Hello happy
Eine nette Begrüßung ist die Garantie für einen
guten Start. Deswegen grüßt der Cuore den Fahrer mit
einem fröhlichen "hello happy" auf dem Display unter dem Tacho
und dem Drehzahlmesser. Vielleicht ist er nicht das
"redegewandteste" Auto, aber es ist eine nette Geste. Ganz
automatisch stellt der Testfahrer den Sitz bei einem kleinen Auto,
wie diesem, in die hinterste Position. Das bringt so viel Platz,
dass das Kupplungspedal plötzlich unerreichbar weit weg ist.
Hallo Cuore, das ist aber geräumig! Er ist zwar ein kleiner
Japaner, aber das Auto ist deutlich für große
Europäer geeignet. Die Kopfstützen sind so weit
verstellbar, dass auch die größten Insassenen einen
Nutzen davon haben.
Wer auf der Rücksitzbank Platz nimmt, wird wieder nett
überrascht sein. Mit den Vordersitzen in einer mehr als
komfortablen Position, ist der Platz auf der Rücksitzbank noch
immer groß. Eine Fahrt auf der Rücksitzbank im Cuore ist
nicht mehr eine Frage von "zusammenrücken", und "auf eine
kurze Reise hoffen". Auch für das Gepäck gibt es noch
immer genügend Platz, natürlich innerhalb der
Möglichkeiten eines kompakten Autos. Daihatsu macht die erste
Aussage wahr: in dieser Klasse ist der Cuore bestimmt der
geräumigste!
Wenn es um das Innenraumdesign geht, hat Daihatsu einen
ausgezeichneten Job gemacht. Das Design ist zwar nichts besonderes,
aber ergonomisch gelungen. Nur der lange dünne
Schaltknüppel verunstaltet das ganze ein bisschen. Im
Vergleich zu den anderen Kleinen (der vorherigen Cuore-Generation)
wird noch einmal mit dem Platz gewuchert, mit dem Resultat:
Schalter auf den erstaunlichsten Plätzen. Der Innenraum des
neuen Cuore ist logisch, übersichtlich und sogar absichtlich geräumig.
Kyoto
Der neue Cuore ist in vier Ausstattungsniveaus lieferbar.
Für die Ausstattungsbezeichnung gewinnt Daihatsu damit den
Sonderpreis. Die einfachste und damit umweltfreundlichste
Ausführung heißt "Kyoto". Diese Basisausführung ist
mit zwei Airbags, Tankklappen- und Heckklappen-Fernentriegelung,
getönten Scheiben und einem Heckscheibenwischer ausgestattet.
Das zweite Ausstattungsniveau heißt "Osaka" und bietet einige
äußere Extras. Ab der "Tokyo"-Ausführung ist der
Cuore mit einer ausgezeichnet funktionierenden,
geschwindigkeitsabhängigen Servolenkung, einer Uhr und einem
Becherhalter ausgestattet.
Das hier getestete Auto ist das luxuriöseste
"Nagano"-Modell und hat zusätzlich zu den anderen
Ausstattungsmerkmalen der anderen Ausführungen noch:
Zentralverriegelung (jedoch ohne Funkfernbedienung), elektrische
Fensterheber vorne, Drehzahlmesser, höhenverstellbare
Sicherheitsgurte vorne, diverse (gelungene) Chromakzente im
Innenraum. Diese Version ist auch mit dem schon vorher
erwähnten LCD-Display versehen, das außer einer
Begrüßung, den Kilometerstand und den Stand der zwei
Tageskilometerzähler anzeigt. Diesem Auto fehlt jedoch leider
ein Verbrauchsmesser. Als Extra kann der Cuore mit einer
Klimaanlage ausgestattet werden. Diese Anlage konnte den Innenraum
des schwarzen Testautos auch an einem warmen und sonnigen Tag
effektiv kühlen.
Das beste kleine Auto bedeutet für Daihatsu auch das
sparsamste kleine Auto. Deswegen hat der Cuore, genauso wie die
vorherige Generation, einen 3-Zylinder Motor. Das ist schon fast
eine Garantie für einen niedrigen Kraftstoffverbrauch und
Daihatsu verspricht einen durchschnittlichen Verbrauch von 4,8
L/100 Km. Der 989 ccm Dreizylinder lässt zwar einen deutlichen
und unverwechselbaren Wirbel hören, aber der durchschnittliche
Schallpegel am Auspuff ist deutlich niedriger als beim vorherigen Cuore.
Bei einem kleinen Motor wie diesem, muss der Hersteller bei der
Auslegung eine Wahl zwischen Leistung und Elastizität treffen.
Daihatsu versucht das Maximum des Motors, durch die Verwendung der
DVVT Technik von Toyota, zu erreichen. Der Effekt davon ist
spürbar, obwohl das System bei häufigem
Geschwindigkeitswechsel manchmal etwas Bedenkzeit braucht. Dann
reagiert der Motor für den Bruchteil einer Sekunde nicht,
arbeitet danach aber wieder normal. Außerdem sind die
Nebengeräusche des Getriebes regelmäßig
hörbar, die verraten, dass es hier doch um ein einfaches Auto geht.
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Die Übersetzungen des Schaltgetriebes sind so gewählt,
dass man im 5.Gang relativ hohe Geschwindigkeiten bei einer
niedrigen Drehzahl (sprich: niedrigem Verbrauch) auf der
Nebenstrasse beibehalten kann. Für Zwischensprints oder
Überholmanöver muß man jedoch in den 4.Gang
zurückschalten. Auch dann kann man keine Wunder erwarten und
ein Sprint von 100 auf 120 Km/h benötigt etwas Geduld. Einmal
erreicht, können auch hohe Geschwindigkeiten leicht
beibehalten werden.
In der Stadt ist der Cuore deutlich besser als auf der Autobahn.
Hier sind die Leistungen sehr gut und das Auto zeichnet sich durch
Wendigkeit und einen sehr kleinen Wendekreis aus. Das Fahrgestell
ist auf Komfort abgestimmt, damit sind städtische Hindernisse,
wie Straßenschwellen und schlechte Fahrbahndecken kein
Problem. Die Kehrseite davon ist, dass das Limit der
Straßenlage etwas früher als bei vergleichbaren Autos
erreicht wird. Wenn die Grenze überschritten ist, rutscht der
Cuore über die Vorderräder weg. Das kann man jedoch
einfach vorhersehen und dadurch auch einfach vermeiden. Damit ist
das Auto jedoch kein Spaßauto. Die Straßenlage ist in
den meisten Fällen ruhiger - und damit deutlich erwachsener -
als beim vorherigen Cuore.
See you, good by
Was mit einem freundlichen Gruß beginnt, endet auch
höflich. Wenn der Schlüssel aus dem Zündschloss
herausgenommen wird, erscheint der Text "see you, good by" ("by"-
kein "bye", für das "e" reichte der Platz nicht) auf dem
Display. Wieder keine sprachgewandte Bemerkung, sondern eine nette
Geste. Es ist dann auch nicht mehr als höflich, dieses
strebsame Auto noch einmal gut anzuschauen. Daihatsu hat beim
Design nämlich viel Arbeit geleistet. So wurden verschiedene
Designs einer bestimmten Gruppe europäischer Verbraucher
vorgelegt, die sich, dem Vernehmen nach, einstimmig für das
gleiche Design entschieden haben.
Ganz übereinstimmend mit dem neuesten Trend, wird der
Unterschied zwischen den japanischen und den europäischen
Autos auch hier immer kleiner. Der Cuore zeigt einen sicheren
Charakter, verrät aber auch gleichzeitig den Einfluss des
Designcomputers und des Windtunnels. Der Wagen ist
übersichtlich und lässt sich - manchmal
wortwörtlich- bis auf den Zentimeter genau einparken. Das neue
Design macht das Bild komplett und gibt dem Cuore eine unstrittige Anziehungskraft.
Fazit
Mit dem neuen Cuore hat Daihatsu einen guten Anfang und einen
ganz schönen Job geliefert. Das Auto macht das, was der
Hersteller verspricht und "versetzt" das Auto in das kompakteste
Segment. Das Platzangebot vorne und hinten ist
großzügig, das Design ist zeitgemäß und
sowohl der Kraftstoffverbrauch als auch der Kaufpreis sind
bescheiden. Das Auto fühlt sich vor allem in der Stadt zu
Hause, aber sicherlich meidet es die Autobahn nicht. Wahrscheinlich
meinte der Bordcomputer beim Abschied nicht "Good bye", sondern
"Good buy"!(Ivo Kroone)
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