Große Ladung? Kein Problem!
Obwohl dieser neue Mitsubishi wesentlich bescheidener als ein
"full size SUV" aussieht, ist der Outlander sicherlich kein kleines
Auto. Die "grantig schauenden" Scheinwerfer sorgen für eine
starke Ausstrahlung. Die hier gefahrene "intro edition" ist
außerdem mit einer two tone-Lackierung (die
Stoßstangen und die Tritte sind heller als der Rest des
Autos) und Fünf-Speichen-Felgen versehen. Der Outlander
unterscheidet sich vor allem durch seine niedrige Dachlinie.
Dennoch ist der Platz auf der Rücksitzbank recht
großzügig. Auch während einer langen Fahrt sitzen
hier zwei Erwachsene sehr gut.
Während der Testperiode konnte der Outlander unter anderem
einen 2,75 m langen Wandschirm transportieren. Die
Rücksitzbank lässt sich einfach hochklappen und auch den
rechten Vordersitz kann man flach zusammenklappen, um
zusätzlichen Platz zu schaffen. Danach kann man ein Fahrrad,
Wandschirm oder etwas anderes absolut sperriges ohne Probleme
transportieren! Adresse unbekannt? Kein Problem!
Die "Outlander Sport Intro-Edition" ist komplett ausgestattet.
Das Armaturenbrett ist schwarz mit einem schwarzen Streifenholz, um
die exklusive Note zu betonen. Die Instrumente mit ihren
weißen Zifferblättern stehen deutlich über dem Rand
des Armaturenbretts und erzeugen dadurch eine sichere Lebendigkeit.
Mitten im Armaturenbrett findet man eine Analoguhr, die mit ihrem
weißen Hintergrund und dem verchromten Rand perfekt zum
Innenraum passt. Die gut gepolsterten Ledersitze sind dank ihrer
vielfältigen Verstellmöglichkeiten sehr gut.
Außerdem sind die Sitze beheizt, das ist sehr angenehm, weil
Leder nach einer kalten Nacht spürbar kälter als Stoff
ist. Auch ein elektrisches Schiebedach gehört zum Standard in
dieser ersten Edition. Über der Rücksitzbank findet man
auch ein Glasdach, das leider aber nicht geöffnet werden kann.
Das letzte Extra bei dieser besonderen Ausführung ist ein
Navigationssystem von VDO Dayton.
Durch die luxuriöse Polsterung und die schönen,
verwendeten Innenraumaterialien hat man den Eindruck, dass dieser
Mitsubishi viel für wenig Geld bietet. Der Hersteller macht
jedoch einen Fehler im Bereich Ergonomie und Sicherheit. Der
Bordcomputer wird zum Beispiel über einen Schalter bedient,
bei dem man die Hand durch das Lenkrad stecken muss. Wird der
Scheinwerferwischer-Schalter so oft benutzt, dass er gerade zentral
auf einen der Lenksäulenschalter musste? Während es
trendy ist, die Bedienung des Bordcomputers, des Audiosystems oder
des Tempomaten auf dem Lenkrad zu platzieren, lässt Mitsubishi
diese Chance aus. Die Klimaanlage fällt richtig durch die
einfache und intuitive Bedienung auf.
Nach Frankfurt? Kein Problem!
Bestandteil der Testfahrt war ein IAA Besuch in Frankfurt.
Während der langen Fahrt fallen wieder die guten, etwas
höheren Sitze auf. Letzteres ist angenehm, weil der Fahrer
weit nach vorne schauen kann, was für die Langstrecke merklich
mehr Ruhe bietet. Früher bot ein hoher Sitz auch die
Möglichkeit über den Verkehr zu schauen, aber es scheint,
als ob heutzutage jeder einen MPV, einen SUV oder anderes hohes
Auto fährt. In Bezug auf andere hohe Autos zeichnet sich der
Outlander durch seine Straßenlage aus. Das verdankt er unter
anderem seinem Fahrgestell, das von Mitsubishis erfolgreichem
Rallye-Auto, "Lancer Evo VII", stammt. Die wichtigste
Erklärung findet man im niedrigen Schwerpunkt des Outlanders.
Während ein hoher SUV nicht direkt gefährlich ist, wird
der Fahrer unbeabsichtigt seinen Fahrstil anpassen (müssen).
Der Outlander erzeugt beim Fahrer merklich ein großes
Vertrauensgefühl. Das überträgt sich auf eine
angenehmen Fahrt und flotteren Kurvenfahrten.
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Eine Anzahl von Standardgeländetests, die mit jedem Auto
dieses Types gemacht werden, kann der Outlander nur gerade
überstehen. Die Reifen, der Charakter des Motors (die Art, wie
die Kraft aufgebaut wird) und das Fahrgestell sind nicht für
Geländefahrten geeignet! Ein Sprecher von Mitsubishi gibt an,
dass dieses Testergebnis absolut kein Problem sei, weil der
Outlander nicht als Geländewagen ausgelegt worden sei. Jedoch
kommt der Outlander, dank seiner etwas größeren
Bodenfreiheit und seinem Allradantrieb, weiter im Gelände als
der durchschnittliche PKW. Der Allradantrieb ist vor allem als
zusätzliche Sicherheitsmaßnahme entworfen. Bei
Glätte oder schlechter Straßendecke bleibt der Outlander
vorbildlich in der Spur, wie auf regnerischen, deutschen Autobahnen bewiesen.
Autobahn? Kein Problem!
Zum Zeitpunkt des Tests ist der Outlander nur mit einem Motor
lieferbar: einem 136 PS/176 Nm, 2-Liter 4-Zylinder. Dieser Motor
läuft nicht so seidig wie manches andere japanische Triebwerk.
Sicherlich nach einem Kaltstart ist der Outlander etwas launisch
und eine Testfahrt kann unabsichtlich mit holpern und stoßen
beginnen. Einmal Warmgefahren arbeitet der Outlander nie zu schnell
und nie zu langsam, sondern immer genau richtig. Ein blitzschneller
Zwischenspurt bleibt aus, aber das Auto kommt problemlos mit dem Verkehr mit.
In Deutschland kann man den Outlander auch bei hohen
Geschwindigkeiten testen. 160 und 170 km/h erscheinen ohne Probleme
auf dem Tacho aber, für die versprochene Topgeschwindigkeit
von 192 km/h braucht man viel Geduld oder ein großes
Gefälle. Der Outlander fällt auch bei diesen
Geschwindigkeiten wieder positiv durch seine ausgezeichnete
Straßenlage auf. Während ein Test der Topgeschwindigkeit
bei manchen SUV auch ein Nerventest ist, bleibt der Outlander auch
bei sehr hohen Geschwindigkeiten ausgezeichnet beherrschbar.
Der endgültige Testverbrauch lag, nach ungefähr 2.500
Kilometern Transport von unmöglich großen Stücken,
einer Fotosession auf dem Strand, leichten Geländefahrten und
vielen schnellen Kilometer auf der Autobahn, bei 8.7 L/100 km.
Leider zeigte der Kraftstoffanzeiger des Testautos ein ziemlich
merkwürdiges Verhalten, weil schon wenige Minuten nach jedem
Tankstop bereits ein Viertel des 60 Liter messenden
Kraftstoffvorrats verbraucht worden sein soll. Außerdem
ließ die Qualität des Testautos auch während der
weiteren Tests nicht nach, so dass dieser durchdachte Mitsubishi
SUV noch viele Jahre einen problemlosen Dienst erweisen wird!
Fazit
Wer das größte mögliche Auto fahren will, weil
er dann ein sicheres Gefühl hat, muss es einfach tun. Wer der
Meinung ist, dass es besser ist, Problemen vorzubeugen als zu
heilen, trifft mit dem Mitsubishi Outlander eine logische
Entscheidung. Mitsubishi hat die Konkurrenz gut beobachtet und
kommt mit einem gut durchdachten Konzept auf den Markt. Null Problemo!
Das Resultat ist eine gelungene Kombination aus Platz, Ruhe und
dem robusten Äußeren eines SUV mit der
Straßenlage, der Handlichkeit und dem Preis eines
luxuriösen PKWs. Der Outlander ist der Anfang einer neuen
Autorserie von Mitsubishi und macht damit einen viel
versprechenden, ersten Schritt.
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