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...dieser Autotest beginnt mit einem Märchen. Es waren
einmal zwei Schlammfische, die wollten Drachen werden. Gott sagte:
"ihr könntet im Himmel als Drachen leben, wenn ihr euch ein
Jahr gut benehmt ". Ein Jahr später, der erste Fisch hat
sich vorbildlich verhalten. Er durfte im Himmel als Drache leben.
Der zweite Fisch hat sich nicht so gut benommen und musste auf der
Erde bleiben. Dann antwortete der erste Fisch, dass er seinen
Partner nicht im Stich lassen würde und deswegen lieber auf
der Erde bliebe. Gott war so davon beeindruckt, dass er beide
hinterher zum Himmel zugelassen hat. "Ssang Yong" bedeutet
wortwörtlich "zwei Drachen". Sowohl das gleichnamige
koreanische Dorf als auch der Auto-Hersteller verdanken ihren Namen
dieser Geschichte.
Luxusfisch
Der neue Ssang Yong "Rexton" hat auch zwei Charakter: der eines
echten Abenteurers und Schlammbeißers und der eines echten
Genießers von Luxus und Komfort. Die Geschichte über den
Rexton beginnt mit dem "Luxusfisch". Der Rexton wird jedenfalls den
größten Teil der Kilometer auf der befestigten
Straße ablegen.
Wer Platz auf dem hohen Befehlstand hinter dem Lenkrad nimmt,
merkt, wie groß der Rexton ist. Der Platz um den Fahrer ist
enorm, der Abstand zur Heckscheibe ausreichend, um spontan
Platzangst zu bekommen. Deswegen bietet der Rexton dank einer
(optionalen) zweiten Rücksitzbank Platz für sieben
Personen. Um zu dieser zusätzlichen Rücksitzbank zu
gelangen ist zwar etwas unbequem, aber der Platz dahinten ist
besser, als in vielen 7-Personen Familienwagen. Vorne fällt
auf, dass sowohl die Kopfstützen als auch die
höhenverstellbaren Sicherheitsgurte nicht optimal an die
großen europäischen Fahrer angepasst sind. Da der Rexton
das Topmodell von Ssang Yong ist, fehlt es den Insassenen (fast) an
nichts. Nur wer nach einem Tempomat und einem Bordcomputer sucht
"guckt in die Röhre". Die Klimaanlage ist leider nicht
links/rechts getrennt regelbar.
Strassenlage
Auf der befestigten Straße fällt auf, dass der Rexton
weich gefedert ist. Deswegen hat jede Kursänderung einen
deutlichen Einfluss auf die "Kutsche", was automatisch einen
ruhigeren Fahrstil erzwingt. Die Straßenlage ist nicht mit
der eines durchschnittlichen PKWs vergleichbar, aber im Vergleich
zu ähnlichen Geländewagen bekommt der Rexton ein
"ausreichend". Durch die Länge und die weiche Federung ist
"Aufpassen auf Bodenschwellen" angesagt, die doch einen heftigeren
Einfluss ergeben können, als erwartet. Auch bei einer
Notbremsung oder einem Ausweichmanöver geht der Rexton
"deutlich durch die Federn", was korrigieren schwieriger macht.
Seit 2004 sind(optional) ESP und ABS bereit, um solche Situationen
zu verhindern oder dem Fahrer zu helfen. Außerdem hat der
Fahrer, dank einer angenehmen Lenkung und einer perfekten
Sitzposition, eine gute Kontrolle über die gesamten 2.023 kg
des Ssang Yong. Letztendlich lässt sich das Auto vorzugsweise
als luxuriöse Limousine fahren, was ihm auch angesichts des
Innenraums gut steht.
Die wichtigste Neuigkeit des neuen Rexton, ist ein durch Ssang
Yong selbst entwickelter 2,7-Liter 5-Zylinder Common Rail
Dieselmotor. Während die vorherigen Modelle auf (veraltete)
Mercedes-Motoren zurückgriffen, ist dieses neue Triebwerk ein
durch Ssang Yong selber weiterentwickelter Mercedes-Motor. Nur beim
Einspritzsystem und der Automatik waren noch andere Hersteller
beteiligt. Beim erwähnten Limousinen-Fahrstil ist der Rexton
so leise, dass man kaum hörbar unterscheiden kann, ob es ein
Diesel - oder ein Benziner ist. Besser noch: der Motor ist sowieso
kaum zu hören! Nur wenn man kräftig Gas gibt, klingt der
charakteristische Dieselton durch. Auf der Autobahn bleibt die
Drehzahl niedrig und lange Strecken werden mit Leichtigkeit
überbrückt. Die Leistung ist ausreichend, aber der Rexton
ist sicherlich kein Sportwagen. Dem steht aber gegenüber, dass
jeder Rexton einen Anhänger mit bis zu 3.5t ziehen kann.
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Schlammfisch
In den Händen des abenteuerlichen Schlammfisches aus dem
Märchen, zeigt der Rexton plötzlich einen ganz anderen
Charakter. Der Rexton macht sich lustig über manche SUV, die
nur robust aussehen; dieses Mammut ist wirklich für einen
ernsten off-road Einsatz bestimmt. Der Fahrer kann selbst zwischen
2-Rad- oder Allradantrieb wählen und kann -bereits fahrend-
bis zu einer Geschwindigkeit von maximal 70 Km/h jederzeit
wechseln. Für sehr schweres Terrain ist eine niedrigere
Übersetzung vorhanden, obwohl der Effekt davon nicht so extrem
ist, wie bei manchen anderen Geländewagen. Es gibt kein
Sperrdifferential, was in einigen Fällen nützlich sein könnte.
Der Motor, der auf der Autobahn "nicht sportlich" war, zeigt im
Gelände seine wahre Natur. Jetzt sind die
Getriebeübersetzungen und der Motorcharakter perfekt
aufeinander abgestimmt. Der Fahrer fühlt sehr leicht, wo die
Grenze zwischen Schleudern und Bodenhaftung liegt, etwas, was sehr
wichtig beim off-road Fahren ist. Das gibt dem Rexton direkt einen
wertvollen Vorsprung und kann den Unterschied zwischen Fahren oder
Ausgraben bedeuten.
Sogar auf den Standardreifen merkt man sofort, dass der Rexton
sich im Gelände zuhause, wie ein Fisch "im Schlamm",
fühlt. Der Test beginnt – wie immer – im einfachen
Gelände. Der Waldpfad wird jedoch schnell gegen eine
brachliegende Baugrube ausgetauscht, der Sandweg schließlich
gegen eine komplette Kiesgrube. Der Rexton punktet immer
ausgezeichnet! Sowie ein Sportwagen beim schnellen Fahren mehr
Zufriedenheit erzeugt, so macht der Rexton immer mehr Spaß,
je schwieriger das Gelände wird.
Fazit
Zurück zum Märchen. Die Autogötter sollten den
Rexton für sein Verhalten auf der Autobahn und in der Stadt
bewerten. Da punktet das Auto vor allem im Bereich Komfort. Der
Rexton ist sehr geräumig, hat eine umfangreiche
Standardausstattung und der neue Dieselmotor ist angenehm leise.
Dieses Ergebnis wird aber leider nicht mit einer Einzelfahrkarte
zum himmlischen Paradies belohnt.
Als "Schlammbeißer" punktet der Rexton wirklich
bemerkenswert hoch. Dank einer gut aufeinander abgestimmten
Übersetzung zwischen Fahrgestell und Motor leistet der Rexton
ausgezeichnete Dienste im Gelände. Das geht sogar so weit,
dass das Auto immer mehr Spaß macht, je größer die
Herausforderungen werden.
Es ist letztendlich das Verhältnis zwischen den zwei
Charakteren, die den Rexton einzigartig machen. Wenn die
Eigenschaften auf befestigtem und unbefestigtem Boden
zusammenkommen, wird der Autogott die Kombination fast so hoch
bewerten, dass sie endlich beide ein Drache werden dürfen. Auf
diese Weise verdient der Rexton, wörtlich und bildlich den
Namen "Ssang Yong". Und er ist noch lange und glücklich
gefahren... (Ivo Kroone)
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