20 Juni 2002
 

Ford Fiesta

Hurra, es ist ein Fiesta!

Autotest | Am 1. Juni ist der Fiesta geboren, der Vater: Mondeo und die Mutter: Focus. Der Fiesta wurde schon lange erwartet und wurde drei Monate früher geboren, als geplant. Der Fiesta ist 3,92 m lang und wiegt 1103 kg. Mutter und Kind geht es gut und sie freuen sich sehr über Besuch. Autozine ging zum Besuch an's Wochenbett.
 

Eigentlich war der neue Ford Fiesta für Anfang September geplant, aber weil das große Publikum nicht mehr auf den neuen Sproß der Familie Ford warten konnte, wurde die Geburt auf den Juni verschoben.

Im Vergleich zur vorherigen Fiesta Generation, ist der Newcomer auf allen Seiten gewachsen. Vorläufig ist nur eine 5-Tür Version lieferbar und diese sieht massiv aus. Deswegen wird der Fiesta nicht mehr die Preislisten von Ford anführen, sondern der Ka ist der neue Einsteiger. Der neue große Fiesta hat die glatten Linien des Vaters Mondeo und die Augen der Mutter Focus, obwohl die scharfen Kanten tadellos sind. Die 15" Leichtmetallfelgen, die zum größten Teil den Charakter dieses Kindes bestimmen, sind nicht als ein Produkt des Vaters oder der Mutter zu erkennen, aber stehen dem Benjamin sehr gut.

Familienmerkmale

Selbstverständlich ist dieser Kleine nicht so groß wie seine Eltern, deswegen ist der Platz auf der Rücksitzbank gerade ausreichend (vor allem die Kopffreiheit läßt noch etwas zu wünschen übrig). Der Raum vorne ist gut, wobei das verstellbare Lenkrad und die angenehmen Sitze eine sehr gute Sitzposition garantieren.

Das Design des Innenraumes ist deutlich als Verschmelzung von Mondeo und Focus erkennbar. Die letzte Generation ist wieder etwas besser durchdacht. Das Armaturenbrett besteht aus den gleichen fließenden Linien, die für den Ford Mondeo charakteristisch sind. Alle Bedienungselemente sind auf kleinen "Inselchen" gruppiert. Obwohl andere Autos wirklich kein besonderes suchen erfordern, gibt die Bedienung dieser deutlich separaten Gruppen ein besonders gelassenes und übersichtliches Bild. Ein anderes Familienmerkmal ist das Cockpit über den Instrumenten, die prominent auf dem Armaturenbrett stehen.

Ford Fiesta

Die hier gefahrene "First Edition"-Ausführung ist reichlich mit Extras ausgestattet, u.a.: Air-Conditioning, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrisch bedienbare Heckscheiben(nur vorne), beheizte Windschutzscheibe und ein ordentlich ausgestattetes Audiosystem. Der Empfang des Radiox ist zwar in bestimmten Gebieten Deutschlands etwas begrenzt, aber das Hörbild ist (im Neutralstand) sehr angenehm.

Das Gefühl, welches die verwendeten Materialien und Verarbeitung geben, ist nicht das von einem kleinen billigen Auto, sondern von einem kompakten kompletten Auto. Nur die Verarbeitung des Kofferraumes ist verbesserungsfähig. Dieses jüngste Mitglied der Familie Ford formt offenbar eine neue durchentwickelte Generation. Eine Revolution ist es jedoch nicht.

Ford Fiesta

Familiegefühl

Nur ganz wenige Hersteller haben ein so ausgesprochenes Familiengefühl, daß das Auto sogar blindlings zu erkennen ist. Ford ist einer von denen. Der Motor, die Kupplung, das Schaltgetriebe, das Gaspedal und die Lenkung sind so aufeinander abgestimmt, daß die ganze Mechanik aus einem massivem Block gemacht zu sein scheint. Alles fühlt sich solide, dauerhaft und stark.

Das 1.4-Liter Triebwerk von diesem Testauto hat 80 PS bei 5700 U/min und funktioniert fast ohne zittern. Erst wenn der Motor nach langer Fahrt ausgemacht wird, verursacht das Abkühlen des Motors ein leichtes Zittern, das zusammen mit einem tiefen Murmeln von hinten gut zu hören ist. In den ersten vier Gängen ist der Jüngling flott, locker, ausgelassen und trotz des jungen Alters bereits schneller als viele Artgenossen mit vergleichbaren Spezifikationen. Der 5. Gang ist ein echter Spargang, in dem die Reaktion auf das Gas gering ist, jedoch der Schallpegel angenehm niedrig bleibt. Trotzdem leidet der neuste Ford auch an einer typischen Familien-Krankeit: der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch ist sehr hoch.

Die Servolenkung paßt vollkommen zum Gefühl des Autos: nicht zu schwer, nicht zu leicht, genau gut. Auch Bremsen (mit Scheiben vorne und Trommeln hinten) punkten ein ausreichend, aber sind nicht so sublim wie der Rest.

Die Straßenlage hat der Fiesta zweifellos von der Mutter Focus übernommen, weil nur dieses Auto die seltsam gute Zwischenform von Kommunikation und Komfort kennt. Jedes Detail auf der Straße fühlt man zwar im Auto, aber nichts macht das Fahren unbequem. Dadurch ist der Fiesta nicht nur besonders angenehm zu fahren, sondern auch sehr sicher. Bei hohen Geschwindigkeiten sind Ausweichmanöver absolut kein Problem, schnell genommene Kurven sind nur reizend. Auch während der sehr regnerischen Testperiode konnte das Auto ein Sicherheitsgefühl in extremen Situationen geben. Was die passive Sicherheit betrifft, ist der neue Fiesta offenbar ein Kind dieser Zeit, weil sechs Airbags, ABS und EBD Standard sind.

Fazit

Die Familie Ford erwartet viel von dem jüngsten Sprößling. Nach dieser ersten Bekanntschaft kommt man zur Schlußfolgerung, daß die Erwartungen zur Geltung kommen werden. Der neue Ford Fiesta ist ein gut durchgedachtes Auto, das zeigt, daß die Evolutionslehre im Bereich PKW zutrifft. Obwohl der jüngste Ford in keinem Punkt erneuert oder revolutionär ist, ist das Auto bis zu den Feinheiten perfektioniert worden. Dank seines neuen Gesichts wird der neue Fiesta viele Freunde gewinnen, die moderne Technik garantiert Erfolg in der Schule und die umfangreichen Sicherheitsmaßnahmen ein langes Leben.(Ivo Kroone).

plus
  • Komplette Ausstattung
  • Starker und leiser Motor
  • Sublime Straßenlage
min
  • Sehr großer toter Winkel
  • Kopfstütze zu tief / Gurt zu tief
  • Kein Platz für den linken Fuß