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Selbst der größte Erwachsene fühlt sich
plötzlich sehr klein beim einsteigen in den neuen A6. Das
Platzangebot Vorne ist überwältigend. Der elektrisch
einstellbare, beheizte und mit Leder bezogene Sitz muß ein
ganzes Stück nach vorne, um die Pedale und das Lenkrad
erreichen zu können! Leider hat die elektrische
Sitzverstellung keine Memory Funktion. Das Lenkrad wird per Hand
eingestellt, die Pedale sind nicht zu verstellen. Einmal richtig
plaziert fällt auf, daß der A6 trotz seiner
großzügigen Kopffreiheit doch eine niedriges Auto ist,
das kommt dem sportiven Feeling dann wieder zu gute.
Bescheiden
Das Platzangebot hinten ist so vielfältig, das der Besitzer
einer Mittelklasse sich darin beinahe verloren fühlt. Trotzdem
bieten andere Limousinen in diesem Segment etwas mehr Platz. Die
Rücksitze sind perfekt mit einer durchgezogenen
Air-Conditioning und einer multifunktionalen Mittelarmlehne
Ausgestattet. Hinter der Rückenlehne findet man einen
Kofferraum, der so tief ist, daß erneut das Risiko besteht,
sich im eigenen Auto zu verlaufen. Trotz seiner Länge von
beinahe fünf Meter, unterscheidet sich der Audi durch ein
elegantes und maßvolles Design. Wer eine große,
luxuriöse Reiselimousine haben möchte, ohne besonders auf
zu fallen, ist mit dem neuen A6 gut beraten. Vor allem die kleinen
Scheinwerfer und die Rückleuchten strahlen eine sichere
Bescheidenheit aus.
Auch beim Fahren kehrt die Bescheidenheit wieder zurück.
Der A6 fühlt sich nicht größer an als z.B. ein VW
Passat. Schmale Sträßchen sind kein Problem und auch
einparken ist kein unlösbares Problem. Darum erzeugt das
Fahrzeug beim Testfahrer auch sofort Vertrauen und man kann sich
gleich ins Verkehrsgetümmel stürzen. Jedoch sind die
ersten Kilometer nicht die sichersten, denn der ungeduldige
Testfahrer hat sich vorher nicht die Zeit genommen, um alle
Schalter zu erkunden, sondern entscheidet sich dafür, das erst
beim Fahren herauszufinden.
Optionsliste
Der Testwagen ist mit so vielen Optionen ausgestattet, das ein
anderer sich für den Aufpreis eine schöne Mittelklasse
anschaffen könnte. Die Anzahl an Schaltern ist
überwältigend! Der A6 ist standard Ausgestattet mit einem
"Multi Media Interface" (MMI), ein schöner Name
für einen umfassenden Bordcomputer. Über ein Farbdisplay,
das etwas zum Fahrer ausgerichtet ist (endlich!), werden die
meisten Funktionen bedient. Dabei fallen die prächtige Grafik
und die animierten Menüs besonders auf.
Hervorstechend sind die Funktionen, um das Verhalten des
Fahrzeugs auf die Wünsche des Fahrers abzustimmen. Dies
bezieht sich auf die Beleuchtung, Schließmechanismus,
Meldungen des Bordcomputers und das Telefon. Sehr besonders ist,
daß das Instruktionsbuch auf DVD mitgeliefert wird und
über den Bildschirm abgerufen werden kann. Das Radio
speichert, auch wenn das Fahrzeug abgestellt ist, alle
Verkehrsinformationen digital. Vor Antritt der nächsten Fahrt,
kann vorher die Verkehrslage abgehört werden und eine Route
ohne böse Überraschungen gewählt werden. Einzigartig
ist das Audiosystem. Während Bose normalerweise ein Garant
für Kopfschmerzen, dröhnend tief und kreischend hoch ist,
klingt das Bose-System im neuen Audi A6 gar nicht schlecht. Erste Sahne!
Diesel
Mit dem sogenannten "Multifunktions"-Lenkrad können
das Audiosystem, das Telefon und die Gangschaltung bedient werden,
während die Hände am Lenkrad bleiben. Der hier gefahrene
3-liter Dieselmotor wird Standard mit einer 6-Stufen Automatik
ausgeliefert, die sich auch sequentiell schalten läßt.
Das kann man mit dem Schalthebel der Automatik oder aber mit
Schaltgriffen hinter dem Lenkrad tun. Diese sind so montiert, das
sie mit dem Lenkrad mitdrehen, so daß es tatsächlich
möglich ist, höhere Kurvengeschwindigkeiten zu erzielen.
Außerdem sind die Übersetzungen des Getriebes so
gewählt, daß der Motor ganz nach Wunsch ruhig und stark
oder lebendig und bissig ist.
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Denn der 3-liter 6-zylinder Turbodiesel hat einiges zu bieten.
Vor allem ein Ampelsprint erzeugt fast schon Szenen wie in einem
Comic. Dieser Diesel kommt so schnell von der Stelle, daß der
A6 schon über die Kreuzung drüber ist, wenn die anderen
noch an der Ampel stehen. Dabei spendiert das Triebwerk den
Passagieren eine mächtige Klangkulisse. Außerhalb des
Fahrzeugs klingt der Motor zwar nicht wie ein Benziner, aber auf
keinen Fall wie ein nagelnder Diesel. Im Inneren des Wagens
läßt der Motor nur ein sonores, tiefes Grollen
hören, so wie sich das für eine teure Reiselimousine auch
gehört. Wenn der Diesel richtig "brüllen" darf,
dann sind die Zwischensprints sehr beeindruckend und sein
Geschwindigkeitspotential ist so groß, daß es kaum
innerhalb der gesetzlichen Grenzen ausgelebt werden kann.
Quattro
Darum ist es auch viel interessanter, das dieser schnellste A6
Diesel standard mit einem Quattro-Allradantrieb geliefert wird.
Während ein modernes Auto mit Vorder- oder Hinterradantrieb
die Räder vorbildlich auf dem Boden hält und der Spur
immer gleichmäßig folgt, geht der Allradantrieb doch
noch einen Schritt weiter. Der A6 windet sich nicht und verzieht
sich nicht, aber folgt jeder Kurve, als ob er auf Schienen
stände. Wahrscheinlich ist die Belastungsgrenze des Fahrers
eher erreicht als die der Bodenhaftung. Einmal über die Grenze
hinaus, wird der A6 leichtfüßig, um letztendlich
vorhersehbar und korrigierbar in der äußeren Seite der
Kurve zu gleiten.
Der Allradantrieb hat aber auch einen Nachteil. Durch die
zusätzliche Mechanik gleitet der A6 mit weniger Raffinesse und
Verfeinerung über die Straße. Dabei ist der A6 weniger
still, als ein vergleichbares Fahrzeug, wenn man auch in diesem
Segment ein geschultes Ohr braucht, um überhaupt etwas von den
Fahrgeräuschen wahrzunehmen.
Die versprochene Sportivität kehrt in den Lenkeigenschaften
des A6 wider. Der A6 fühlt sich leichter, geschmeidiger und
wendiger an, als manch anderes großes Fahrzeug. Das kommt vor
allem dann zum Vorschein, wenn dem Wagen wirklich Leistung
abverlangt wird. Wenn er ruhig und statisch gefahren wird, sowie
sich das für eine solche Limousine gehört, dann ist der
A6 nicht interessanter als der Durchschnitt. Gerade dann, wenn das
Gaspedal so richtig runter gedrückt wird und die
(ausgezeichneten) Bremsen in schnellen Kurven unberührt
bleiben, erwacht der A6 zum Leben. Dann ist der A6 eine
luxuriöse Reiselimousine, die der Besitzer bevorzugt selber
fährt und sich nur in Ausnahmefällen mal fahren läßt.
Fazit
Was ist der Mehrwert, oder das "Auditiv" des neuen A6?
Auf den ersten Blick ist das schwer zu sagen. Der Wagen bietet
weniger Komfort als ein Jaguar S-TYPE oder ein Chrysler 300C. Als
Reiselimousine steht der A6 in Konkurrenz zum 5er BMW, hierbei
muß der Audi auch auf dem Gebiet der innovativen Technik
seinen Meister im BMW erkennen. So gesehen ist der A6
höchstens eine Zwischenlösung für denjenigen, der
eine Reiselimousine sucht, aber gediegenem Design den Vorzug gibt.
Aber dann, ist der A6 eine äußerst teure Alternative.
Den Mehrwert des neuen Audi A6 findet man in seinem
zwiespältigem Charakter. Wer ruhig fährt, bekommt mit dem
A6 eine luxuriöse Limousine, die mit jeglichem Komfort enorme
Abstände zurücklegen kann. Sobald das enorme Potential
des 3-liter 6-zylinder Diesel angesprochen wird, ist der A6 sofort
ein rasend schneller Tausendsassa. Dabei kommt dann die aufmerksame
Lenkung und eine Straßenlage/Sicherheit zum Vorschein, die
dank des Allradantriebes beinahe unübertroffen ist.
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