7 Juli 2013

Honda Collection Hall

Vom Fahrradmotor zum Motorrad

Automuseum | Motegi ist eine kleine Ortschaft ca. eineinhalb Stunden Fahrt von Tokyo entfernt. Dennoch kommen zehntausende von Menschen jedes Jahr dahin. In der Nähe von Motegi liegt nämlich die Rennbahn "Twin Ring". Diese Strecke wurde von Honda im Jahr 1997 gebaut, um das "Indy Car"-Rennen in Japan vorzustellen. An dieser Strecke is auch die "Honda Collection Hall" zu finden, wo die Geschichte der Marke gezeigt wird. Autozine hat sich dort einmal umgesehen.
 

Wer in die "Honda Collection Hall" eintritt, steht Auge in Auge mit einem großen runden Kunstwerk, das einen Kolbenring darstellt. Solche verkaufte nämlich Soichiro Honda's erstes Unternehmen. Allerdings hatte er damit wenig Erfolg, und im Alter von 30 Jahren beschloss Honda, wieder zur Schule zu gehen, um zu lernen, wie es richtig gemacht wird.

Motorräder

Das erste Produkt des Unternehmens, das nun als "Honda" bekannt ist, war ein Fahrrad mit Hilfsmotor. Das Fahrrad stammt aus dem Jahr 1946 und benutzte einen alten Generator der Armee als Motor. Ein Jahr später folgte das erste Motorrad namens "Type A". Von diesem Moment an war der Erfolg von Honda nicht mehr aufzuhalten. Der "Type C" (1949) beschaffte ihnen bereits einen Sieg in einem Rennen. "Type E" (1951) war das erste Motorrad mit Viertakt-Honda-Motor. Damit führte Honda seine innovativen Produkte fort.

Die Honda-Motoren fanden ihren Weg in industrielle Geräte (1953) und ab 1958 auch in Autos. Der Honda "N360" (rotes Auto auf dem Panorama links) war Hondas erster großer Verkaufserfolg. Der N360 wurde von einem Motorrad-Motor angetrieben und war der erste Kleinwagen mit Frontantrieb. In den ersten Jahren konzentrierte sich Honda auf Kleinwagen. Sogar die Nutzfahrzeuge waren klein. Der armee-grüne "Vamos" war trotz seiner Farbe als Freizeit-Fahrzeug gedacht.

Hondas Faszination für Fahrzeuge stammt von einem Besuch einer Rennstrecke in jungen Jahren. Motorsport hat daher bei Honda immer eine wichtige Rolle gespielt. Fast gleichzeitig mit dem ersten Auto von Honda erschien der erste Honda-Rennwagen. Die oberste Etage des Museums ist daher ausschließlich für Rennmotoren und Rennwagen eingerichtet. Das Schmuckstück der Ausstellung ist der "Cooper Climax T53" (1961), der laut Honda als Vorläufer der modernen Formel-1-Autos angesehen werden kann.

Autos

Der Honda "Life" ist der Nachfolger des N360 und der erste Honda mit einem flüssigkeitsgekühlten statt eines luftgekühlten Motors. Der Name "Life" wird bis zum heutigen Tag in Japan benutzt.

Mit dem "Accord" bot Honda auch größere Modelle an. Die 1976-er Version hatte seinerzeit eine hoch entwickelte Technik ("CVCC"), um die zu dieser Zeit aktuellen Emissions-Anforderungen zu erfüllen. Im Jahr 1985 folgte der Accord Aerodeck, der dank seiner Stromlinie leise und sparsam war.

Das Auto wird in Europa als "Jazz" bekannt und in Japan unter dem Namen "City" verkauft. Dank einer großzügigen Spende eines zufriedenen Kunden besitzt die Sammlung "Hall" eine der wenigen City-Cabrios, die hergestellt wurden. Der City ist das zweite Cabrio nach dem S800 aus den 60ern.

Der unbestrittene Liebling der Redaktion ist der sympathische "Beat" (1991). Dieser winzige (gelbe) Sportwagen wird als "Kei-Car" bezeichnet und hat somit die maximale Steuerermäßigung in Japan. Um den Anforderungen gerecht zu werden (z. B. ein Motor mit nicht mehr als 660 ccm), ist der Beat relativ teuer und daher nie offiziell in Europa eingeführt worden. Der Beat ist ein reinrassiger Sportwagen mit Mittelmotor und Heckantrieb.

In den 80-er und 90-er Jahren erzielte Honda auch Erfolge mit größeren und sportlicheren Modellen wie dem "NSX" und dem "Legend". Das hier gezeigte Exemplar wurde von Herrn Honda selbst genutzt, bis er es dem Museum gestiftet hat. Genau wie dieser Legend sind fast alle Autos und Motorräder aus der Sammlung betriebsbereit.

Die neuesten Modelle sind der erste Honda "Insight" (1999) und der "CR-X Del Sol". Diese Autos wurden damals auch von Autozine getestet, womit das Ende der Ausstellungstour zugleich der Anfang der Online-Ära ist.

Digital

Auch im digitalen Zeitalter spielt Honda eine führende Rolle, und zwar mit der Pionierarbeit des Roboters namens "Asimo". Hondas Ziel ist es, Roboter wie Asimo zum Teil eines jeden Haushaltes zu machen. Ein Roboter darf daher nicht bedrohlich sein und muss sich wie ein Mensch benehmen. Der erste Prototyp stammt aus dem Jahr 1986 und besteht aus nicht mehr als ein paar mechanischen Beinen. Daher auch der Name "Asimo", das frei übersetzt "auch Beine" bedeutet.

Allmählich bekam Asimo mehr und mehr menschliche Züge. Der weltweit am meisten fortgeschrittene Roboter bekam ein Gesicht, wurde kleiner und konnte sich immer freier bewegen. Zweimal am Tag zeigt die neueste Generation 'Asimos' seine Künste in einem privaten Theater. Auch wer kein Wort der japanischen Präsentation versteht, wird sicherlich beeindruckt sein.

Fazit

In dem japanischen Dorf Motegi findet man eine Rennstrecke, die von Honda gebaut wurde. Diese Strecke ist aber viel mehr als nur eine Rennstrecke. Wie der Name "Twin Ring" andeutet, besteht die Strecke sowohl aus einer ovalen als auch aus einer traditionellen Strecke. Im Inneren der Strecke sind viele Attraktionen zu finden, die vor allem kleinen Kindern sehr gefallen werden.

Für die Honda-Liebhaber gibt es die "Honda Collection Hall". In diesem modernen, dreistöckigen Gebäude werden die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft von Honda auf attraktive Art und Weise gezeigt. Die Sammlung besteht aus etwa 3.000 Objekten (einschließlich Helmen, Broschüren usw.), von denen etwa 50 Autos und 200 Motorräder tatsächlich gezeigt werden. Außerdem stehen fast alle Unterlagen auf Japanisch und Englisch zur Verfügung, womit Honda auch gastfreundlich zu Fremden ist. Oder, um zwei Honda-Fans aus Amerika zu zitieren, "nur die Sammlung des Souvenirshops ist die Reise schon wert."