28 Juni 2015
Skoda Superb

Skoda Superb

Superber

Autotest | "Skoda simply clever", so lautet das Credo der Marke. Und vielleicht der klügste aller Skoda ist der Superb. Das Flaggschiff der tschechischen Marke bietet den Raum einer Limousine und kombiniert diesen mit dem Preis eines ganz gewöhnlichen Mittelklassewagens. Mit dem neuen Superb geht Skoda jetzt einen Schritt weiter ...
 

Was macht einen Skoda Superb "superb"? Der Preis! Der Skoda Superb liegt in der Preisklasse von beliebten Firmen-Autos wie dem Volkswagen Passat und dem Ford Mondeo. Allerdings ist der Superb so groß wie Luxus-Reise-Autos auf dem Level der 5er-BMWs oder der E-Klasse von Mercedes-Benz.

Und das gilt auch für den neuen Superb. Die neue Generation ist genau so lang wie das Vorgängermodell, aber mit einem längeren Radstand (+8 cm) und kürzeren Überhängen (-6 cm) sind die Verhältnisse viel harmonischer geworden. Die größeren Radkästen und die flacher liegende Heckklappe lassen den Superb eleganter und glatter aussehen als zuvor.

Skoda Superb

Platz

Der Innenraum ist unverändert geblieben und immer noch überwältigend. Der Gepäckraum misst 625 Liter. Das kann auf 1.760 Liter erhöht werden, indem der Rücksitz umgeklappt wird. Zur Illustration: Der Superb bietet damit mehr Platz als ein Audi A8, die Mercedes-Benz S-Klasse oder ein 7er-BMW!

Der Platz im Fond ist auch ähnlich wie bei einer echten Limousine. Der rechte Vordersitz ist vom Rücksitz aus einstellbar. Das bedeutet, dass der Superb durchaus als Auto mit Chauffeur gedacht ist. Jedoch ist die Rücksitzbank nicht einstellbar und der Sitz für längere Strecken zu kurz.

Skoda Superb

Außerdem gibt es einen großen "Buckel" auf dem Boden zwischen dem linken und rechten Sitz. Bei der Ausführung mit Allradantrieb befindet sich darunter eine Antriebswelle. Weil diese Welle zur Steifheit des Autos beiträgt, sind auch die Frontantriebs-Exemplare damit geplagt.

Ausstattung

Wenn es um die Ausstattung geht, trifft Skoda eine einfache Wahl: Der Superb ist mit allem Luxus und Sicherheitstechnik, die die Marke verfügbar stellt, versehen.

Skoda Superb

In zwei Punkten pfiff die Muttergesellschaft Volkswagen ihre Tochter zum Gehorsam. Der Volkswagen Passat, auf welchem der Superb technisch basiert, sollte nämlich seinen Mehrwert behalten. Deshalb gibt es zwar eine Rückfahrkamera, jedoch keine Kameras für Rundumsicht. Ein Elektronisches Stabilitäts-Programm ("ESP") ist selbstverständlich Standard, aber der Superb ist nicht mit dem gleichen System ausgestattet, um Anhänger zu stabilisieren (aber wer braucht auch einen Anhänger bei soviel Platz im Innenraum?).

Abgesehen von diesen Details fehlt es dem Superb-Fahrer an nichts. So sind Adaptive Cruise Control (automatisch Abstand halten), "Stau-Assistent" (automatisch im Stau fahren), Drei-Zonen-Klimaautomatik, automatisches Fernlicht (immer Fernlicht, ohne den Gegenverkehr zu blenden), Blind Spot Detection (Warnung für ein Objekt im toten Winkel des Außenspiegels) allesamt vorhanden.

Skoda Superb

Wenn es um die Verbindung zum Mobiltelefon handelt, hat Skoda sich einfach dafür entschieden, nicht zwischen Mirror Link, Apple-CarPlay oder Android Auto zu wählen; man stellt sie einfach alle drei zur Verfügung! Darüber hinaus kann man mit der "Smartgate"-App jede Fahrt analysieren, um den Fahrstil zu verbessern. Das optionale "Canton"-Audiosystem verdient eine besondere Erwähnung. Sein Klang ist so gut (klar, detailreich, mächtig und räumlich), dass es ein Vielfaches des Preises wert ist.

Simply clever

Unter dem Motto "Simply Clever" bietet der Superb mehrere kleine, einfache Innovationen, die das Auto nicht teurer, aber das Leben mit dem Superb viel einfacher machen.

Skoda Superb

Die wichtigsten davon sind Schirmhalter in allen Türen, USB und 230-Volt-Steckdosen auf der Rückseite, Flaschenhalter (1,5 Liter) in allen Türen, eine entfernbare Taschenlampe im Gepäckraum und ein System, das die Betankung mit dem falschen Kraftstoff unmöglich macht. Um im Fond ein Tablet oder Laptop benutzen zu können, bietet Skoda einen Halter an, der in einer Aussparung der Kopfstützen des Vordersitzes und in die Mittelarmlehne hinten passt.

Skoda Superb

Straßenlage

Um den vielfältigen Anforderungen gerecht zu werden, ist der Superb nun mit einem adaptiven Fahrgestell verfügbar. Im Standardmodus ist der Superb daher schon weicher gefedert als in diesem Segment üblich. Im Komfortmodus ist er noch ein Stück weicher, sodass der Superb federt und schwankt wie eine klassische Limousine.

Im Sportmodus fährt und lenkt der Superb genauso wie ein durchschnittliches Auto in diesem Segment. In kritischen Situationen (Ausweichmanöver/unterschätzte Kurven) reagiert der Superb gutmütig und sicher.

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Benziner

Zu dieser cleveren Alternative für eine Limousine gehören auch intelligente Motoren. So fuhren wir zuerst mit dem 1.4 TSI ACT". Dieser Turbo-Motor liefert eine Leistung von 150 PS / 250 Nm. Wenn wenig Leistung gefordert wird, werden zwei der vier Zylinder deaktiviert. Das ist nicht wahrnehmbar und unhörbar, soll aber einen Liter Kraftstoff pro 100 km sparen.

Dieser relativ kleine Motor liefert seine Leistung viel leichter als die größeren Motoren, die häufig in Autos wie diesem geliefert werden. Darüber hinaus ist der 1,4 TSI stark vom Turbo abhängig. Wenn die Drehzahl unter 1500 rpm fällt, kann der Motor fast abschalten. Oberhalb von 4.000 Umdrehungen pro Minute ist die Leistungssteigerung jedoch so überwältigend, dass gut im Lenkrad zu spüren ist, wie die Antriebskräfte die Lenkung beeinflussen.

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Zunächst fühlt sich der 1.4 TSI daher wie ein Motor an, der entweder zu viel oder zu wenig Leistung liefert. Der Fahrer lernt aber nach und nach, die Balance zu halten, und ist es geradezu erfreulich, ein solch lebendiges Auto zu fahren. Darüber hinaus ist der 1.4 TSI in der Praxis sehr wirtschaftlich. Auch auf einer sehr anspruchsvollen Strecke lag der Testverbrauch bei 6,1 Litern pro 100 km.

Als eine Alternative zum 1.4 TSI ist der größere 1.8 TSI Benzinmotor lieferbar. In der Praxis liegt die Differenz aber nicht in der Leistungserhöhung (180 PS / 320 Nm), sondern vor allem in der Ruhe, mit welcher der größere Motor überzeugt. Der 1.8 TSI ist nicht nur leiser, sondern bei niedrigen Drehzahlen auch flexibler. Zugleich beißt er bei hohen Drehzahlen noch besser durch.

Diesel

Der günstigste Diesel auf der Preisliste ist der "1.6 TDI". Die Leistung von 120 PS / 250 Nm reicht aus, um mühelos mit dem Verkehr mitzukommen, aber dabei bleibt es dann auch. Wird mehr Leistung verlangt in den Bergen, beim flotten Überholen auf der Autobahn oder bei Fahrten mit voller Beladung, muss dieser kleine Diesel so hart arbeiten, dass das auf Kosten des Komforts (und des Verbrauchs!) geht.

Der "2.0 TDI" (190 PS / 400 Nm) ist den Aufpreis daher auf jeden Fall wert. Dieser Diesel liefert bei niedrigen Drehzahlen viel Kraft, und das gibt das überlegene Gefühl, welches einem Auto wie diesem zusteht. Und weil der Motor mit so viel Leichtigkeit seine Leistung liefert, ist es einfacher, sparsam zu fahren (Testverbrauch: 5,4 Liter pro 100 km).

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In Kombination mit einer DSG-Automatik wird es aber noch besser. Dank der Doppelkupplung schaltet dieser schneller und reibungsloser, als ein Fahrer es je könnte. Der Komfort ist dann auf einer noch höheren Stufe, und dann ist der Superb auf seinem höchsten Niveau: eine Limousine für den Preis eines Mittelklassewagens.

Fazit

Der Superb ist das Spitzenmodell von Skoda. Zuvor kombinierte der Superb den Platz einer Limousine mit dem nüchternen Ansatz von Skoda. Der neue Superb wählt einen ganz anderen Ansatz: Der Superb bietet das Beste aus dem Hause Skoda.

Damit hat es den Anschein, dass der Hersteller an seinem Ziel vorbei schießt, aber trotz aller Verbesserungen bleibt der Preis ungeändert scharf. Gleichzeitig ist es noch schwieriger, zu lokalisieren, wo Skoda gespart hat, um zu einem solch günstigen Preis zu kommen. Die Liste der Nachteile beschränkt sich auf einige "Kleinigkeiten", während die Aufzählung der Pluspunkte zu lang wäre für dieses Fazit. Kurz gesagt, das Flaggschiff von Skoda ist "superber" geworden.

plus
  • Prima Fahreigenschaften
  • Geräumig wie eine Limousine
  • Hervorragendes Preis-/Leistungsverhältnis
min
  • Handschuhfach unhandlich klein
  • Mäßige Akustik des Audiosystems im Fond
  • Störender Buckel mitten im Boden vor der Hinterbank