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Der 9-3 Sport Sedan formt den Anfang einer ganz neuen
Saab-Modellinie und zeigt sowohl Wachstum als auch ein deutlich
erkennbares Saab-Gesicht. Das ganze Auto sieht massiv und imposant
aus, dank eines breiten Kühlergrills mit drei
Lufteintrittsöffnungen, des Saab-Logos in der Mitte und ein
Paar Scheinwerfern, die Selbstsicherheit ausstrahlen. Kleine
Breitstrahler und tief durchlaufende Spoiler unterstreichen dieses
Gefühl wörtlich und bildlich.
Die Seitenansicht des 9-3 zeigt eine einfache Linie, die dank
einer langen Nase und einem kurzen Überhang etwas von einem
Coupé hat. Es sind aber die großen Leichtmetallfelgen,
die das Bild bestimmen. Sie sind so groß, dass der ganze
Radkasten ausgefüllt ist und das gibt ihm wieder eine etwas
"sture" Ausstrahlung. Die dazu gehörenden breiten Reifen
sollten im Lauf des Tests jedoch ein Nachteil sein, weil das Auto
deutlich empfindlich auf Spurrillen reagiert. Als die Designer auf
die Rückseite des 9-3 zukamen, war die Inspiration
offensichtlich zu Ende. Obwohl die Rückansicht sicherlich
nicht hässlich ist, steht sie in keinem Verhältnis zu dem
Rest des Autos.
Cockpit
Der Innenraum kann nur vom Flugzeugbauer Saab stammen. Das
Armaturenbrett ist um den Fahrer herum gebaut worden, genau wie bei
einem Flugzeugcockpit. Sowie in einem Flugzeug ist die Schalterzahl
enorm. Die Bedienungselemente sind über das ganze
Armaturenbrett verbreitet, von links unter dem Lenkrad über
Schalter auf dem Lenkrad bis zu einer fast kompletten Tastatur auf
der Mittelkonsole. Das alles wird durch drei Displays ergänzt,
plus der üblichen Instrumente hinter dem Lenkrad, dort wieder
mit einem Display. Dennoch ist alles logisch geordnet und ziemlich
übersichtlich.
Ein paar Sachen fallen aber direkt auf. Es fängt bei der
Tachoskala an. Die ist so gewählt, dass die Zahlen bei
niedriger Geschwindigkeit weit auseinander stehen und deswegen kann
man die Geschwindigkeit sehr präzise ablesen. Bei höheren
Geschwindigkeiten wird die Skala pauschal wiedergegeben. Das ist
sehr pfiffig und in der Praxis besonders angenehm! Wie jeder andere
Saab hat auch der 9-3 ein "night panel". Das bedeutet, dass ein
Teil der Instrumenten- und Displaybeleuchtung ausgeschaltet werden
kann, um ein ruhiges Bild in der Dunkelheit zu bekommen. Die
Tachoskala ist bis zu 140 Km/h beleuchtet, sobald diese
Geschwindigkeit überschritten wird, leuchtet auch der Rest auf.
Am Lenkrad und zentral auf dem Armaturenbrett findet man die
Bedienung des Audiosystems (Radio/CD). Die Bedienung wird mit der
des Telefons geteilt, wodurch man nicht sofort weiß, welche
Tasten und Funktionen gemeinsam sind und welche entweder nur
für Radio oder nur für Telefon bestimmt sind. Leider wird
sowohl der Ton als auch der Radioempfang den Anforderungen eines
Autos wie diesem nicht gerecht.
Die Klimaanlagenbedienung ist so umfangreich und so effektiv,
dass sowohl ein tropisches Schwimmparadies als auch ein
Kühlhaus noch etwas von ihr lernen könnten. Das System
ist (optional) links/rechts getrennt regelbar, aber auch ohne
Passagier kann man es ausschalten. Auch dieses System weist eine
große Schaltervielfalt auf, aber dank der deutlichen Symbole
und der logischen Einteilung lässt es sich intuitiv bedienen.
Sehr raffiniert ist die mit der Klimaanlage verbundene Sitzheizung.
Außerdem beweist ein Kaltstart, dass es eine der effektivsten
Sitzheizungen ist. Bei manch anderen Autos ist der Effekt erst
mitten in der Fahrt spürbar, aber bei diesem 9-3 kommt schon
einige Sekunden nach dem Start die "warme Glut" durch die Sitze.
Das ist wirklich eine vernünftige Ergänzung der Heizung.
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Das zentral, genau unter der Frontscheibe, platzierte Display
zeigt Informationen über den Aktionsradius, die
durchschnittliche Geschwindigkeit und den durchschnittlichen
Verbrauch an. Es fehlt leider die Wiedergabe des aktuellen
Verbrauches. Was immerhin auffällt, viele Funktionen sind mit
der Einstellung "customize" versehen. Hiermit ist das Verhalten des
Autos in vielen Punkten ganz nach Wunsch einzustellen. Das umfasst
vom Alarmverhalten über die Empfindlichkeit des Regensensors
bis hin zum Verhalten der Klimaanlage fast alle Einstelloptionen.
Sentronic
Nachdem die Elektronik ganz nach Wunsch eingestellt ist, kommt
die Zeit für elementarere Sachen, wie die Sitze. Die Sitze,
die Saab montiert, sind mehrfach Verstellbar, ergonomisch geformt
und ganz auf Sicherheit ausgelegt, aber man sitzt in Ihnen auch
ausgezeichnet. Während der ersten Kilometer entsteht eine
Vermutung, die nach der Testperiode bestätigt werden sollte:
diese Sitze sind so gut, dass sich manch einer nach einer Fahrt mit
dem 9-3 besser fühlen wird, als vorher! Die Passagiere auf der
Rücksitzbank sind aber etwas weniger enthusiastisch, weil der
Platz hinten im Hinblick auf den Autoumfang eher enttäuscht.
Der 9-3 ist entweder mit manuellem oder automatischem
5.Gang-Getriebe lieferbar. Diese Automatik funktioniert, wie es
sich gehört, aber nicht besser als der Durchschnitt. Sehr
angenehm ist die Möglichkeit selber sequentiell zu schalten.
Das so genannte "Sentronic"-System ist vor allem im belebten
Verkehr sehr angenehm, wo eine Automatik nicht voraussehen kann,
was im Verkehr demnächst passiert, aber der Fahrer schon. Wenn
der Motor zu niedrige Drehzahlen erreicht, schaltet die Sentronic
selbständig zurück. Bei zu hohen Umdrehungen schaltet das
System nicht durch, sondern beendet den Spaß beim
Drehzahlbegrenzer des Motors.
Zu einem neu entwickelten Auto gehören auch neu entwickelte
Motoren, darunter befindet sich auch ein 2.0-Liter Turbomotor. Bei
einer konstanten Geschwindigkeit funktioniert dieses Triebwerk
geräuschlos. Dabei bietet der 9-3 etwas sehr besonderes, das
absolut einmalig für ein großes Auto, wie dieses, ist:
es kann auch langsam! Während niedrige Geschwindigkeiten
für die meisten großen Autos wie Kriechgeschwindigkeiten
erfahren werden, wobei die Höchstgeschwindigkeit als
Mindestgeschwindigkeit kaum annehmbar ist, fährt der 9-3 bei
jeder Geschwindigkeit herrlich! Sogar mit 100 Km/h gibt der 9-3 das
Gefühl, mit einer angenehmen Geschwindigkeit unterwegs zu
sein, ohne fortwährend zu mehr zu provozieren.
Das bedeutet jedoch nicht, dass das Auto nicht zu mehr imstande
ist. Wenn sich der 175 PS starke Vierzylinder erbost, ist der 9-3
ein schlichtweg schnelles Auto, das sogar giftig sein kann! Wer die
Geschwindigkeit langsam aufbaut, wird mit einer netten Vorstellung
belohnt. Zuerst gibt der Turbodruckmesser an, wie der Druck
aufgebaut wird. Dann zeigt der Drehzahlmesser an, wie der Motor
gierig Umdrehungen macht, um anschließend den Tacho und das
Auto mit einer gewaltigen Bewegung zu beschleunigen
Selbstverständlich kann man auch in einer schnellen Bewegung
auf's Gas treten, worauf das Auto direkt startet. Bei einer hohen
Geschwindigkeit bleibt der 9-3 genauso komfortabel wie bei einer
niedrigen Geschwindigkeit. Im Vergleich zu einem Sportwagen
fühlt sich dieser "Sport Sedan" zwar sehr massiv und
groß an, aber noch immer fahrfähig und kontrollierbar.
Fazit
Es gibt viele gute und sogar sehr gute Autos in der Klasse des
Saab 9-3. Die meisten dieser Autos geben nach einer Probefahrt ein
Gefühl von "gut, damit kann man Leben" oder "sehr angenehm".
Aber der neue Saab 9-3 Sedan hat von Anfang an einen deutlichen
Mehrwert. Das beginnt beim exklusiven Image des Saab, zeigt sich
aber auch deutlich in den Fahreigenschaften. Die vielen
ergonomischen Glanzleistungen, umfangreiches Ausstattungsniveau,
der herrliche Turbomotor und die sublime Straßenlage geben
mehr als nur "genügend" oder "sehr gut", sie zeigen an, dass
"anders" vor allem "besser" ist.
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