ist mit dem 2-liter
Triebwerk ausgestattet und das ist die Krönung der
Fahreigenschaften. Dank seiner großen Leistung von fast 150
PS arbeitet der 2-liter Focus prima. So lange der Motor auf Touren
gehalten wird, ist der Focus 2.0 schnell und lebendig. Das Getriebe
läßt sich leicht und treffsicher schalten. Die Bremsen
haben genügend Power, um die Nasen der Insassen bei einer
Vollbremsung gegen die Windschutzscheibe zu drücken. Aber
diese flotteste Version lädt nicht wirklich zum Fahren am
Limit ein.
Der 2-liter Motor wurde vor allem dafür geschaffen, um die
Leistung in aller Ruhe und sehr leicht auf die Straße zu
bringen. Dieser 4-Zyinder Duratec Ti-VCT (Twin
Independent Variable Camshaft Timing)
(doppelte Nockenwelle mit variablem und unabhängigem Timing)
bietet vor allem viel Elastizität und gibt dem Fahrer das
Gefühl, ein hervorragendes Auto zu fahren. Ford verspricht,
daß diese Technik eine Kraftstoffersparnis von bis zu 5%
liefert, aber trotzdem ist der Verbrauch relativ hoch. Die
Herstellerangaben von 7 Liter auf 100 km ist nur sehr schwer zu
erreichen. Wer einen sogenannten "sportlichen" Fahrstil hat,
sollte besser mit einem tatsächlichen Verbrauch von 10 Litern rechnen!
Fazit
Ford hat's schon wieder geschafft. Der erste Focus hatte die
beste Straßenlage der kompakten Mittelklasse und die neue
Generation hat diese Position nur noch nachhaltig verstärkt.
Nicht nur beim verbesserten Fahrspaß, sondern auch in der
aktiven Sicherheit.
Das Design des neuen Focus ist etwas zurückhaltend, aber
dem steht ein großes Platzangebot Vorne und Hinten
gegenüber. Außerdem ist der 3-Türer eine Freude
für das Auge, der schon fast als Coupé durchgehen könnte.
Der 2-liter Benzinmotor arbeitet prima und auch noch mit einer
enormen Ruhe, was dem Auto ein erhabenes Auftreten verleiht. Die
Suche nach Nachteilen ist eine Frage von streichen oder, um im
Thema zu bleiben, Haarspalterei zu betreiben. Das resultiert dann
in einer trägen Sitzheizung, einem Regensensor, der seine
Arbeit nicht versteht und einem Verbrauch der etwas über dem
Durchschnitt liegt. Trifft für den Focus der Spruch "Das ist
Jacke wie Hose..." im unteren Teil der Mittelklasse zu? Nein, der
neue Ford Focus sticht wie ein Leuchtturm aus der trägen Masse heraus.
|