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Nach dem Facelifting hat der Ignis ein schärferes Gesicht
bekommen und nimmt damit Abschied von dem etwas sensibel
aussehendem Vorgänger. Die Verwirrung ist deswegen so
groß, weil der Ignis Sport dem Vorgänger wie ein Ei dem
anderen gleicht. Der Grund dafür ist, dass die sportliche
Variante in einer anderen Fabrik als die "gewöhnliche"
Ausführung gebaut wird. Aus diesem Grund hat der Ignis Sport
keine Scheinwerfer mit scharfen Formen, keinen Kühlergrill mit
einem großen Logo darauf und keine Breitstrahler in der
Stoßstange. Aber der Ignis Sport bietet dafür andere
"high lights". Es fängt an mit weißen Felgen, breiten
Radkasten, kräftigem Dachspoiler und Recaro-Sportsitzen mit
auffallend gelber Gaze in den Kopfstützen. Das Testauto ist
außerdem mit dem gleichen Aufkleberpaket wie das Ignis Super
1600 Rallye-Auto ausgestattet. Es ist der sportliche neue Ignis.
Innenraum
Die Route beginnt mit einer Fahrt nach Monaco, wo sich die
Rallye-Fahrer von San Remo präsentieren sollten. Die
Foto-Ausrüstung passt problemlos in den Kofferraum. Dieser ist
einfach zu erreichen und bietet durchschnittlichen Platz für
ein Auto von diesem Umfang. Jedoch fällt auf, dass der
praktische "Doppelboden" mit zusätzlichen Ablagen aus dem
früher gefahrenen Ignis in diesem sportlichen Exemplar fehlt.
Die Anzahl von Fächern, Ablagen und Becherhalter ist
ausreichend, so dass das Auto schnell für die Reise
"eingerichtet" ist. Nur das Handschuhfach ist so klein, dass es nur
mit dem Anleitungsbuch schon fast voll ist.
Diverse Teile des Armaturenbretts sind Hinweis auf den
sportlichen Charakter, ausgeführt in einem Karbonfiber-Muster.
Der Tacho und der Drehzahlmesser sind mit weißen
Zifferblättern ausgestattet, wobei die Skala des Tachos die
optimistischen 240 Km/h erreicht. Das Lenkrad und der
Schaltknüppel sind mit Leder bezogen und liegen angenehm in
der Hand. Die so auffallenden Sportsitze sind nicht nur schön,
sondern auch nach einer langen Fahrt noch immer bequem. Die
Klimaanlage ist standard.
Langstrecke
Auf der Autobahn funktioniert der Ignis Sport lobenswert. Das
Nebengeräuschniveau ist niedrig und deswegen auch auf der
Langstrecke nicht ermüdend. Bei Geschwindigkeiten über
130 Km/h klingt der Motor besonders sportlich und das erzeugt beim
Fahrer das Gefühl, einen echten Sportwagen zu fahren. Der Ton
bleibt dabei so bescheiden, dass er nie störend wird. Einmal
im Gebirge angekommen, scheint der Ignis zuerst kein "Kletterer" zu
sein. Auf einem ziemlich großen Hügel ist die
Höchstgeschwindigkeit im 5.Gang (mit angeschalteter
Klimaanlage) knappe 100 Km/h.
Der Ignis Sport erzielt wirklich solide Leistungen, aber auf
ganz ungewöhnliche Weise. Der Konstrukteur hat sich deutlich
für den Charakter eines handlichen Stadtautos entschieden.
Auch der Ignis Sport muss gutmütig sein und einen ruhigen
Fahrstil mit niedrigem Kraftstoffverbrauch belohnen. Deswegen ist
sportliche Kraft nur dann vorhanden, wenn der Fahrer
ausdrücklich danach verlangt.
Monte Carlo
Sobald der Motor mehr als 4.000 U/min erreichen darf, ist es,
als ob ein fast im Schlaf eingesunkener Athlet plötzlich
mitten im Wettkampf erwacht und er es mit einer Aufholjagd gut
machen will. Dann ist der Ignis Sport kein braves Stadtauto mehr,
sondern ein gieriger Tourenmacher, der nichts anderes als spielen will.
Obwohl die Lenkung nicht besonders präzise oder direkt ist,
ist die Reaktion auf jede Radbewegung immer vorhersehbar und
vertrauenerweckend. Im Vergleich mit dem standard Ignis, ist das
Fahrgestell dieser Sportausführung um 2 cm verringert worden
und das merkt man ganz deutlich in den Kurven. Die perfekt
ausgeglichene Reaktion auf Lenken, Bremsen und Schalten trägt
merklich zum Fahrvergnügen bei. Außerdem ist eine solch
gute Kommunikation in der täglichen Praxis des Pendelverkehrs
ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit, weil der Fahrer genau
weiß, wo die Grenze liegt.
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Überraschung!
Das Reiseziel ist natürlich, bei der San Remo Rallye dabei
zu sein, wobei der Ignis Super 1600 in der Junior WRC-Klasse
teilnimmt. Aber bevor es so weit ist, hat Suzuki noch eine
besondere Überraschung in petto. Dafür muss man zuerst
nach Italien. Die angegebene Ausfahrt ist so unbedeutend klein,
dass man sie kaum von der Autobahn sehen kann. Zunächst
führt der Weg an kleinen Dörfern entlang zum Gipfel des
Berges. Je länger die Fahrt, desto schmaler die Straßen.
Auch die Hügel werden immer steiler. Der Ignis nimmt jede
Kurve vorsichtig. Nach einer aufreibenden Fahrt, warten oben auf
dem Berg ein echter Suzuki Ignis Super 1600 Rallye-Auto und... ein Krankenwagen.
Eine Gruppe von Gästen hat die Ehre, die gerade
zurückgelegte Strecke (inzwischen für den Verkehr
gesperrt) nochmals zu fahren, aber diesmal mit einem Rallye-Auto in
Rallyegeschwindigkeit! Wenn der zivile Ignis geparkt ist und der
Anzug gegen einen Race-Overall und Helm getauscht ist, kommt eine
einmalige Erfahrung. Das Testauto hat, wie bereits erwähnt,
109 PS. Das Rallye-Auto hat jedoch 220 PS, obwohl Experten sagen,
dass es mehr hat. Der wirkliche Wert wird aus taktischen
Erwägungen nicht freigegeben. Außerdem ist das
Rallye-Auto mit speziellen Reifen, Bremsen und Fahrgestell
angepasst. Was Ex Junior WRC-Rennfahrer Miki Schelle damit kann,
überschreitet das Vorstellungsvermögen.
Schelle nimmt die erste Kurve, wo das Testauto noch im Schritt
fuhr, mit rasender Geschwindigkeit. Ohne Angst vor "der
gähnenden Schlucht" (oft ohne Leitplanke), reicht nur leichte
Berührung der Handbremse und gut berechnetes Lenkmanöver
aus, um das Auto perfekt um die Achse und mit unwahrscheinlich
hohem Tempo in die folgende Kurve zu hetzen. Wo der
durchschnittliche Fahrer zu bremsen beginnt, gibt Schelle Gas, um
keinen Zentimeter zu früh zu bremsen und seine sublime
Kontrolle über das Auto zu zeigen. Die Umgebung, die zuerst
langsam am Testauto vorbeizog, ist ab dem Ignis Super 1600 nichts
mehr als nur ein Streifen.
Endlich kommt das Auto mit vier blockierenden Rädern am
Rande des Abgrunds zum Stillstand? Ein Fehler? Nein! Das ist ein
Punkt, um zu drehen und die Piste in der umgekehrten Richtung zu
fahren. Wo das Testauto mit allen möglichen Tricks
höchstens 30 Km/h erreichte, fährt das Rallye-Auto mit
rund 100 Km/h bergauf. Es ist eine unvergessliche Erfahrung und das
Testauto erzeugt während der Rückfahrt ein besseres
Gefühl als früher.
Fazit
Mit dem Facelifting ist sowohl das Äußere als auch
die Technik des Suzuki Ignis wieder ganz "in". Die bewiesenen
stärksten Punkte, das Design, große Zuverlässigkeit
und ein niedriger Verbrauch sind geblieben. Der Ignis Sport
fügt hier eine neue Dimension hinzu. Wenn gewünscht, ist
der Newcomer genauso bequem und praktisch wie der gewöhnliche
Ignis, aber wenn er darf, zeigt der "Sport" ganz anderen Charakter.
Dann ist der Ignis ein herrliches Spaßauto, das auffallend
viel sportliches Fahrvergnügen für relativ wenig Geld bietet.
Wissend, wozu der Ignis in der Rallyeuniform imstande ist, wird
auch die Verwandtschaft zwischen beiden deutlich, da
grundsätzlich Motor, Übersetzung und Fahrgestell gleich
sind. Wenn dazu noch die Erfahrungen von Probefahrt,
Rallyedemonstration, Rallye und die Reaktionen des Rallyepublikums
kommen, ist der Ignis nicht mehr nur ein ordentliches Auto mit
netter Seite; es ist ein unwiderstehliches ich-muss-es-haben (Ivo Kroone).
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