18 November 2003
 

Mazda 3 (2003 - 2006)

Welcher der drei?

Autotest | Mazda hat ein neues Design und eine neue Typenbezeichnungen eingeführt. Nachdem der 626 durch den Mazda6 und der Demio durch den Mazda2 ersetzt worden ist, war jetzt der 323 dran. Der Nachfolger heißt, nicht ganz unerwartet, "Mazda3". Mazda positioniert das Auto in der absoluten Mittelklasse und hat deshalb von fast jeder anderen Marke Konkurrenz zu befürchten. Zum Glück hat der Newcomer eine Menge starker Punkte, um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden. Es sind...drei.
 
Mazda 3 (2003 - 2006)

Punkt 1: Das Exterieur

Der Mazda3 ist bis jetzt in zwei Ausführungen lieferbar: Stufenheck und Sport. Der Letztere ist eine alternative Bezeichnung für "Hatchback". Der beim Test gefahrene "Sport" gibt auf den ersten Blick keinen Grund zur Aufregung. Obwohl deutlich sichtbar ist, daß sich die Designer mit dem Linienspiel viel Mühe gegeben haben, strahlt das Auto nur wenig Charakter aus. Während die letzten japanischen Autos mehr an Persönlichkeit denn je überhaupt gewonnen haben, sucht man beim Testauto leider vergebens. Dies hat aber nur bei der (Basis) Ausführung des Testautos bestand. Nach der Testfahrt zeigt Mazda eine luxuriöse 2-Liter Variante und die hat dank anderer Stoßstangen, Kühlergrill, Spoiler und Rückleuchten das notwendige Flair und die Ausstrahlung, um auch die eingefleischtesten Fans der europäischen Marken auf ihre Seite zu ziehen.

Ungeachtet der Ausführung, ist der Innenraum von jedem Mazda3 ein Grund, um die Augen gut offenzuhalten. Das Innenraum-Design ist eine Mischung vom Innenraum des Mazda2 und des Mazda6. Das Armaturenbrett ist zwar schwarz, aber dank weißem Aufdruck und roter Akzente auch schön und übersichtlich. Auf dem Lederlenkrad ist ein verchromtes Mazda-Logo geprägt und das Lenkrad liegt prima in der Hand. Außerdem findet man auch am Lenkrad die Bedienung des Audiosystems. Die hier gefahrene "Touring" Version ist ein Basismodell, hat aber dennoch bereits elektrische Fensterheber vorne und hinten, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, Klimaanlage und das erwähnte Audiosystem (das übrigens als Standard nur ein Radio enthält). Im Bereich der passiven Sicherheit ist das Testauto mit sechs Airbags und ABS versehen.

Punkt 2: Der Motor

Sobald der Schlüssel umgedreht wird, erscheint die Begrüßung "Hello!" im zentral plazierten Display. Dann erwacht der 1.6-Liter Benzinmotor zum Leben. Auch dieser ist einer der Basismotoren, weil der Mazda3 auch mit einem 2-Liter Benzinmotor oder zwei Dieselmotoren lieferbar ist. Der Motor ist still und hat einen lebhaften Charakter. Das Auto reagiert direkt auf das Gaspedal und erreicht zudem noch sehr gute Leistungen. In der Stadt und auf der Landstraße ist der Mazda3 1.6 ein flottes Auto. Auf der Autobahn ist bei Geschwindigkeiten über 120 km/h, während eines Zwischensprints, doch ein wenig Geduld nötig.

Die Motorgeräusche sind immer gering, aber das gilt leider für die anderen Fahrgeräusche nicht. Die Rollgeräusche der Reifen sind deutlich hörbar. Auch ein mäßiger Wind sorgt bereits - abhängig von der Windrichtung zum Auto - für erhebliche Nebengeräusche.

Während des Tests fällt auf, daß die Tankanzeige in der ersten Stunde entschlossen auf "Maximum" stehen bleibt. Nach einem ganzen Tag fahren und fotografieren, ist das Niveau nur um ein Viertel gesunken. Das kommt nicht dadurch, daß das Auto relativ sparsam ist. Das Fassungsvermögen des Tanks beträgt 55 Liter und das ist besonders großzügig bemessen für ein Auto dieser Klasse. Wer nicht gerne an der Zapfsäule steht, ist bei dem Mazda3 genau richtig.

Punkt 3: Das Fahrvergnügen

Im Vergleich zum Mazda 323, bietet der Newcomer offenbar mehr Fahrvergnügen. Das Fahrgestell ist etwas straffer und vor allem kommunikativer. Der Komfort des 323 wurde um ein lebhaftes Fahrverhalten ergänzt, wodurch der Fahrer genau weiß, was das Auto kann und was nicht. Und was der Mazda3 kann, stellt sich schon schnell heraus. Die Straßenlage ist überdurchschnittlich gut und der Mazda3 läßt sich mit hohen Geschwindigkeiten durch die Kurven steuern. Je härter, desto angenehmer und besser scheint das Auto zu reagieren.

Da eine gute Straßenlage nicht nur angenehm ist, sondern auch sehr sicher, stellt sich am Ende der Testperiode heraus: Ein englisches Auto steht auf dem Seitenstreifen und gibt Zeichen, sich mit geringer Geschwindigkeit einfädeln zu wollen. Der Testfahrer fährt inzwischen eine Spur nach links, um Probleme zu verhindern. Der Tourist fährt jedoch im Schrittempo auf die linke Spur, wodurch der Testfahrer mit hoher Geschwindigkeit ein ungeplantes Ausweichmanöver machen muß (den berühmten Elchtest). Der Mazda3 hat absolut kein Problem mit dem plötzlichen Manöver und beweist, daß bei Mazda Fahrvergnügen auch gleichzeitig Sicherheit bedeutet.

Mazda 3 (2003 - 2006)

Fazit

Der Mazda3 hat drei Punkte, mit denen der sich deutlich von der Konkurrenz unterscheiden kann. Der erste ist sein sportlicher Unterton, der viel Fahrvergnügen und aktive Sicherheit anbietet. Dazu kommt ein flotter und lebhafter 1.6-Liter Benzinmotor. Dank eines großzügig bemessenen Kraftstofftanks kommt das Auto auch noch überdurchschnittlich weit ohne Tankstops. Der dritte unterscheidende Punkt ist sein schöner Innenraum, der überdurchschnittlich viel Platz vorne und hinten bietet. Es bleibt nun die Frage: Welcher der 3 soll es sein? Der Exklusive, Aktive oder Touring?

plus
  • Klasse 1.6 Liter Motor
  • Schöner und geräumiger Innenraum
  • Ausgezeichnete Straßenlage / viel Fahrvergnügen
min
  • Unauffälliges Design
  • Empfindlich gegen Seitenwind