11 Oktober 2016
Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

Platz für Intelligenz

Autotest | Der Kombi der Mercedes-Benz E-Klasse ist komfortabel und geräumig. Es wird niemanden überraschen, dass der neue E-Klasse-Kombi noch komfortabler und geräumiger ist als der vorherige. Die Art und Weise, in der Mercedes-Benz dies erreicht hat, ist allerdings schon speziell. Die neue Generation ist etwas größer, vor allem aber viel klüger. Mercedes-Benz behauptet sogar, dass der neue in der E-Klasse das klügste Auto in seiner Klasse sei ...
 

Was macht ein Auto intelligent? Es ist mehr als nur die Elektronik. Im Laufe der Jahre sind Teile kleiner und Materialien kräftiger geworden. Deshalb konnte Mercedes-Benz bei fast den gleichen Außenabmessungen wie bisher viel mehr Platz herausholen. Es fängt daher mit intelligentem Design an.

Platz

Und das macht sich vor allem im Gepäckraum bemerkbar! Dieser hat von nun an einen Inhalt von 640 Litern. Als dieser Artikel geschrieben wurde, war der E-Klasse Kombi damit mit Abstand das geräumigste Fahrzeug in seiner Klasse. Sehr clever: Die Rücksitzlehne kann schrittweise aufrecht gestellt werden, was weitere 30 Liter zusätzlichen Stauraum bietet, ohne auf die Rücksitze verzichten zu müssen.

Mercedes-Benz E-Klasse T-Modell

Mit einem Schalter im Gepäckraum lässt sich der Rücksitz in ungleichen Teilen hochklappen, um letztendlich zu 1.820 Litern Gepäckraum-Volumen zu gelangen; wiederum der größte Raum im Segment. Dies macht den E-Klasse-Kombi zu einem richtigen Arbeitstier, und damit wird er viel mehr als nur ein Auto, das wegen seines Designs gewählt wird.

Darüber hinaus ist der Boden im Gepäckraum vollkommen flach und bietet Mercedes-Benz die notwendigen Hilfsmittel, um den Gepäckraum flexibel einzuteilen. Unterhalb der Ladefläche befindet sich ein riesiger "versteckter" Raum, in den sogar eine Einkaufstasche hinein passt. Selbstverständlich ist der E-Klasse-Kombi mit elektrisch betriebener Heckklappe erhältlich.

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Vorne

Vorne ist der E-Klasse-Kombi wie eine Limousine. Das bedeutet viel Kopf- und Beinfreiheit, aber nicht mehr als durchschnittlich für ein Auto dieser Größe. Auch dieses Arbeitstier ist luxuriös ausgestattet in einem Stil, der klassische Elemente mit moderner Technik kombiniert. Die hellen Farben im Inneren des Testwagens geben Passagieren, schon bevor man auch nur einen Meter gefahren ist, das privilegierte Gefühl, sich in etwas Besonderem aufzuhalten.

Dieses Gefühl wird durch den riesigen Monitor, der sich von hinter dem Lenkrad bis zur Mitte des Armaturenbretts erstreckt, noch verstärkt. Hinter dem Lenkrad werden die wichtigsten Informationen für den Fahrer (Geschwindigkeit, Motordrehzahl, Kraftstoffverbrauch) angezeigt. Auf dem zentralen Teil des Bildschirms erscheinen die Informationen des Audio-, Navigations- und Kommunikationssystems.

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Das Navigationssystem funktioniert manchmal nervig langsam, weil kurz aufeinander folgende Anweisungen nicht rechtzeitig angezeigt werden und der Fahrer in der Stadt dadurch Fahrtänderungen verpasst. Gegebenenfalls kann der Schlüssel von einem Smartphone mit NFC (Near Field Communication) und einer speziellen Mercedes-Benz-App ersetzt werden. Dies funktioniert in der Praxis moderat, vor allem, weil das Telefon während der Fahrt fest an seinem Platz bleiben soll. Bei einem flotten Fahrstil bewegt sich das Telefon aber, und es erscheint sofort eine Warnung, dass der Schlüssel nicht erkannt wird. Darüber hinaus bietet die Smartphone-Lösung in der Praxis keinen Vorteil gegenüber "Keyless Entry".

Das Audiosystem verdient besondere Erwähnung, denn wenn Lautsprecher und Verstärker der Marke "Burmester" gewählt werden, ist der Klang absolut brillant.

Auto-Pilot

Was den E-Klasse-Kombi wirklich einzigartig macht, sind die vielen Sicherheitssysteme, also die versprochene Intelligenz. Der E-Klasse geht auch hier viel weiter als die jetzt üblichen Kameras und Sensoren, die nur beobachten und den Fahrer warnen. Der E-Klasse ist tatsächlich in der Lage, selbstständig zu fahren!

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Indem während der Fahrt der "Drive Pilot" aktiviert wird, übernimmt der Computer das Beschleunigen, die Bremsen und die Lenkung. In der Theorie kann der E-Klasse ganz selbstständig lange Strecken auf der Autobahn fahren. Der Staat bzw. Gesetzgeber erlaubt dies jedoch (noch) nicht. Deshalb erscheint nach ca. 10 Sekunden eine Warnung, die den Fahrer dazu ermutigen soll, die Kontrolle wieder zu übernehmen. Ganz besonders ist dabei, dass der E-Klasse auch beim Überholen helfen kann: Indem man einfach die Richtung anzeigt, bestimmt der Computer, ob genügend Platz auf der anderen Fahrspur ist, und wechselt dann die Spur.

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Während einer früheren Testfahrt mit der E-Klasse-Limousine in den Niederlanden wusste der 'Autopilot' weniger zu überzeugen, da das Auto verschiedene Verkehrsregeln missachtete und Verkehrsschilder falsch interpretierte. Während der aktuellen Testfahrt mit dem E-Klasse-Kombi auf ruhigen Straßen im Norden Deutschlands arbeitete der Autopilot geradezu fehlerfrei.

E400

Ein weiterer Unterschied zu der Testfahrt in den Niederlanden: Damals wurden der leichteste Benzin- und Dieselmotor getestet. Für diese zweite Testfahrt wurde sozusagen das Kraftpaket gewählt: der E400. Ein Sechszylinder-Motor, der 333 PS / 480 Nm liefert. Um sicherzustellen, dass diese große Kapazität unter allen Bedingungen wirksam in Leistung umgewandelt werden kann, ist "4Matic" (Allradantrieb) Standard.

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Streng genommen ist der E400 nicht der allerstärkste E-Klasse-Motor, weil es nämlich noch die sportlichen AMG-Modelle gibt. Der E400 ist mit seiner großzügigen Kapazität vor allem der komfortabelste. Die Maschine ist nicht bzw. kaum hörbar (und Geräusche von Reifen und Wind sind minimal) und zeigt keine Spur von Aggression. Wenn das Gaspedal eingedrückt wird, steht "plötzlich" eine höhere Geschwindigkeit auf dem Tacho, ohne dass jemals etwas von einer Beschleunigung oder Gewalt zu spüren ist. Auf deutschen Autobahnen ist 175 km/h für die E-Klasse Gehgeschwindigkeit.

Natürlich steht all dieser Übermacht ein hoher Verbrauch gegenüber, rechnen Sie in der Praxis mit einem Verbrauch von 10 Litern auf 100 km. Die Neun-Gang-Automatik ("9G-Tronic") funktioniert gut, aber schaltet nicht völlig unbemerkt, was man bei einem Auto wie diesem doch erwarten könnte.

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Straßenlage

Der E-Klasse-Kombi hat den gleichen Radstand wie die Limousine, und der Unterschied im Gewicht ist zu vernachlässigen. Beide Fahrzeuge haben daher genau die gleiche Straßenlage. Das heißt, dass hartes oder sportliches Fahren durchaus möglich ist, vor allem, wenn der Sport-Modus (adaptives Fahrwerk, Lenkung, etc.) gewählt wurde. Der Griff ist ausgezeichnet, und so kann man mit einer Hand am Steuer locker den größten Teil des Verkehrs hinter sich lassen.

Das ist allerdings nicht das, wofür die E-Klasse gedacht ist. Die E-Klasse kommt bei einem ruhigen, glatten Fahrstil gut zurecht. Dann spürt man, wie schön das Fahrwerk im Gleichgewicht ist, wie schön das Auto "rollt" und wie gut die Verhältnisse des Getriebes dem Charakter des Motors entsprechen.

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Fazit

Der neuen E-Klasse-Limousine folgt ein neuer Kombi. Die E-Klasse-Limousine wusste sich bereits durch intelligente Elektronik auszuzeichnen, und das gilt auch für den neuen Kombi. Die weitreichende Integration mit Smartphones, die zahlreichen Sicherheitssysteme und die Fähigkeit, teilweise selbstständig zu fahren, machen den Alltag mit der E-Klasse sicherer und komfortabler.

Dabei ist die E-Klasse ein echter Mercedes-Benz, was bedeutet, dass flottes Fahren zu den Möglichkeiten gehört, der Nachdruck aber auf Komfort liegt. Besonders der im Test gefahrene E400 überzeugt mit viel Ruhe und Flexibilität.

Beim Kombi geht die Intelligenz in Form eines gut durchdachten Designs noch einen Schritt weiter. Die E-Klasse ist in etwa so groß wie die Konkurrenz, bietet aber dennoch mehr Platz im Gepäckraum.

plus
  • Geräumig und praktisch
  • äußerst komfortabel
  • Extra Komfort und Sicherheit dank innovativer Technologie
min
  • Hoher Verbrauch des E400
  • Navi reagiert oft zu spät
  • Automatik schaltet nicht sehr geschmeidig