15 Januar 2014

Mazda-museum

Zoom Zoom über die Jahre hinweg

Automuseum | Es ist faszinierend, die Auswirkungen eines großen Unternehmens auf eine Stadt zu sehen. Mazda hat seinen Hauptsitz in der japanischen Stadt Hiroshima, und bereits bei der Annäherung an die Stadt fällt auf, dass Mazda das Straßenbild dominiert. Fast jedes Taxi ist ein Mazda. Es gibt ein Mazda-Krankenhaus, und es ist klar, wer das "Zoom-Zoom"-Stadion fördert. Kurz gesagt ist dies der ideale Ort, um in die Geschichte Mazdas einzutauchen!
 

Bereits in ferner Vergangenheit beherbergte die Stadt Hiroshima eine Menge kleiner Betriebe, die sich mit Eisenschmieden beschäftigten. Zusammen mit der Verfügbarkeit eines großen offenen Platzes formte dies den idealen Ausgangspunkt für eine Autofabrik. Mittlerweile ist die Stadt fast rund um die Fabrik gewachsen.

Dies ist während der Fahrt mit dem Bus von der Zentrale zur Mazda-Fabrik gut sichtbar. Das Gelände ist so groß, dass es auch Brücken über Flüsse und ganze Wohnblöcke umfasst! Das Mazda-Museum ist in einer ehemaligen Garage auf dem Fabrikgelände untergebracht. Daher sind die Decken so niedrig, dass Europäer leicht gebückt herumlaufen müssen!

Die Anfangsjahre

Die Geschichte des Unternehmens, das man heute als "Mazda" kennt, fängt in einem etwas unglücklichen Moment an. In den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts lag die Wirtschaft Japans am Boden. Die meisten Autohersteller lösten dieses Problem, indem sie Luxus-Autos für Würdenträger produzierten; die einzige Gruppe, die es sich noch leisten konnte, ein Auto zu kaufen. Mazda wählte eine andere Richtung und entwickelte das "Mazda-Go", ein Dreirad (1931), um die Transport-Bedürfnisse kleiner Unternehmen zu erfüllen. In den frühen Jahren hatte Mazda nur Konkurrenz von Daihatsu zu befürchten und wuchs schnell.

Das erste Familienauto von Mazda kam im Jahr 1960: das "R360 Coupé", ein schnuckeliges Auto (weiß mit blauem Dach auf dem Foto) mit Heckantrieb und dem Motor (2 Zylinder, 16 PS) im Heck. Der R360 war vor allem in der eigenen Region ein absoluter Verkaufserfolg, den Rest von Japan dominierte Subaru.

Dem R360 folgte der Viertürer "Carol 600 Deluxe" (1963), ein vollwertiger Viersitzer mit vier Türen. Das hier gezeigte Exemplar ist der einmillionste Mazda, und deshalb rollte dieses Auto direkt vom Band ins Museum. Während die meisten Autos im Museum nicht fahrbereit sind (das wäre laut Kurator zu teuer), hat dieser goldfarbene Carol nur 60 km auf dem Tacho, ist also noch wie neu.

Sportlich

Im Jahre 1967 zeigte Mazda zum ersten Mal seinen so unverwechselbaren sportlichen Charakter mit dem "Cosmo Sport". Dies ist das erste Coupé mit einem Wankelmotor (zwei Zylinder, 491 ccm, 110 PS). Einige Jahre später folgte der "Familia Presto Rotary Coupé" (1970), der nur halb so viel kostete und mit praktisch dem gleichen Motor daherkam. Der Cosmo war dank seiner eleganteren Erscheinung das mit Abstand begehrteste Coupé.

Im nächsten Raum stehen die 80-er und 90-er Jahre des letzten Jahrhunderts im Mittelpunkt. Erneut legte Mazda die Betonung auf Technik mit dem "RX7" und den amerikanisch gestylten "Eunos Cosmo" (1992). Letzterer wurde nie außerhalb Japans verkauft und hat einen Wankelmotor mit drei anstelle von zwei Rotoren. Dies verbesserte die Leistung (280 PS, 654 ccm drei Mal), aber führte auch zu einem (noch) höheren Verbrauch.

Den größten Erfolg mit dem Wankelmotor erzielte Mazda mit dem "787B" (1991), mit welchem Japan zum ersten (und letzten) Mal die 24 Stunden von Le Mans gewann. Der 787B verfügt über vier Rotoren und erzeugt eine Kapazität von viermal 654 ccm, also satte 700 PS. Dieser Rennwagen wurde zentral in einem Raum aufgestellt, in welchem die Funktion des Wankelmotors mittels vieler Schnittmodelle demonstriert wird.

Auto des Jahres

Mazda arbeitet traditionell für die Entwicklung von Kleinwagen mit Suzuki zusammen. Bis zum heutigem Tage sind viele Suzuki in Japan auch unter dem Namen Mazda lieferbar. Ein ganz besonderer Suzuki-Klon ist der "Z-1" (1992), ein kleiner Sportwagen mit Flügeltüren und Mittelmotor, der dank der minimalen Abmessungen in Japan für Steuerentlastungen in Frage kommt.

Die erste Generation des Mazda 323 kennt man in Japan als "Familia". Dieses Auto war das erste Auto des Jahres in Japan (1980) und war in Japan auch als Cabrio erhältlich. Auch zeigt Mazda stolz das japanische Auto des Jahres 1982, nämlich den 626.

Fabrikbesuch </ h3>

Im Mazda-Museum wird auch gezeigt, wie Autos entwickelt werden. Als anschauliches Objekt benutzt man dafür den Mazda CX-5, das letzte Auto des Jahres. Im Museum sind die Original-Skizzen, ein 1:1-Tonmodell und ein Modell des Armaturenbretts zu sehen.

Anschließend wird der Besucher mittels verschiedener Modelle mit dem Produktionprozess vertraut gemacht, vom Stanzen (die Bearbeitung von Stahl-Coils zu Karosserieteilen) über die Sprühtechnik bis zur Montage eines Autos. Mit diesen Kenntnissen ausgestattet geht der Besuch nahtlos zum eindrucksvollsten Teil der Fabrik über: die "Montage". Hier werden blanke Metallrahmen mit Fenstern, Türen, Armaturenbrett und mehr versehen, und vor den Augen des Besuchers entsteht ein Auto.

Wie in den meisten Autofabriken ist Fotografieren nicht erlaubt. Der Besucher wird auch auf sicheren Abstand gehalten; sie laufen auf einer Plattform einige Meter oberhalb der Produktionslinie.

Zu guter Letzt

Eine Sammlung von Designstudien zeigt, wie die Zukunft laut Mazda aussieht. Dabei steht nicht so sehr das Aussehen, sondern eher die Technik im Mittelpunkt. Im Laufe der Jahre hat Mazda nämlich auf Wasserstoff gesetzt. Das beinhaltet nicht ausdrücklich die "Brennstoffzelle", da es nach Mazda zu lange dauert, bis ein ausreichendes Netz von Wasserstoff-Tankstellen aufgebaut ist. Daher entwickelt Mazda einen Hybriden, der das beste aus beiden Welten in Voraussicht stellt.

Fazit

Die Zentrale und das Hauptwerk von Mazda befinden sich in der japanischen Stadt Hiroshima. Nach Terminabsprache bekommen Besucher einen Rundgang sowohl durch das Museum als auch durch die Fabrik. Das Werk ist etwas Besonderes, weil es über die Jahre so gewachsen ist, dass die Stadt und die Fabrik nahtlos ineinander übergehen.

Das Mazda-Museum ist relativ klein, vor allem im Vergleich zu ähnlichen Museen anderer Marken. Dies gilt nicht nur für die Größe der Sammlung, sondern auch für die Präsentation. Es gibt nur wenige interaktive Elemente, und die Dekoration ist schlicht. Das Museum bietet trotzdem einen guten Einblick in der Geschichte Mazdas, die Produktionsmethoden und Ideen für die Zukunft.