20 September 2004
Opel Astra (2004 - 2009)

Opel Astra (2004 - 2009)

Auf Nummer sicher

Autotest | Der Opel Astra war immer ein risikoloses Auto gewesen. Wer den Astra kaufte, war von der Solidität, guten Fahreigenschaften und einem hohen Restwert überzeugt. Aber der Astra wurde gleichzeitig auch konservativ und unauffällig; man würde "langweilig" sagen. Deswegen hatte Opel auch viel von der Konkurrenz zu befürchten. Mit einem ganz neuen, erfinderischen und gleichzeitig noch immer soliden Astra greift Opel jetzt direkt an. Trifft Opel mit dem neuen Astra eine vernünftige Entscheidung oder nimmt man ein unverantwortliches Risiko auf sich?
 

Das Auto sieht sowohl modern als auch vertraut aus. Nicht nur im Vergleich mit der vorherigen Astra-Generation, sondern auch im Vergleich mit der direkten Konkurrenz, macht Opel mit dem Astra einen großen Schritt nach vorne. Der Newcomer ist nicht so fortschrittlich, dass er ein zu früh in die Produktion genommenes, fahrendes Modell zu sein scheint, aber im Vergleich mit dem Rest ist der Astra deutlich moderner und straffer gestaltet. Ansonsten ist der Innenraum riesig. Vor allem hinten ist der Astra geräumiger als der Durchschnitt.

Gut

Wer sich für das folgende Auto wegen der Fahreigenschaften entscheidet, wird sich auch schnell klare Vorstellungen über den Astra machen. Das Auto lenkt gut, bremst gut und schaltet gut. Das Testexemplar mit einem 1.8-Liter Benzinmotor verdient auch das Prädikat "gut". Die Leistungen sind sowohl in der Stadt als auch auf der Autobahn lobenswert. Auch die Motorgeräusche und der Komfort entsprechen präzise dem Niveau, das man auch in dieser Preisklasse erwarten kann.

Im Bereich Fahreigenschaften punktet der neue Astra also sehr gut, aber einen enormen Unterschied zur Konkurrenz gibt es dort nicht. Die ganze Aufmerksamkeit richtet sich jedoch auf das Design des Innenraums. Es gibt Tasten und Schalter bis auf das Lenkrad, man hat also etwas zum Spielen, wenn die Fahreigenschaften nicht so prickelnd sind.

Opel Astra (2004 - 2009)

Innenraum

Wie es sich für einen Opel gehört, ist die Verarbeitung des Innenraums ein Beispiel für Solidität (obwohl im Testauto auf schlechter Straßendecke viele Nebengeräusche hörbar sind). Die so genannten "V-Linien" von außen sind auch im Innenraum mit scharfen Linien und einer logischen Einteilung der Instrumente fortgesetzt. Das Ganze erzeugt eine aufgeräumte und ruhige Ausstrahlung. Die Ausstattung ist nicht einzigartig, aber wirklich fortschrittlich für ein Auto in dieser Preisklasse.

Ein zentral gesetztes Display gibt immer klare und deutliche Informationen über jede gewählte Funktion. Die am meisten auffallende Funktion ist der Radio/Cd-Spieler, der auch CD-ROM´s mit Mp3 akzeptiert. Außerdem kann man das ganze Audiosystem einfach und sicher vom Lenkrad aus bedienen. Sehr schön! Das Display wird auch für den Bordcomputer verwendet, der die durchschnittliche Geschwindigkeit und den Kraftstoffverbrauch von zwei Strecken behalten kann. Was man hier mit einer Stoppuhr anfangen soll, bleibt ein Rätsel. Genau wie bei anderen neuen Opels bleiben die Griffe der Scheibenwischer und der Blinker nie fest in einer Position. Eine leichte Berührung des Blinkers ist vollkommen ausreichend, um 4 Mal zu blinken, weiteres Drücken ist genügend, um kontinuierlich zu blinken.

Astra im Dunklen

Beim Einstieg, noch bevor der Schlüssel sich im Zündschloss befindet, erscheint der restliche Tankbestand als Bild auf der Tankanzeige, so dass direkt deutlich ist, ob man vor der kommenden Fahrt noch tanken soll oder nicht. Was wirklich fehlt ist ein Kühlwasseranzeiger, wodurch nicht klar ist, wann der Motor die Arbeitstemperatur erreicht und man mehr vom Triebwerk verlangen kann. Schließlich ist das Testauto optional mit automatischen Scheinwerfern ausgestattet; wer eine Chance hat, eine Testfahrt im Dunkeln zu machen, wird bestimmt von deren Wert überzeugt sein.

Opel Astra (2004 - 2009)

Sport!

Speziell für alle Spaßvögel, Nachfragen bis zum es geht nicht mehr, ob das "R" auf dem Schaltknüppel Beschleunigung "racen" bedeutet, gibt es jetzt eine Taste, die allen endgültig den Mund stopfen sollte. Das Fahrgestell, der Motor und die Servolenkung sind durch einen Computer gesteuert. Das bedeutet, dass der Computer das Verhalten des ganzen Autos beeinflussen kann. Wenn das Auto gestartet wird, hat der Astra eine gemütliche und vorhersehbare Straßenlage, die jeder durchschnittliche Fahrer gerne hat.

Aber mit Betätigung der "sport"-Taste, reagiert dieser Astra Sport sofort und direkter aufs Gas. Die Federung wird harter und die Lenkung kommunikativer. Plötzlich kann sich der Astra in der exklusiven Gruppe der sportlichen Mittelklassewagen etablieren, die jeden Kilometer zum Vergnügen machen. Mit einer Tastenbetätigung wird der zuerst so gewöhnliche Astra zu einem herausfordernden Auto, das gierig beschleunigt und sich für flotte Kurvenfahrten eignet.

Opel Astra (2004 - 2009)

Fazit

Opel scheint mit dem neuen Astra einen sicheren Erfolg zu haben. Im Vergleich mit den ziemlich konservativen vorherigen Generationen, scheint es auf den ersten Blick so zu sein, dass Opel mit dem neuen Astra ein großes Risiko auf sich genommen hat. Aber nach einer Testfahrt ist sofort klar, dass dies nicht der Fall ist.

Der Astra ist inzwischen einige Monate auf dem Markt und das zuerst so fortschrittliche Design wird langsam zu einem vertrauten Teil der Straße. Zu diesem fortschrittlichen Design gehört auch ein Ausstattungsniveau, das für ein Auto in dieser Preisklasse sehr großzügig ist. Die optionalen automatischen Scheinwerfer sind sogar in diesem Segment selten. Im Bereich der Fahreigenschaften gibt Opel den Kunden die Wahl: mit nur einer Betätigung der Taste kann man zwischen dem Vertrauten und dem Sportlichen wählen. Opel hat kein Risiko mit dem neuen Astra auf sich genommen; Opel ist auf Nummer sicher gegangen.

plus
  • Ergonomisch gut überlegt
  • Der schönste Mittelklassewagen im Moment
  • Komfortabel oder sportlich: nur mit einer Tastenbetätigung
min
  • Kein Kühlwasseranzeiger
  • Viele Nebengeräusche auf schlechter Straßendecke