|
Der 307 "SW" ist ein schwerer Kombi, mit der Ausnahme, dass er
laut Peugeot-Terminologie eigentlich kein Kombi ist. Der "SW" ist
bei Peugeot ein Auto mit der Geräumigkeit eines Kombis und dem
Luxus und der Ausstrahlung eines Familienwagens. Der Umfang des
Autos und das Gefühl beim Einsteigen lassen eher an einen MPV
denken. Beim schon von Natur aus großzügig bemessenen
307, hat man beim SW, sicher auch dank seines Glaspanoramadachs,
ein enormes Raumgefühl.
MPV-Gefühl
Dieses MPV-Gefühl wird beim Blick auf das Heck noch
verstärkt. Der Kofferraum und die Rücksitzbank lassen
sich auf unterschiedliche Weise einteilen. Die "Rücksitzbank"
besteht standard aus drei losen Sitzen, die unabhängig
voneinander verstellt werden können. Um den maximalen Laderaum
zu erreichen, können die Sitze hochgeklappt werden, um jedoch
einen flachen Ladeboden zu erreichen, müssen die Sitze ganz
herausgenommen werden (unterwegs sehr lästig, ohne Stauraum
für die herausgenommenen Sitze!).
Dank der zusätzlichen Verankerungspunkte im Kofferraum,
kann eine zusätzliche Sitzreihe (optional) platziert werden.
Dann bietet der 307 SW Platz für sieben Personen, von denen
die zwei auf den hintersten Sitzen jedoch besonders klein sein
müssen. Nach Wunsch kann man mit nur einer Rücksitzbank
und einem kleinen Kofferraum fahren, wobei die Passagiere
außergewöhnlich komfortabel sitzen. Die Rücklehnen
der Vordersitze sind, nach bester MPV-Tradition, mit Klapptischen versehen.
Luxus
Auf dem Vordersitz hat man im SW ein MPV-Gefühl, durch eine
große Anzahl von Staufächern und Ablagen. Auch unter den
Vordersitzen findet man Stauraum in Form von Schubfächern.
Doch gerade die Sitze sind einer der wenigen Nachteile dieses 307
SW. Von allen drei Testfahrern hatte ich ständig ein Problem
mit dem Sitz. Die Rücklehne hat oben eine Verdickung, die sich
genau am falschen Punkt gegen die Schulterblätter drückt.
Das Verstellen des Sitzes, aufrecht oder den Sitz unten gerade bot
dafür auch keine Lösung. Die anderen Testfahrer haben
jedoch sehr gut gesessen und konnten dank des verstellbaren
Lenkrades und des höhenverstellbaren Sitzes eine sehr gute
Sitzposition finden.
|
Die hier gefahrene "Pack"-Ausführung ist auf Luxus
getrimmt. Das Lenkrad ist mit Leder gepolstert und liegt angenehm
in der Hand. Die Ausstattung ist ohne weiteres als komplett zu
bezeichnen, mit unter anderem: Scheinwerfer mit Lichtsensor,
Scheibenwischer mit Regensensor, Tempomat, Parksensor,
Bordcomputer, Audiosystem und Klimaautomatik.
Schade, dass wie bei fast jedem französischen Auto, auf der
Tachoskala keine gesonderten Markierungen bei 100 und 120 km/h zu
finden sind. Der Fahrer muss diese Geschwindigkeiten schätzen!
Für den Hersteller ist es doch ein Klaks, einfach nur den
Skalen-Aufdruck anzupassen! Das Testauto hatte noch einen anderen
Schönheitsfehler, diesmal in Form von Feuchtigkeit hinter
einem Scheinwerfer und zwei Blinkern.
Fahreigenschaften
Das Testauto ist mit einem 2-Liter Benzinmotor ausgestattet.
Dieser ist ein alter Bekannter, der in fast jedem Peugeot-Modell
lieferbar ist. Im 307 SW ist das Triebwerk leise und wie
gewöhnlich mehr auf Komfort als auf Leistung ausgerichtet. Der
SW arbeitet mit diesem Motor überdurchschnittlich gut, aber
dazu muss der Motor bis in hohe Drehzahlbereiche gejagt werden. Vor
allem bei niedrigen Umdrehungen ist nur wenig Leistung verfügbar.
Bremsen und Lenkung sind sehr gut. Da der 307 SW ein schweres
Auto ist, ist die Straßenlage von Natur aus ruhig. Dank des
flachen Hecks ist der Wagen übersichtlich und einfach zu
parken. Eine Fahrt mit dem 307 ist jedoch keine besondere
Erfahrung. Kein einziger SW-Fahrer wird bewusst einen Umweg machen,
um die Fahrt nochmal genießen zu können. Das kann sich
ändern, wenn der SW in das richtige Licht gesetzt wird. Sowohl
das Platzangebot als auch die vielen Einsatzmöglichkeiten
machen aus dem 307 SW eine ernste Alternative zu einem MPV. Der 307
SW hat jedoch keinen hohen Schwerpunkt (nur eine mäßige
Straßenlage, weniger sicher), einen schlechten Cw-Wert (hoher
Verbrauch, weniger Leistung) und den Umfang eines MPV
(lästiges parken, weniger elegant vorankommen). Aus dieser
Sicht ist eine(Probe)Fahrt mit einem 307 SW plötzlich doch
noch eine sehr angenehme Erfahrung!
Fazit
Die Kombination aus dem hohen Aufbau eines 307 mit der
Geräumigkeit eines Kombis bietet ein attraktives Konzept. Der
307 SW bietet fast alle Vorteile eines MPV, aber keinen seiner
Nachteile. Deswegen ist es auch logisch, dass der SW die meist
verkaufte 307 Variante ist, denn man fühlt sich besser in
einem SW! (Ivo Kroone)
|