6 Juli 2013
Mazda MX-5

Mazda MX-5

Reise durch Japan

Autotest | Welches ist das beste Auto, um eine Reise durch Japan zu machen? Es muss auf jeden Fall ein japanisches Auto sein, das passt. Der Favorit der Redaktion ist der Nissan GT-R. Allerdings ist die Reise damit viel zu schnell vorbei. Ein Lexus LS vielleicht? Zu komfortabel, das wáre, als würde man auf einer Couch sitzend die Landschaft an sich vorbeiziehen sehen. Es wird schnell klar, dass es nur eine logische Wahl gibt: den Mazda MX5. Damit kann der Fahrer Japan sehen, fühlen, riechen, hóren und optimal genießen.
 

Die Reise beginnt beim "Park Hyatt Hotel" in Tokio, bei Japan-Fans bekannt aus dem Film "Lost in Translation". Da fáhrt unser Testwagen mit der Würde eines Filmstars vor. Ausgestattet in Perlmuttweiß mit schwarzen Akzenten sieht der MX5 wirklich sehr schón aus!

Mazda MX-5

Tokio

Bereits nach wenigen Minuten Fahrt durch Tokio wird klar, dass der MX5 die richtige Wahl war. Die Hochháuser sind beeindruckend, und das sieht man am besten, wenn man ohne Dach fáhrt. Die Stadt vibriert: Vor jedem Laden stehen Verkáuferinnen mit niedlichen Quietsche-Stimmen und Preisen ihre Ware an. Auf fast jedem freien Platz gibt es eine Litfaßsáule, die mit Bild und Ton für ein Produkt wirbt.

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Und dann sind da noch die Menschenmassen, die Fahrradfahrer nicht zu vergessen und der übrige Verkehr, der sich über eine Vielzahl von Fahrbahnen durch die Stadt bewegt. Für so Manchen ist das alles zu viel; der Testfahrer bekommt davon jedoch so viel Energie, dass der Jetlag mit einem Schlag vergessen ist.

Der Komfort bei einer Fahrt mit offenem Dach ist prima. Die Insassen sitzen im Windschatten, und die Geráusche vom Fahrtwind und von der Mechanik sind gering. Trotzdem schließen wir das Dach, kurz nachdem wir Tokio verlassen haben. Das erste Ziel ist Kyoto, 560 km entfernt. Die erste Hálfte der Fahrt ist sehr langweilig, und um einem Sonnenbrand zuvorzukommen, ist es besser, das Dach zu schließen.

Mazda MX-5

Um Gewicht zu sparen, hat Mazda die einfachste Konstruktion gewáhlt, die es gibt. Das Dach wird nicht elektrisch betátigt, und das ist in der Praxis einfach besser. Mit nur einem Griff wird das Dach verriegelt und wieder entriegelt, wobei es in einer Bewegung geóffnet oder geschlossen werden kann.

Diese leichte Konstruktion bedeutet aber auch, dass die Schalldámmung nicht so gut ist wie die anderer Cabrios mit Stoffhaube. Außerdem ist der Kopfraum beschránkt; wer gróßer ist als 1,80 Meter, hat Schwierigkeiten, eine gute Sitzpostion zu finden.

Mazda MX-5

Kyoto

Zum Glück verfügt der Testwagen über eine perfekte Audioanlage, und mit dem Genuss von "J-Pop" verfliegt die Zeit. Kyoto bietet all das, was Reiseführer versprechen. Das gebuchte Hotel befindet sich inmitten von "Gion",, der Region, wo die Geishas wohnen und es die meisten Tempel gibt. Am náchsten Tag ist es für unseren Fotografen ein wahres Fest.

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Am Sonntag ist es an der Zeit die Umgebung von Kyoto zu erkunden. Nicht nur die Innenstadt, auch die Landschaft um Kyoto herum ist von einer atemberaubenden Schónheit. Durch die Woche arbeiten die Japaner sehr hart, ein 8-stündiger Arbeitstag ist undenkbar, 12 Stunden sind eher angesagt. Das Geld gibt man für getunte Autos und schnelle Motorráder aus, die man am Wochenende gerne zeigt, und dann genießen die hart arbeitenden Leute in vollen Zügen.

Mazda MX-5

Mit ein wenig Kenntnis der Sprache, einem breiten Lácheln und einem funkelnagelneuen Cabrio gewinnt man schnell neue Freunde.

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Route 162

Von einem "Mazda MX5" hat man in Japan noch nie gehórt. Das Auto kennt man hier nur unter dem Namen "Roadster" (sprich: "Loodstah"). Route 162, so stellt sich heraus, ist der beliebteste Weg durch die Berge. Der MX5, pardon, "Roadster", kommt hier zu seinem Recht. Der MX5 ist ein klassischer Sportwagen mit Frontmotor und Heckantrieb. Teilweise aus diesem Grund ist das Gefühl in der Steuerung sehr genau (die Vorderráder werden nicht durch treibende Kráfte "gestórt"). Damit beißt sich das Auto wunderbar in die Kurven.

Mazda MX-5

In der Regel sind Japaner áußerst pflichtbewusst. Auch mitten in der Nacht wird kein Fußgánger einen Zebrastreifen bei roter Ampel überqueren. Was man nicht darf, macht man nicht. Aber die maximale Geschwindigkeit von 80 km/h wird massiv überschritten! Es ist sogar sicherer, zu schnell zu fahren, weil diejenigen, die sich an das Limit halten, eine fahrende Schikane bilden.

Der Testwagen ist mit einem 2,0-Liter-Motor ausgestattet, der eine Leistung von 160 PS / 188 Nm bringt. Wenn nicht rasant gefahren wird, ist der MX5 ein sehr bescheidenes Auto, das mühelos mit dem Verkehr mitkommt. Für das Modelljahr 2013 wurde das Gaspedal leicht modifiziert, wodurch das Auto noch lebendiger geworden ist. Tritt man das Gaspedal etwas tiefer ein, erklingt aus beiden Auspuffrohren ein unerwartet aggressives Gebrüll, und der Roadster beschleunigt rasant.

Mazda MX-5

Die Übersetzungsverháltnisse wurden so gewáhlt, dass der MX5 bis zur Hóchstgeschwindigkeit von über 200 km/h beschleunigt. Die Gangwechsel sind sehr kurz, so dass eine Bewegung mit dem Handgelenk ausreicht, um zu schalten. Der sechste Gang ist kein Kraftstoff sparender "Overdrive", sondern ein echter Gang für maximale Leistung bei hoher Geschwindigkeit. Dies hat jedoch zur Folge, dass der Straßenlárm bei Geschwindigkeiten über 100 km/h drastisch erhóht ist.

Mazda MX-5

Hamamatsu

Nach den touristischen Vorgaben stehen einige Business-Meetings auf dem Programm. Das erste ist im Toyota-Werk in "Toyota City". Einen Tag spáter folgt ein Besuch in der Zentrale von Suzuki in der Stadt Hamamatsu. Statt eines Business-Hotels mit wenig Charakter entschieden wir uns für ein traditionelles japanisches Hotel in einem Ferienort, genau zwischen den beiden Autofabriken.

Das geplante Fotoshooting am Strand jedoch fállt sowohl im wórtlichen und im übertragenen Sinne ins Wasser. Es ist Ende Mai, und die Regenzeit hat angefangen. Von nun an regnet es jeden Tag.

Glücklicherweise ist der MX5 nun in der Lage, sich reichlich zu beweisen. Beim MX5 geht es nicht nur darum, das Ziel zu erreichen, es geht vor allem darum, dass die Fahrt selbst so angenehm wie móglich ist.

Mazda MX-5

Fazit

Der Mazda MX5 ist das ideale Auto für eine Reise durch Japan? Ganz bestimmt! Nur in einem Cabrio sind die Insassen in der Lage, die Landschaft voll und ganz genießen zu kónnen. Der MX5 ist sowohl ein herrliches Auto für eine Tour als auch ein sportliches Auto um die Fahrt selber zu genießen.

Im Laufe der Jahre wurde der MX5 verfeinert, und das spürt man. Für das Modelljahr 2013 wurden die Lenkung, die Aufhángung und der Motor besser aufeinander abgestimmt. Dadurch macht es noch mehr Spaß, dieses Auto zu fahren. Der Mazda MX5 ist daher nicht nur der beliebteste Roadster weltweit, sondern auch das beliebteste Auto der Redaktion für eine Reise durch Japan.

plus
  • Pures cabrio
  • Prima Leistung
  • Direkte Lenkung, prima Fahrgestell
min
  • Cabriohaube mássig issoliert
  • Bedienung der Fenster willkürlich
  • Beschránkte Sicht rundum mit geschlossenem Dach