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"The Works" ist ein englischer Ausdruck für die
ausführlichste Behandlung. Meistens wird es beim
Verwöhnen in einem Schönheitssalon benutzt, aber man kann
es auch beim Verwöhnen für ein Auto gebrauchen. Die
"Arbeit" wird durch einen Autohändler durchgeführt, im
Namen von Mike Cooper, den Sohn von John Cooper, der einst die
erste Mini-Generation in den 60ern tunete.
Die Prozedur beinhaltet das Anpassen der Zylinderköpfe, des
Kompressors und des Auspuffes. Das Letztere ist eines der wenigen
äußeren Kennzeichen eines Mini Works, weil das Auto
jetzt mit doppeltem Auspuff ausgestattet ist. Natürlich wird
auch das Motor-Management angepaßt, um die extra Power
völlig auszunutzen. Letztendlich bekommen die nicht üblen
163 PS des Cooper S fast 40 PS extra drauf, mit denen die
Zaubergrenze von 200 PS überschritten wird. Jedes
"Works"-Set ist numeriert. Bei unserem Mini kann man unter
der Motorhaube sehen, daß dieses Tuningset die Nummer S1021 hat.
Nach der Behandlung durch die Familie Cooper, ist jetzt der
volle Name des Autos "Mini Cooper S Works"; ein Name, der
den wahren Charakter sofort verrät. Schon ab den ersten
Kilometern hängt das Auto direkt in einer seltsamen Weise vom
Gas ab. Die Kupplung greift robust, das Getriebe läßt
sich zwar etwas schwer schalten, aber man kann es flüssig und
sicher bedienen. Wenn das Gaspedal durchgetreten wird, verhält
sich das Auto plötzlich mit Klang und Gefühl, so
daß man merkt, unter der Motorhaube steckt viel mehr Power
als man eigentlich braucht.
Dieses Auto hat Charakter, das bedeutet, es kann immer
schneller. Der eine Fahrer würde es als "nervös"
bezeichnen, der Tester sagt lieber: Bereitwillig und viel
versprechend. Leider fehlen sowohl Kühlwasser- als auch
Öltemperaturanzeige, so daß man nur auf Gefühl
fahren kann, wenn diese Versprechungen gehalten werden können.
Trotz seines sehr feurigen Charakters, kann man den Cooper S auch
ohne Probleme langsamer fahren, so daß die unerfahrenen
Fahrer mit unerwarteten Temperamentsausbrüchen nicht
überfallen werden.
Temperamentsausbrüche
Um die volle Power ausnutzen, muß man sehr entschlossen
auf's Gaspedal treten, bis die fast 7.000 Touren pro Minute
erreicht werden. Dann werden alle 200 PS frei gelassen und der Mini
geht auf eine Weise ab, die seinesgleichen sucht. Gas geben bei
hoher oder niedriger Geschwindigkeit ist kein Problem, die
Beschleunigung ist, "schlicht" gesagt, sensationell. Der Klang des
Motors ist eine Erfahrung in sich, weil er kein tief
brüllender Kraftprotz ist, sondern mehr eine "schnurrende
Nähmaschine". Dies ist ein pures Spaßauto, das manche
Sportwagen sprichwörtlich und bildlich hinter sich
läßt. Die Temperamentsausbrüche sind so
überwältigend, daß wenn man ihm das
Äußerste abverlangt, die (abschaltbare)
Traktionskontrolle im 1. und 2. Gang fast fortwährend aktiv
ist. Der Mini Works ist nicht nur schnell, sondern er kann auch den
schnellsten Autos des Mutterkonzernes BMW das Leben schwer machen,
was während des Tests mit viel Freude und Vergnügen auch
mehrmals realisiert wurde!
Mit einem schnellen, sprich blitzschnellen, Motor ist die
Erfahrung jedoch noch nicht vollständig. Glücklicherweise
ist der Ursprungs-Mini sehr leicht zu lenken und reagiert auf jedes
Kommando lebendig und direkt. Genauso wie seine illustren
Vorgänger, klebt auch dieser neue Mini richtig auf dem
Asphalt, wodurch der Cooper S auch in dieser Hinsicht 'ne ganze
Menge Fahrvergnügen liefert. Auch dieser extreme Mini hat
Vorderradantrieb, was bedeutet, daß Rasse-Sportwagen im
Kurvenverhalten doch einen Schritt weiter gehen. Das Fahrgestell,
die Lenkung und die Bodenhaftung haben absolut kein Problem bei
hohen Geschwindigkeiten mit der erhöhten Leistung. Deswegen,
technisch gesehen, sind noch größere Leistungen
möglich, obwohl das gebotene Geschwindigkeitspotential nichts
zu wünschen übrig läßt.
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Reisewagen
Wo der Mini noch etwas zu wünschen übrig
läßt, sind seine Sitze. Sie sind bequemen und angenehm
auf der Langstrecke, aber es sind keine puren Schalensitze, wie bei
der Konkurrenz und was bei einem Auto dieses Potentials schon fast
selbstverständlich ist. Das gleiche Gefühl geben die
Bremsen. Auch diese erzielen nur ein "voll ausreichend" - um zu dem
extremen Charakter zu passen, hätten die Bremsen noch
schneller und bissiger reagieren müssen, damit das Erlebnis
noch intensiver ist.
Wenn der Fahrer endlich ausgespielt hat, gezwungen oder nicht
durch den restlichen Verkehr, kann man den 6 Gang einlegen. Dann
sinkt die Drehzahl wesentlich und der Mini Works ist auch ein sehr
guter Reisewagen. Der Geräuschpegel ist etwas höher als
durchschnittlich, aber die Straßenlage ruhig und dank der
großen Powerreserve kann man mit großer Leichtigkeit
auch Langstrecken durchfahren. Genauso wie jeder andere Mini, wird
auch dieser Cooper S von quengeligen Nebengeräuschen vom
Klimasystem, Servolenkung und Kraftstoffpumpe geplagt.
Immerhin hat das Testauto noch eine angenehme Überraschung
in petto. Der Hersteller hat dieses Exemplar bei der Gelegenheit
mit allen lieferbaren Extras ausgestattet. Dadurch hat man das
vollkommene Gefühl ,mit einem luxuriösen Reisewagen zu
fahren. Das Testauto ist mit Xenon-Scheinwerfern mit Lichtsensor,
Ledersitze inkl. Sitzheizung, Tempomat und Navigationssystem
ausgestattet. Genau wie jeder Mini, ist auch dieses Exemplar mit
einem Audiosystem versehen, wobei der Hifi-Fachmann, Harman Kardon,
um Hilfe gebeten wurde. Der Radio/CD-Spieler hat einen warmen und
starken Klang. Es ist alles andere als Hifi, klingt eher wie eine
swingende Holz-Jukebox, die das Vergnügen aber noch mehr steigert.
Fazit
Mehr Mini, geht nicht. Der Ausgangspunkt für das Testauto
ist der "Cooper S", der schnellste Standard- Mini im Moment. Dieses
Auto ist bei der Gelegenheit mit allen lieferbaren Extras
ausgestattet worden und kann dadurch mit manchen, luxuriösen
Dienstwagen konkurrieren. Da man sich auch 'was für's Auge
wünscht, ist das Testauto außerdem mit dem "The
Italian Job"-Paket ausgestattet, wodurch das Auto dem Mini
gleicht, der eine Hauptrolle im gleichnamigen Film spielt, wie ein
Ei dem anderen
Die wichtigste Zutat ist das Tuningset von Mike Cooper, das
für einen neuen oder vorhandenen Mini Cooper oder Mini Cooper
S zur Verfügung gestellt werden kann. Im Falle eines Cooper S
wird die Gesamtleistung auf 200 PS erhöht, das Verändert
das Auto in eine Rennmaschine, die seines gleichen sucht. Die
Leistungen sind einfach sensationell. Selbstverständlich kann
man auch ruhiger fahren, aber im Alltagsleben ist der getunete Mini
ein weniger Vergebungsfreudiger Sportwagen als ähnliche
kompakte schnelle Autos. Das ist für den einen Fahrer eher
ermüdend, für einen anderen ist es die Garantie für
maximalen Fahrspaß, bis auf den letzten Meter. (Ivo Kroone).
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