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Haben die Designer der ersten Generation der A-Klasse damals
schon geahnt, wie groß ihr Einfluß auf den Automarkt
sein wird? Mittlerweile ist es schon beinahe etwas besonderes, wenn
ein neues Auto nicht höher, kompakter aber zugleich
geräumiger, als früher ist. Stufenhecks werden
höher, Geländewagen geräumiger, Stadtautos pfiffiger
und das ganze nur aus einem Grund, weil sie etwas von einem MPV in
sich haben. Das "Geheimnis" liegt darin, daß die Sitze
in einem höheren Wagen aufrechter und dadurch auch dichter
aufeinander aufgestellt werden können. Mercedes verwirklichte
dieses Konzept durch den Motor so zu konstruieren, daß dieser
trotz der "kurzen Nase" kein Sicherheitsrisiko mit sich bringt.
Dank dem "Sandwich"-Konzept dringt der Motor bei einem
Zusammenstoß nicht in den Innenraum ein, sondern taucht unter
das Auto weg.
Das Konzept der neuen A-Klasse bleibt immer noch gleich. Aber
ihr Design ist profilierter und moderner geworden, wodurch die
vorherige Generation plötzlich ein wenig veraltet erscheint.
Vor allem der 3-Türer sieht besonders attraktiv aus, aber
dieser war bei Drucklegung dieses Artikels leider noch nicht
verfügbar und aus diesem Grund wurde hier der weniger
attraktive 5-Türer getestet. Die Verarbeitung mit verchromten
Akzenten, an genau den richtigen Stellen, ist schick, wodurch der
"A" seinen Stern auf der Nase zweifellos verdient hat.
Mercedes-Feeling
Auch der Innenraum ist deutlich der eines "Vollblut Mercedes"
und deshalb ist der Name "BabyBenz" schnell vergessen. Nach
wirklichen Ausreißern kann man lange suchen, denn
Verarbeitung und Ergonomie sind voll in Ordnung! Der einzige Punkt,
der so schnell wie möglich verbessert werden muß, ist
das Autoradio. Der Empfang ist prima, die Bedienung mit der
Lenkrad-Schaltung einfach. Der Klang ist jedoch der schlechteste,
den die Redaktion in den letzten Jahren gehört hat. Der Ton
ist dumpf, schwülstig und ermüdend. Letztendlich
könnten die Vordersitze etwas mehr Unterstützung im
unteren Rücken bieten. Die Rückseite der Vordersitze ist
mit hartem Plastik bekleidet, was sehr unangenehm für die Knie
der hinteren Passagiere ist.
Mit seinen besonderen Riefen an der Seite verdient die A-Klasse
nur Lob. Wieder zeigt der schicke Materialmix, der hier gefahrenen
"Avantgarde"- Ausführung, seinen einzigartigen Stil.
Jeder Fahrer fühlt sich sofort zu Hause. Außerdem geben
einige Details (die erst mit der Zeit auffallen) dem Fahrer dieses
besondere "Feeling", das zum Mercedes-Fahren gehört. Denk
dabei an automatische Helligkeitsregulierung der
Armaturenbeleuchtung (unabhängig von den Scheinwerfern!),
Regensensor, Bedienung des Radios / Boardcomputers / Telefons
über das Lenkrad, "follow me home"-Beleuchtung und
einen elektronischen Schlüssel, anstelle eines traditionellen Metallexemplars.
Schließlich fällt auf, daß die Klimaanlage
nicht wie sonst mit einem normalen Schalter eingeschaltet wird,
sondern nur über einen "Aus"-Knopf ausgeschaltet werden
kann. Das "Warum" hiervon wird sehr schnell deutlich, weil ohne
Klimaanlage beschlagen die Scheiben sehr schnell. Abhängig von
der gewählten Ausführung, kann die Rücksitzbank in
Teilen hochgeklappt oder ganz herausgenommen werden. Das "Easy
Vario"-System erhöht den Kofferraumboden, wodurch dieser
bei hochgeklappter Rücksitzbank ganz flach wird.
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Fahren
Der Fahrersitz ist etwas gewöhnungsbedürftig, denn die
neue A-Klasse ist mehr dann je in die Höhe gebaut. Trotz der
sehr guten Einstellmöglichkeiten der Sitze und des Lenkrads,
sind die ersten Kilometer doch etwas ungewohnt. Eine längere
Testfahrt wird aus diesem Grund empfohlen, um ein gutes Gefühl
für den "A" zu bekommen. Danach scheint es, als ob der
Fahrer nie anders gefahren wäre und schnell wird klar, was der
stärkste Punkt der neuen A-Klasse ist: ihre Fahreigenschaften.
Der (Diesel)Motor ist kaum hörbar. Die einzigen
Fahrgeräusche kommen von den Reifen und vom restlichen
Verkehr. Außerdem überzeugt der hier gefahrene 2-liter
Diesel sehr. Das Triebwerk ist nicht nur ruhig und schnell, sondern
auch noch besonders sparsam. Einmal auf Geschwindigkeit, kann der
6. Gang eingelegt werden (seine Sprintstärke ist dann sehr
gering), wonach mit großer Leichtigkeit beträchtliche
Abstände überbrückt werden können.
Es ist jedoch in der Stadt, in der die A-Klasse weniger in ihrem
Element ist. Der Schuldige ist in diesem Fall der Dieselmotor, der
besonders beim Gas wegnehmen etwas abfällt. Auch aus diesem
Grund erfolgt der Gangwechsel vom ersten in den zweiten Gang
manchmal etwas rauh und der Fahrer muß sich gut dabei konzentrieren.
Selbstverständlich ist sein Handling auf schmalen
Straßen viel besser als das von großen Autos. Sein
Problem mit der Straßenlage ("Elchtest") liegt jetzt in
weiter Vergangenheit und wurde damals auch adäquat gelöst
("ESP"). Dennoch merkt man, daß die neue A-Klasse unter allen
Umständen wahrnehmbar "ruhiger" auf der Straße liegt.
Nicht nur seine Geradeauslauffähigkeit wurde verbessert,
sondern auch in Kurven bleibt das Auto noch stabiler und
kontrollierbar. Das liegt unter anderem an der größeren
Spurbreite und dem längeren Radabstand. Am Ende einer jeden
Testfahrt beweist der "A", worin dieses Modell besser als alle
anderen Mercedes ist: einparken. Das Auto ist kompakt,
übersichtlich und sehr manövrierfähig und
begnügt sich mit einem sehr kleinen Parkplatz.
Fazit
Mercedes-Benz hat mit der zweiten Generation der A-Klasse das
Konzept nicht neu erfunden, aber verfeinert. Sein Aussehen ist
profilierter, die Verarbeitung sauberer, die Ausstattung kompletter
und seine Straßenlage verbessert. Das Resultat ist, daß
der Unterschied zu den anderen Mercedes Modellen kleiner geworden
ist. Auch für die A-Klasse (Diesel) ist 120 km/h auf der
Autobahn nur Schrittgeschwindigkeit. Aus diesem Grund kann man in
der A-Klasse mit großer Leichtigkeit lange Reisen
unternehmen. Auch die A-Klasse gibt seinen Insassen das besondere "Mercedes-Feeling".
Hinzu kommt, daß die A-Klasse dank ihrer kompakten
Abmessungen handlicher, sparsamer und selbstverständlich
preiswerter ist als die anderen Mercedes Modelle. Damit nimmt die
A-Klasse immer noch eine sehr eigene Position, innerhalb des
Marktes "der kompakten hohen Autos", ein. Der Test der vorherigen
A-Klasse endete mit der Äußerung "A steht für
Außergewöhnlich". Das trifft auf diese zweite
Generation mehr zu denn je.
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