Hyundai Matrix
Die Kleinkarierheit
Wie macht man ein gutes Auto? Der erste Schritt ist, die
Kunst bei der Konkurrenz abzugucken. Wenn klar ist, welches die
starken und schwachen Punkte bei den anderen Autos sind, ist es an
der Zeit, alle starken Punkte in einem eigenen Auto zu
bündeln. Einen netten Namen geben, das Ganze mit den
Marketing-Terminen mixen, einen bekannten Designer bitten, dem
Ganzen seinen Namen zu geben und gut durchrühren. Und wenn Sie
Hyundai heißen, dann bieten Sie das Auto für einen
unwahrscheinlich niedrigen Preis an.
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Hyundai erklärt den Namen Matrix wie folgt: In der
Mathematik ist es das Wort für ein geordnetes System von
Werten, ein geometrisches und systematisches Muster. Hyundai hat es
auf junge Fahrer abgesehen. Menschen, die einen aktiven Lebensstil
lieben und dabei auch viel Platz für einen genauso dynamischen
Lebensstil benötigen. Um dies durchzusetzen, hat Hyundai
den Designer Pininfarina gebeten, sich um das Design des Autos zu
kümmern, und, was noch wichtiger ist, sein Markenzeichen auf
der Seite des Autos anzubringen.
Das Fenster wurde plötzlich zu einem auffallenden
Stilelement, weil die unterste Linie der Fenster nicht
durchläuft. Die Fenster in den Türen laufen richtig sehr
tief durch. So entsteht ein großzügiges Raum- und
Freiheitsgefühl. Und wie es sich bei einem MPV (Multi Purpose
Vehicle) gehört, braucht man sich über den Platz nicht zu beschweren.
Platz
Für das Design des Innenraums hat Hyundai die anderen
Hersteller gut beobachtet. Ein ganz eigener Beitrag kombiniert den
Platz mit einer guten Ergonomie und einer netten Ausstattung. So
befinden sich die Instrumente mitten auf dem Armaturenbrett. Der
Tacho befindet sich zentral und hat eine schöne Skala in drei
Grautönen. Ein kleiner Drehzahlmesser und ein LCD-Display
für den Tripcomputer befinden sich drum herum. Letzterer darf
nicht mit einem Bordcomputer verwechselt werden, weil der
Tripcomputer auf Informationen über die durchfahrenen Strecken
und den Aktionsradius im Verhältnis zum Fahrstil begrenzt ist.
Es fehlt jedoch eine Funktion, die den aktuellen und
durchschnittlichen Verbrauch anzeigen würde.
Der Rest des Armaturenbrettes ist in zwei Kunststoffsorten
ausgeführt, jeder mit eigener Textur und Farbe. Zentral auf
der Mittelkonsole befinden sich drei Knöpfe für die
Temperaturregelung. Alle Ausführungen vom Matrix nach dem
Einstiegsmodell sind serienmäßig mit Klimaanlage
ausgestattet. Die Mittelkonsole läuft durch nach unten, wo der
Schaltknüppel nicht auf dem Fußboden, sondern mitten auf
der Mittelkonsole platziert ist. Der Schaltknüppel liegt
perfekt in Reichweite, ohne dass man sich je vergreift. Die
Handbremse befindet sich jedoch auf dem Fußboden und scheint
– auch durch die hohen Sitze - besonders tief eingebaut zu sein.
Man hat die Ergonomie des Matrix gut durchdacht, aber mindestens
ebenso wichtig ist der Stauraum für einen MPV, deswegen hat
man auch die Rücksitzbank auf Schienen gesetzt. Dadurch kann
man die Rücksitzbank 20 cm nach vorne oder nach hinten
schieben, um entweder mehr Beinfreiheit oder einen
größeren Kofferraum zu schaffen. Eine Besonderheit des
Matrix ist, dass man die Rücksitzbank nicht nur in zwei Teilen
(60:40) hochklappen, sondern auch in zwei Teilen verschieben kann!
Außerdem ist es auch möglich, die zwei Teile der
Rückenlehne unabhängig voneinander zu verstellen, so dass
die Passagiere hinten wahlweise mehr aufrecht oder mit
ausgestreckten Beinen sitzen können. Der Kofferraum misst
standard 354 Liter und kann bis zu maximal auf 1284 Liter
vergrößert werden.
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Punkte
Mit solchen Schritten kann man schnell Punkte sammeln, aber man
hat auch an die Details gedacht. Hinten befinden sich 12 Volt
Steckdosen für den Laptop oder den Spielcomputer. Auch vorne
im Auto befindet sich außer dem Zigarettenanzünder eine
zusätzliche Steckdose. Der Innenraum ist weiter mit einer
Vielfalt von Fächern und Ablagen ausgerüstet, u.a. ein
Becherhalter vor dem Beifahrer in der Mittelkonsole, zwei
Becherhaltern zwischen den Sitzen, ein praktischer Griff unter dem
Handschuhfach, Seitenablagen im Kofferraum, praktische Klapptische
in der Rückenlehne der Vordersitze und ein längliches
Fach unter dem Radio fürs Mobiltelefon.
Und was das Radio betrifft: genauso wie bei anderen Modellen,
scheint Hyundai einen Designer mit zusätzlichem Interesse
fürs Audio im Hause zu haben. Die Platzierung der Lautsprecher
bewirkt, dass der Ton in diesem Matrix sogar mit dem preiswertesten
Radio optimal zur Geltung kommt. Für manche kann es nur ein
Detail sein, aber wer viel Zeit im Auto verbringt, wird diesem
unbekannten Designer aus dem Hyundai-Team dankbar sein.
Motoren
Der Matrix ist mit einem 1.6-Liter oder einem 1.8-Liter
Benzinmotor lieferbar. Später kommt noch ein spezieller
1.5-Liter 3-Zylinder Diesel dazu, der einen spektakulär
niedrigen Verbrauch mit guten Leistungen kombinieren muss. Dieses
Testauto ist jedoch mit dem flottesten Benzinmotor ausgestattet und
erzielt damit sehr akzeptable Leistungen. Da ein MPV ein hohes und
großes Auto bleibt, kann man keine Wunder erwarten. Die 123
PS, die der 4-Zylinder liefert, enttäuschen den Fahrer im
täglichen Verkehr nie und sorgen dafür, dass der Matrix
problemlos mit dem restlichen Verkehr mitkommt. In der Stadt ist
der Motor bei niedriger Umdrehungszahl angenehm stark. Das ist z.B.
im Stau sehr gut, weil man kaum aufs Gas treten muss, um mit dem
weiterkriechenden Berufsverkehr mitzurollen. Wenn der Motor hart
arbeiten muss, ist das gut hörbar.
Fazit
Die Koreaner haben das Konzept "Midi-MPV" gut verstanden und
beweisen das mit dem Hyundai Matrix. Das Auto repräsentiert
alle starken Punkte der direkten Konkurrenz. Die schlaue
Konstruktion der Rücksitzbank, der geräumige Innenraum,
die gute Verarbeitung und die durchdachten ergonomischen Details
machen aus dem Matrix einen gelungenen Midi-MPV. Dazu kommen sehr
gute Fahreigenschaften und ein angenehmer Motor. Als Krönung
des Ganzen, verlangt Hyundai einen bescheidenen Preis für den Matrix.
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