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Sie werden immer noch verkauft: die robusten
7-Personen-Familienbusse, wo sich alles um den Platz dreht und der
Fahrer fast vergessen wird. Im neuen Corolla Verso ist es anders.
Bereits beim ersten Einstieg erzeugt das Auto nicht nur ein
großes Raumgefühl. Es ist auch klar, dass man beim
Design viel an den Fahrer gedacht hat. Die Sitzposition und die
Art, wie sowohl das Lenkrad als auch der Schaltknüppel
automatisch in die Hand fallen, machen direkt einen guten Eindruck.
Design
Toyota hat nicht nur viel an die Ergonomie, sondern auch
mindestens soviel an das Design gedacht. Besser noch, das
Armaturenbrett ist noch schöner als das eines
gewöhnlichen Corolla! Die Optitron-Instrumente bestehen
aus den roten Zeigern, die hinter den grauweißen
Ziffernblättern zu schweben scheinen. Die Mittelkonsole ist im
Aluminium ausgeführt. Das Display der Klimaanlage ist in einem
schönen, halbtransparenten Aqua -Grün Panel
ausgeführt. Das Armaturenbrett ist schwarz, mit der genau
richtigen Variationenanzahl dank der Verwendung von
unterschiedlichen Materialien. Diverse verchromte Akzente
schließen das Ganze ab. Das Endresultat sieht so gut aus,
dass man beim Corolla Verso den Eindruck hat, er sei eher ein PKW
als ein Familienwagen. Dennoch hat man die praktische Seite nicht
vergessen und der Innenraum wurde mit Unmengen von Fächern und
Ablagen ausgerüstet.
Die hier gefahrene "Sol"-Ausführung ist die
luxuriöseste Variante. Das bedeutet, dass außer der
erwähnten Klimaanlage auch ein Scheibenwischer mit dem
Regensensor, ein automatisch verdunkelnder Innenspiegel und ein
Tempomat zur Standardausstattung gehören. Außerdem
bietet das Testauto auch eine Anzahl Möglichkeiten, die man
sogar in teureren Autos noch nicht findet.
Die erste davon ist eine Heckkamera. Über das Bild der
Kamera werden Hilfslinien projiziert, die das Parken vereinfachen
sollten. Einen Schritt weiter geht der Cornering Assist
Monitor. Das sind zwei Kameras, mit denen man um einen Winkel
von 25 Grad vor dem Auto blicken kann. Dadurch sieht der Fahrer
Straßen auf dem Bildschirm im Armaturenbrett, noch bevor die
Nase des Autos tatsächlich in der Straßenkreuzung ist.
Leider projiziert dieses System keine Hilfslinien über das
Bild, so dass man es nicht gebrauchen kann, um die Breite in den
schmalen Straßen, voll geparkten Autos, zu bestimmen.
Entertainment
Natürlich in einem MPV geht es nicht nur um den Fahrer; die
Passagiere sind mindestens genau so wichtig. Hier verwöhnt
Toyota den Testfahrer mit einer schönen Option. In den
Kopfstützen der beiden Vordersitze befinden sich die
Bildschirme, auf dem die Passagiere hinten einen Film sehen
können. Der dazu gehörende DVD-Spieler befindet sich
unter dem Beifahrersitz. Die Benutzerfreundlichkeit dieses
fahrenden Kinos läßt zwar noch etwas zu wünschen
übrig, aber einmal mit dem System anvertraut, läßt
die Qualität das nicht mehr zu. Die Bildqualität ist sehr
gut (auch tagsüber), der Ton des Funkkopfhörers noch besser.
In einer Ablage zwischen den Vordersitzen befinden sich die
Anschlüsse, um z. B. neben dem DVD-Spieler auch einen
Spielcomputer anschließen zu können. Außerdem,
wenn gewünscht, kann jeder Bildschirm an eine andere Quelle
angeschlossen werden (z.B. links einen Film sehen, rechts ein Spiel
spielen). Auch das Audiosystem vorne ist ordentlich ausgestattet.
Dank der Lautsprecheraufstellung in den äußersten
Winkeln, ist das Stereobild bemerkenswert gut. Im Namen des Fahrers
und der Passagiere: ein Kompliment für die
Unterhaltungsabteilung von Toyota!
Easy Flat 7
Ein fahrendes Kino ist optional, der Platz ist
selbstverständlich standard. Wie bei fast jedem MPV ist die
Windschutzscheibe weit nach vorne platziert und das Armaturenbrett
teils über dem Motor hin eingebaut. Der Platz vorne ist
deswegen mit dem der meisten anderen Autos in diesem Segment vergleichbar.
Der Zugang zur Rücksitzbank erfolgt durch eine auffallend
große Tür. Das ist notwendig, weil sich eine zweite
Sitzbank hinter der Rücksitzbank, abhängig von der
gewählten Ausführung, befindet. Die erste
Rücksitzbank besteht aus drei Teilen. Bei jedem Teil
können der Sitz und die Rückenlehne separat verstellt werden.
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In der 7-Personen-Ausführung können mit einer
einfachen Aktion noch zwei zusätzliche Sitze aus dem
Fußboden des Kofferraumes gezaubert werden. Nachdem man die
Sitzfläche der ersten Rücksitzbank etwas nach vorne
verschoben hat, ist die Beinfreiheit ganz hinten ziemlich gut. Da
die Sitzfläche der zweiten Rücksitzbank kaum höher
als der Fußboden ist, müssen sowohl Kinder als auch
Erwachsene hier immer mit den hochgezogenen Beinen sitzen. Die
vollwertigen Kopfstützen und nicht kneifende Dreipunktgurte
(der Komfort hinten wird doch noch vergessen!) tragen
tatsächlich zur Sicherheit bei.
Hinter der zweiten Rücksitzbank bleibt genau genügend
Platz für eine Einkaufstasche. Beim Gebrauch von nur einer
Rücksitzbank ist der Kofferraum jedoch richtig groß. Es
kann doch noch geräumiger werden, dank dem "Easy Flat
7"-System. Mit fünf einfachen Bewegungen können beide
Rücksitze hochgeklappt werden und es entsteht völlig
flacher Boden. Das System deutet sich automatisch und bereits im
ersten Versuch wurde der Corolla Verso innerhalb von einer Minute
von einem 7-Sitzer in einen kleinen Lastwagen umgewandelt. Alle
Sitze bleiben im Auto. Ein- und Ausbauen oder Herumspielen mit den
Griffen unter den Sitzen ist wirklich überflüssig.
Fahreigenschaften
Mit so vielen Unterschieden kommt die Frage, warum dieser
Newcomer noch Corolla heißt. Das hat natürlich
mit dem Marketing zu tun. Aber eine Ähnlichkeit ist auch in
den Fahreigenschaften zu finden. Der Corolla Verso ist genau so
leicht zu handhaben, wie die kompakte Variante. Toyota hat viel
Aufmerksamkeit dem Fahrgestell geschenkt. Deswegen wurden viele von
den bekannten Nachteilen eines großen, hohen Autos entfernt.
Neben der fortschrittlichen Technik, ist das Fahrverhalten ein
zweiter Punkt, in dem der Corolla Verso deutlich weiter geht. Der
Verso fährt wie ein kompaktes Auto und hat eine gutmütige
Straßenlage. Nur bei scharfem Bremsen merkt man schnell, dass
der Corolla Verso ein großes und schweres Auto ist. Dann ist
die Reaktion etwas stärker als bei einem gewöhnlichen Hatchback.
Das Testauto ist mit einem 1.8-Liter Benzinmotor ausgestattet.
Dieser wird, ganz übereinstimmend mit dem fortschrittlichen
Konzept, mit einem Knopf anstatt mit einem Zündschlüssel
gestartet. Danach erwachen die 130 PS zum Leben und dadurch
erreicht der Corolla Verso die genügenden Leistungen. Die
Sprintkapazität ist gering (besonders über 100 Km/h),
aber das Triebwerk zeichnet sich durch die Elastizität aus.
Sowohl in der Stadt als auch auf der Nebenstraße kann er
schaltfaul gefahren werden. Das Auto fühlt sich am meisten auf
der Autobahn zu Hause. Dort sind die Motorgeräusche gering und
es werden mit großer Leichtigkeit große Strecken
abgelegt. Bei voller Beladung oder im bergigen Gebiet ist der
Dieselmotor eine bessere Wahl. Die Testfahrt lief nach Sevilla,
eine schöne Stadt, voll Boulevards, ansehnliche Gebäude
und eindrucksvolle Paläste. Vielleicht eine Idee für den
nächsten Urlaub? Die ganze Familie kann mit!
Fazit
Der Toyota Corolla Verso fährt wie ein gewöhnlicher
Corolla. Dabei soll der Newcomer, entsprechend den Erwartungen,
genau so zuverlässig und problemlos wie jeder andere Corolla
sein. Aber der Verso geht weiter als der gewöhnliche Corolla
und die meisten MPV-Art-Genossen. Es fängt mit einer
fortschrittlichen Technik und einer großzügigen
Ausstattung an. Auch im Designbereich macht der Corolla Verso mit
dem Innenraum und dem Äußeren einen großen Schritt
nach vorne. Im Vergleich mit der Konkurrenz ist der Corolla Verso
nicht nur geräumig, sondern auch man kann den zur
Verfügung gestellten Platz flexibler gebrauchen. Man hat dabei
den Fahrer nicht vergessen, weil die Fahreigenschaften an die eines
gewöhnlichen Autos mehr als je zuvor nähern. Die
Testfahrt nach Sevilla ging deswegen auch etwas weiter und das hat
gut gefallen!
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