Familiengefühl
Der Golf V hat zwar ein neues Design, ist aber sofort als Golf
zu erkennen. Das Auto ist von allen Seiten etwas größer
geworden, was vor allem dem Kofferraum zu Gute gekommen ist. Die
großen Vordersitze können so weit verstellt werden,
daß sogar ein fast 2 Meter großer Fahrer noch eine
bequeme Sitzposition finden kann. Das Lenkrad ist sowohl
Höhen- als auch Neigungverstellbar. Die Rücksitzbank
läßt sich zwar einfach zusammenklappen, aber es entsteht
dann ein leider nicht flacher Fußbodenraum mit hoher
Ladekante.
Charakteristisch für Volkswagen ist die makellose
Verarbeitung, die das Gefühl gibt, dieses Auto wird auch die
nächsten hundert Jahre einwandfrei funktionieren. Ob das so in
der Wirklichkeit sein wird, zeigt die Zukunft. Auf www.autozine.de
kann man leider viele negative Berichte über Volkswagen lesen
- mehr sogar, als über anderen Automarken.
Für diesen Test wurde die Basisaustattung gewählt.
Dies kann man merken, vor allem an der Ausstrahlung. Der ganze
Innenraum ist im dezenten Schwarz gehalten, angereichert mit
trübem Grau. Das Design ist ohne jegliche Form von
Kreativität oder Erneuerungsdrang ausgeführt. Die
Armaturenbeleuchtung, in der Kombination Blau-Rot ist geblieben und
bleibt immer noch eine Augenweide.
Ausstattung
Doch setzt gerade dieser Basis-Golf einen Schlußstrich
unter die Vorstellung, daß ein Basismodell bei VW eine
kärgliche Ausstattung bietet. Der "Trendline" ist Standard
ausgestattet mit unter anderen elektrisch verstellbaren und
beheizten Außenspiegeln, vorne und hinten elektrisch
bedienbare Seitenfenster (mit "one touch" Funktion),
Scheibenwischer mit regulierbarem Intervallabstand, Tempomat und
einem Bordcomputer. Der Letztere verwendet hauptsächlich
Symbole und Abkürzungen, Warnungen sind in der deutschen
Sprache (Englischsprachig nur auf Anfrage).
Der Golf ist in der Serienausstattung nicht mit Radio
ausgestattet, so daß der Käufer selber die Freiheit hat,
eine Ideale Musikausstattung zu wählen. Die Designer haben gut
über die Einbauplätze der Lautsprecher nachgedacht, denn
selbst schon mit den billigsten Komponenten ist schon ein prima
Klang zu erzielen.
Bei der Ausstattung findet man auch eine Anzahl von mehr oder
weniger neuen Dingen, die vorher beim Golf nicht vorhanden waren.
Ein kurzes Antippen des Blinkers reicht schon aus, um dreimal zu
blinken. Die (optionale) "Thermatic"-Klimaanlage ist (regulierbar)
durchgezogen bis zum Handschuhfach und zu den Becherhaltern in der
Mittelkonsole. Das System hat nur einen "Aus"-Schalter. Mit anderen
Worten: Die Klimaanlage ist immer an und wird mit einem Knopfdruck
erst ausgeschaltet.
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Alter Bekannter
Die Schaltwege sind besonders kurz, zugleich auch leicht und
treffsicher. Dabei ist das Spiel im Schalthebel so gering und die
Gänge liegen so dicht nebeneinander, daß einige
Sportwagen hier sogar unpräziser schalten. Dem Kupplungspedal
fehlt etwas Gefühl, aber der hier gefahrene Diesel ist so
stark, daß es kaum möglich ist, den Motor
abzuwürgen.
Der Testwagen ist nämlich mit einem "alten Bekannten"
ausgestattet: Der 1.9 Liter Turbodiesel, den VW in allen Produkten
anbietet; vom einfachsten Skoda bis zum größten Audi.
Die letzte Golf Generation kennt auch die letzte Generation
Dieselmotor. Volkswagen bleibt bei der "Pumpe-Düse-Technik",
während viele andere Hersteller inzwischen auf die "common
rail"-Technologie setzen.
Ohne näher auf die technischen Details einzugehen ist klar,
warum Volkswagen diese Wahl trifft.
Der einzige Nachteil der Volkswagen - Technik ist, ein etwas
weniger stiller Motor, der besonders bei niedriger Geschwindigkeit
diesen typisch lauten Dieselton hören läßt. Im
Vergleich dazu verbraucht dieser Dieselmotor aber deutlich weniger
Kraftstoff, um überdurchschnittlich gute Leistungen zu
bringen. Bei fast jeder Tourenzahl ist viel Power vorhanden, die
das angenehme Gefühl gibt, mit einem (sehr)schnellen Auto
unterwegs zu sein.
Die Motorverbesserungen betrifft nur Details. Obwohl der Golf
noch immer kein prickelndes Auto ist, ist seine Straßenlage
deutlich verbessert worden. Besonders bei schnellen Kurvenfahrten
verständigt sich das Auto besser mit dem Fahrer. Das kommt
sowohl der Sicherheit als auch dem Fahrvergnügen zu Gute. An
die Bremsen muß man sich erst gewöhnen, weil die
kleinste Berührung des Mittelpedals eine enorme
Verzögerung garantiert.
Fazit
In einer guten Familie gibt es eine feste Beziehung
untereinander und man weiß viel von einander. Volkswagen
weiß ganz genau, was sich der Kunde wünscht. Der
Volkswagen-Käufer ist nicht auf atemberaubende Erneuerungen
eingestellt, sondern auf Funktionalität, Solidität und Sicherheit.
Der Golf V spielt mit seinem neuen, aber noch erkennbaren
Äußeren und einem Innenraum, der (besonders Hinten)
geräumiger ist denn je. Die Motoren sind verfeinert und die
Straßenlage verbessert worden. Die Basisausstattung selbst
ist kompletter denn je. Solch ein Newcomer ist nicht nur
willkommen, er rückt auch die ganze Familie in ein besseres Licht!
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