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Der Pluriel ist ein "C3 Cabriolet", unterscheidet sich aber in
mehreren Punkten vom C3. Sowohl die Scheinwerfer als auch die
Rückleuchten sind z.B. mit vielen kleinen Kügelchen
versehen. Das ist nicht nur schön, sondern im kleinen Raum wie
der Garage hat es den Effekt eines fahrenden Discoballs.
Selbstverständlich geht das nicht auf Kosten der Sicherheit.
Um zu betonen, dass es ein Cabriolet ist, ist die Oberseite ganz in
schwarz ausgeführt. Trotz der vielen besonderen Details betont
Citroën, dass dieses Auto nicht speziell für den Test
vorbereitet ist; das Ganze ist standard.
Der Innenraum ist einfach als der eines C3 zu erkennen. Es wird
wieder mit kleinen Kügelchen gearbeitet, nur diesmal auf
weichem Kunststoff. Die Textur und das Material machen auf eine
erstaunliche Weise aus dem "dezenten Grau" plötzlich das
"fröhliche Grau". Die Sitze sind mit d Stoff gepolstert. Die
Kügelchen sind jetzt als Löcher ausgeführt und
zusammen mit ein paar frivolen Logos verleihen die Sitze dem
Innenraum den letzten Schliff. Das ist der Beweis, dass ein
schöner Innenraum nicht immer aus Holz, Chrom und Leder
bestehen muss! Die Vordersitze kann man genügend verstellen,
so dass der Fahrer eine bequeme Position hinter dem Lenkrad finden
kann. Genauso wie der C3 hat auch der Pluriel etwas höher
gelegte Sitze als durchschnittlich. Das gibt eine gute
Verkehrsübersicht und macht das Ein- und Aussteigen einfacher.
Der Platz auf der Rücksitzbank ist wesentlich kleiner als im
C3, weil die Rücksitzbank Platz für die Dachkonstruktion
machen muss.
SensoDrive
In der Ausführung mit einem 1.6-Liter Motor ist
"SensoDrive" standard. Dieses System aus einem sequentiell zu
bedienenden Schaltgetriebe plus Automat ist selbstlernend. Nach
zwei Tagen fahren weiß das elektronische Gehirn des Automaten
genau, wie der Testfahrer es haben möchte, und fährt ganz
nach Wunsch. Eine halbe Stunde Probefahrt bei einem
Autohändler ist dafür viel zu kurz.
Die Alternative ist selbst schalten. Sensodrive hat
"sequentielle" Bedienung, was bedeutet, dass der Schaltknüppel
nur "plus" und "minus" für folgende und vorherige
Beschleunigung erkennt. Das System kann man auch mit zwei
"Flügeln" hinter dem Lenkrad bedienen. Hier hat Citroën
jedoch die Nachricht nicht ganz verstanden, weil diese
Steuerungselemente nicht mit dem Lenkrad mitarbeiten. Es muss
möglich sein, so eine Anlage richtig schnell zu schalten,
während die Hände am Lenkrad bleiben. Wenn der Fahrer
selber schaltet, verläuft die Gangschaltung reibungslos dank
einer speziellen Installation. Das ist zwar sehr angenehm, aber
dadurch hat Bremsen mit dem Motor kaum Auswirkung.
Der 1.6-Liter Motor liefert 110 PS und hat einen
gewöhnungsbedürftigen Charakter. Bereits bei den ersten
Kilometern fällt auf, dass das Triebwerk besonders leise ist.
Der Fahrer ist deswegen dazu geneigt, rechtzeitig zu schalten, um
diese Stille zu erhalten. Der Pluriel zeigt sich dann als ein
komfortables Auto für Langstrecken. Der Motorcharakter ist gar
nicht provozierend. Wer das Auto nicht sehr explizit herausfordert,
wird nicht erfahren, dass dieser schwer motorisierte Pluriel eine
sehr gute Beschleunigung hat. Nur wenn der Motor ordentlich Touren
machen darf, ist der Pluriel ein flottes Auto, das sich sportlich
fahren lässt. Auch auf der Autobahn sind hohe
Durchschnittsgeschwindigkeiten mühelos zu halten, und es ist
immer genügend Reserve vorhanden, um ohne zurückschalten
zu müssen, sicher zu überholen. Außerdem ist der
Verbrauch, unter Berücksichtigung des Umfanges und der
Leistungen, sehr bescheiden mit einem Durchschnitt von 6,2 L /100 Km.
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Tansformation
Natürlich geht alles beim Pluriel um die Vielseitigkeit.
Jedoch auch mit geschlossenem Dach fällt das Auto positiv auf.
Die Konstruktion besteht aus einer zweiteiligen Heckklappe mit
Fenster, ergänzt um zwei Metallbögen mit dem Stoff. Es
ist nicht übertrieben, festzustellen, dass der Pluriel im
geschlossenen Zustand genauso leise ist wie der gewöhnliche
C3. Nur in einem Tunnel hört man etwas mehr von oben, weil die
Nebengeräusche über die Tunnelwand reflektieren. Die
untere Dachschicht ist in einer hellen Farbe ausgeführt. Das
erzeugt ein räumliches Gefühl, im Gegensatz zu vielen
schwarzen Kabriodächern, die eher an ein Zeltdach erinnern.
Über dem Innenspiegel befindet sich ein großer
Drehknopf. Damit kann das Dach Lamelle für Lamelle
geöffnet werden. Dieses Teil ist elektrisch gesteuert und kann
außerdem während der Fahrt geöffnet und geschlossen
werden (sehr geschickt!)
Der nächste Schritt ist, das Stoffdach bis zur Heckscheibe
herunterzulassen. Obwohl es möglich ist, in diesem Zustand zu
fahren, geht die Sicht im Innenspiegel verloren und das
zusätzliche Freiheitsgefühl verringert sich. Deswegen ist
es Zeit für den großen Trick des Pluriel... den Doppelboden!
Doppelboden
Der Kofferraum des gewöhnlichen C3 ist mit einem
Doppelboden ausgestattet. Dank einer speziellen Konstruktion der
Kunststofftrennwand, wird der Kofferraum in Fächer geteilt.
Citroën prägt hier die interessante Bezeichnung
"ModuBoard". Erst mit dem Pluriel wird klar, wofür dieser
zusätzliche Platz bestimmt ist. Der oberste Teil der
Heckklappe macht nach dem Entriegeln eine Art Rolle und endet im
Doppelboden. Jetzt ist der Pluriel in ein geöffnetes Auto
umgewandelt, aber es gibt noch die Stahlbögen über den
Fenstern. Auch diese kann man herausnehmen. Dann offenbart sich das
erste Minus in diesem sehr funktionellen Design, nämlich der
mangelnde Stauraum für diese 11 Kg wiegenden Bögen. Auch
wenn die Rücksitzbank hochgeklappt wird und der Pluriel zu
einem Auto mit geöffneter Pritsche wird, gibt es keinen Platz
für die Bögen. Die Bögen passen zwar ins Auto, aber
sie berühren den Schaltknüppel und verschieben sich bei
jeder Bremsaktion. Dieser Teil des Dach muss wirklich zu Hause
bleiben, was bedeutet, dass das Dach bei unerwartetem Regen nicht
geschlossen werden kann.
Nach einiger Übung dauert die vollständige Umwandlung
vom geschlossenen Familienwagen zum vollwertigen Cabrio
ungefähr anderthalb Minuten. In der Praxis wird das elektrisch
bedienbare Dach am meisten gebraucht – es ist einfach zu
öffnen und bringt viel Freiheit und frische Luft. Die
"Pick-up"-Variante wurde während des Tests am wenigsten
gebraucht - der Boden ist zwar flach, aber auch leicht zu
beschädigen. Der Wind ist (natürlich bei geschlossenen
Fenstern) minimal und auch das Motorgeräusch ist
außergewöhnlich leise. In der völlig
geöffneten Form nähert sich der Pluriel nicht nur dem
Komfort der Cabrios, die viel teurer sind, das Auto ist auch
mindestens so schön!
Fazit
Schön, angenehm, fein, positiv, gemütlich; all das
sind Attribute für dieses Familienauto mit Extras. Der Pluriel
ist damit ein Auto, das den Slogan des Herstellers wirklich wahr
macht. Dieses Vergnügen kommt jedoch nicht von
Fahrqualitäten, die nach einer gewissen Gewöhnungsperiode
gut sind, aber nicht besser als die der anderen Autos. Das Leben
mit dem Pluriel ist angenehm dank der sympathischen Ausstrahlung,
dem schlauen Konzept und den vielen praktischen - und manchmal
einzigartigen - Möglichkeiten. Deswegen gehört der
Citroën Pluriel zu den Autos, die auch nach den gehaltenen
Testkilometern weiter noch gebraucht werden, um das Leben zu genießen!
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