21 Juni 2013

Suzuki Plaza

Klein aber fein

Automuseum | Die Stad Hamamatsu ist wahrscheinlich die am meisten deprimierende Stad Japans. Und gerade da findet man die Fabriken und den Hauptsitz von Suzuki. Auch den "Suzuki Plaza" findet man hier: ein Besucherzentrum wo man sehen kann wie ein Suzuki gebaut wird, jetzt und früher. Der Besuch an dem immer grauem Hamamatsu wurde zu einem Vergnügen...
 

Eine Eins für Originalität: Ein Besuch bei Suzuki Plaza startet nicht mit dem ersten Model, wie fast alle Museen. Stattdessen beginnt der Besuch mit ... ein Treffen!

Das 3.489 Quadratmeter große Gebäude befindet sich direkt neben einer der Fabriken von Suzuki. Ein Besuch an eine Fabrik ist nicht möglich. Stattdessen wird gezeigt, wie ein Suzuki von der Skize bis zur Produktion, hergestellt wird.

In einer inszenierten Sitzung tauschen die Designer erste Ideen aus. Sie wünschen sich ein geräumiges, komfortabeles, wirtschaftliches und trotzdem erschwingliches Auto. Es ist zwar keine geniale Idee, aber die nachlässig nachsynchronisierten Aufnahmen mit perfekt Englisch sprechenden Japaner, wirkt auf die Lachmuskeln.

In dem nächsten Raum, sieht man wie ein Auto von einer Skizze, über ein Tonmodell zum Prototyp kommt. Allmählich wird klar, das es sich dabei um ein Suzuki Splash handelt. Im Suzuki Plaza kann man die vier ursprünglichen Konzepte sehen wovon eins letztendlich gewählt wurde für das Serienmodell.

Während eines solchen Prozesses wird der Wagen mit Hilfe einer Computersimulation in einer Vielzahl von Farben in den verschiedensten Umgebungen gezeigt. Der Besucher kann ein virtuelles Splash in einer Farbe nach Wahl in einer Umgebung nach Wahl, fahren lassen. Dank der vielen interaktiven Ausstellungsteile macht der Suzuki Plaza auch für Kinder Spaß.

Fabrik

Sobald das Design abgeschlossen ist, wird das neue Auto in Produktion genommen. In einem schön gemachten 3D-Film wird ein Besuch gebracht an der Fabrik. Das ist so gut gemacht, das es besser ist als ein realen Besuch an der Fabrik! Darüber hinaus enthält der Film eine komische Note, sodas der Film trotz der erheblichen Spielzeit nicht langweilig wird.

In einer nachbebauten Produktionslinie, werden die am eindrucksvollsten Teile des Films noch einmal gezeigt. Ein großer Unterschied zu einer realen Fabrik: bei Suzuki Plaza ist alles interaktiv! Der weitaus beste Teil ist das "Robotlab", wo die Besucher mit einem riesigen Roboterarm Autoteile von einer Seite zur anderen Seite des Raumes bewegen können. Vergessen Sie auch die Kunststoff-Presse nicht: sie stellt nämlich kleine Modelle des neuen Suzuki Swifts her, die der Besucher als Andenken mitnehmen kann.

Der gezeigte Produktionsprozess unterscheidet sich nicht viel von dem der anderen Marken. Die Sprecherin Suzuki Plaza sieht dass jedoch anders, und bemerkt dass Suzuki mehr Erfahrung mit der Herstellung von kleinen Autos hat als die anderen Marken. Dies würde sich in der Konstruktion und die Produktion reflektieren.

Museum

Erst nachdem der Besucher weiß, wie ein Suzuki entworfen und gebaut wird, ist es an der Zeit, um die Geschichte der Marke zu entdecken. Es beginnt mit Webstühle. Mr. Suzuki radelte jeden Tag zu seiner Webstuhl Fabrik. Gegen den Wind in fahrend kamm er auf die Idee seinem Fahrrad von einem Hilfsmotor zu versehen. Im Jahr 1952 produzierte er das Fahrrad und kurz danach baute er Motorrädern.

Im Jahr 1955 brachte Suzuki das erste Auto auf dem Markt, damals noch unter dem Namen "Suzulight SS". Die Entwicklung kannte viele Rückschläge, aber letztendlicht beurteilte die Presse das erste Auto sofort als das beste seiner Art. Bereits an einem frühen Stadium sah Suzuki auch einen Markt für Mini-Transporter und im Jahr 1970 sah der erste Jimny das Licht, ein Modell, das bis zum heutigen Tag geführt wird.

Der endgültige Durchbruch

In 1979 schließlich schafte Suzuki den Durchbruch mit dem ersten Alto. Dank seinem geringen Preis (470.000 Yen) brachte Suzuki zum ersten Mal Autos innerhalb der Reichweite der allgemeinen Öffentlichkeit. Zur Veranschaulichung: damals kostete ein Alto genauso viel wie zwei Videorekorder! Der Alto ist noch immer ein Erfolgsmodell, und in Hamamatsu sind alle Generationen dieses Modells zu sehen.

Mitte der 80er Jahre erschien der erste Swift, in Japan als "Cult" bekannt. Die 90er Jahre sind gekennzeichnet von fun Autos wie der X90, Vitara und eine Reihe von sehr erfolgreichen Rennmotoren.

Genauso interessant sind die Modelle die nur für den lokalen Markt hergestellt wurden. Die "Twin" ein zweisitzer Hybridauto zum Beispiel, ist in Japan immer noch regelmäßig auf öffentlichen Straßen zu sehen. Der unbestrittene Favorit ist natürlich der Suzuki Cappuccino: ein Auto, das Autozine besitzt. Der Besuch an Suzuki Plaza fühlte sich daher wie ein Besuch an dem Geburtshaus des Kuscheltiers der Redaktion.

Fahzit

In die vielleicht langweiligste Stadt Japans, gibt es das beste Auto Museum des Landes. In Hamamatsu steht nähmlich der Hauptsitz von Suzuki. Das ist historisch so entstanden, hat aber auch mit den relativ günstigen Grundstückspreise zu tun. Dies kann wiederum in den niedrigen Autopreise übersetzt werden und daran verdankt Suzuki bis zum heutigen Tag, seinen Erfolg.

Ein Besuch in der Fabrik ist leider nicht möglich, aber die permanente Ausstellung "Suzuki Plaza" zeigt vielleicht sogar ein besseres Bild vom Produktionsprozess. Vergleichen Sie es mit einer großen Veranstaltung die im Fernsehen besser zur Geltung kommt als im realen Leben.

Neben einem Blick hinter den Kulissen, zeigt Suzuki Plaza einen historischen Überblick über die Entstehung von Suzuki, vom Webstuhl zum PKW. Alle Informationen sind sowohl in Japanisch als auch in Englisch verfügbar. Der Umfang der Sammlung ist vielleicht nicht groß, aber dank der vielen interaktiven Elemente ist Suzuki Plaza doch noch viel mehr als ein durchschnittliches Auto Museum. Genau wie es für die Marke selber gillt: Klein, aber fein.