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Eigentlich war der neue Ford Fiesta für Anfang September
geplant, aber weil das große Publikum nicht mehr auf den
neuen Sproß der Familie Ford warten konnte, wurde die Geburt
auf den Juni verschoben.
Im Vergleich zur vorherigen Fiesta Generation, ist der Newcomer
auf allen Seiten gewachsen. Vorläufig ist nur eine 5-Tür
Version lieferbar und diese sieht massiv aus. Deswegen wird der
Fiesta nicht mehr die Preislisten von Ford anführen, sondern
der Ka ist der neue Einsteiger. Der neue große Fiesta hat die
glatten Linien des Vaters Mondeo und die Augen der Mutter Focus,
obwohl die scharfen Kanten tadellos sind. Die 15"
Leichtmetallfelgen, die zum größten Teil den Charakter
dieses Kindes bestimmen, sind nicht als ein Produkt des Vaters oder
der Mutter zu erkennen, aber stehen dem Benjamin sehr gut.
Familienmerkmale
Selbstverständlich ist dieser Kleine nicht so groß
wie seine Eltern, deswegen ist der Platz auf der Rücksitzbank
gerade ausreichend (vor allem die Kopffreiheit läßt noch
etwas zu wünschen übrig). Der Raum vorne ist gut, wobei
das verstellbare Lenkrad und die angenehmen Sitze eine sehr gute
Sitzposition garantieren.
Das Design des Innenraumes ist deutlich als Verschmelzung von
Mondeo und Focus erkennbar. Die letzte Generation ist wieder etwas
besser durchdacht. Das Armaturenbrett besteht aus den gleichen
fließenden Linien, die für den Ford Mondeo
charakteristisch sind. Alle Bedienungselemente sind auf kleinen
"Inselchen" gruppiert. Obwohl andere Autos wirklich kein besonderes
suchen erfordern, gibt die Bedienung dieser deutlich separaten
Gruppen ein besonders gelassenes und übersichtliches Bild. Ein
anderes Familienmerkmal ist das Cockpit über den Instrumenten,
die prominent auf dem Armaturenbrett stehen.
Die hier gefahrene "First Edition"-Ausführung ist
reichlich mit Extras ausgestattet, u.a.: Air-Conditioning,
Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung, elektrisch bedienbare
Heckscheiben(nur vorne), beheizte Windschutzscheibe und ein
ordentlich ausgestattetes Audiosystem. Der Empfang des Radiox ist
zwar in bestimmten Gebieten Deutschlands etwas begrenzt, aber das
Hörbild ist (im Neutralstand) sehr angenehm.
Das Gefühl, welches die verwendeten Materialien und
Verarbeitung geben, ist nicht das von einem kleinen billigen Auto,
sondern von einem kompakten kompletten Auto. Nur die Verarbeitung
des Kofferraumes ist verbesserungsfähig. Dieses jüngste
Mitglied der Familie Ford formt offenbar eine neue durchentwickelte
Generation. Eine Revolution ist es jedoch nicht.
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Familiegefühl
Nur ganz wenige Hersteller haben ein so ausgesprochenes
Familiengefühl, daß das Auto sogar blindlings zu
erkennen ist. Ford ist einer von denen. Der Motor, die Kupplung,
das Schaltgetriebe, das Gaspedal und die Lenkung sind so
aufeinander abgestimmt, daß die ganze Mechanik aus einem
massivem Block gemacht zu sein scheint. Alles fühlt sich
solide, dauerhaft und stark.
Das 1.4-Liter Triebwerk von diesem Testauto hat 80 PS bei 5700
U/min und funktioniert fast ohne zittern. Erst wenn der Motor nach
langer Fahrt ausgemacht wird, verursacht das Abkühlen des
Motors ein leichtes Zittern, das zusammen mit einem tiefen Murmeln
von hinten gut zu hören ist. In den ersten vier Gängen
ist der Jüngling flott, locker, ausgelassen und trotz des
jungen Alters bereits schneller als viele Artgenossen mit
vergleichbaren Spezifikationen. Der 5. Gang ist ein echter
Spargang, in dem die Reaktion auf das Gas gering ist, jedoch der
Schallpegel angenehm niedrig bleibt. Trotzdem leidet der neuste
Ford auch an einer typischen Familien-Krankeit: der
durchschnittliche Kraftstoffverbrauch ist sehr hoch.
Die Servolenkung paßt vollkommen zum Gefühl des
Autos: nicht zu schwer, nicht zu leicht, genau gut. Auch Bremsen
(mit Scheiben vorne und Trommeln hinten) punkten ein ausreichend,
aber sind nicht so sublim wie der Rest.
Die Straßenlage hat der Fiesta zweifellos von der Mutter
Focus übernommen, weil nur dieses Auto die seltsam gute
Zwischenform von Kommunikation und Komfort kennt. Jedes Detail auf
der Straße fühlt man zwar im Auto, aber nichts macht das
Fahren unbequem. Dadurch ist der Fiesta nicht nur besonders
angenehm zu fahren, sondern auch sehr sicher. Bei hohen
Geschwindigkeiten sind Ausweichmanöver absolut kein Problem,
schnell genommene Kurven sind nur reizend. Auch während der
sehr regnerischen Testperiode konnte das Auto ein
Sicherheitsgefühl in extremen Situationen geben. Was die
passive Sicherheit betrifft, ist der neue Fiesta offenbar ein Kind
dieser Zeit, weil sechs Airbags, ABS und EBD Standard sind.
Fazit
Die Familie Ford erwartet viel von dem jüngsten
Sprößling. Nach dieser ersten Bekanntschaft kommt man
zur Schlußfolgerung, daß die Erwartungen zur Geltung
kommen werden. Der neue Ford Fiesta ist ein gut durchgedachtes
Auto, das zeigt, daß die Evolutionslehre im Bereich PKW
zutrifft. Obwohl der jüngste Ford in keinem Punkt erneuert
oder revolutionär ist, ist das Auto bis zu den Feinheiten
perfektioniert worden. Dank seines neuen Gesichts wird der neue
Fiesta viele Freunde gewinnen, die moderne Technik garantiert
Erfolg in der Schule und die umfangreichen
Sicherheitsmaßnahmen ein langes Leben.(Ivo Kroone).
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