6 Oktober 2012
Volkswagen Golf

Volkswagen Golf

Ankerpunkt

Autotest | Volkswagen spricht gerne über "das Auto" und "der Golf". Nicht ganz zu Unrecht, denn Volkswagen ist die meist verkaufte Marke. Der Golf ist das meist verkaufte Modell und deswegen automatisch der Standard. Jetzt führt Volkswagen den Golf 7 ein und im Anbetracht der Geschichte des Modells wird er ein Hit werden. Die Frage ist: Wird der neue Golf nur wegen der Verkaufszahlen oder auch wegen seine Qualitäten zum neuen Standard?
 

Was dem Volkswagen Golf von seinen Anfängen im Jahre 1974 an zu einem Hit machte, ist der voraussagbare, vertraute Charakter. Ein Golf ist Jedermanns Freund, der sich für alles eignet.

Es ist daher nicht erstaunlich, dass die Designer kein einziges Risiko mit dem Äußeren eingegangen sind. Auch beim neuen Golf muss der Kunde von vornherein wissen, was er/sie bekommt. Obwohl der Golf 7 von Null ab neu entworfen wurde, sind die Familienzüge so stark, dass der Unterschied zu der vorherigen Generation nur zu sehen ist, wenn beide Autos direkt nebeneinander stehen. Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass der siebte Golf einen etwas aggressiveren Blick hat als seine Vorgänger.

Volkswagen Golf

Um mehr Raum zu bieten, wird der Golf VII länger. Der Radstand hat um 26 mm zugenommen, und die Vorderräder wurden weiter nach vorne platziert, um mehr Beinraum zu haben. Zugleich wird der Golf niedriger, um die Stromlinien zu verbessern und damit den Verbrauch zu verringern. In den letzten Jahren hat Volkswagen viel Erfahrung über neue Stahlsorten aufgebaut, mit welchen ein Auto zugleich sicherer als auch leichter gebaut werden kann. Im Vergleich zum der vorherigen Golf ist die neue Generation etwa 100 kg leichter und damit zurück auf dem Niveau des Golf IV.

Die neue Bauart bietet noch einen Vorteil: Der Volkswagen-Konzern nutzt eine neue Plattform, die so gestaltet wurde, dass ganz einfach neue Varianten darauf aufgebaut werden können. Zur Zeit der Erstellung dieses Artikels basiert der Golf Kombi unter der Haut noch auf dem Golf V, während das Cabrio die Basis mit dem Golf VI. Durch den neuen Entwurf sollen neue Ausstattungen einfacher zu entwickeln sein, damit alle Varianten die neue Technik benutzen können.

Ausrüstung

Auch bei der Formgebung des Interieurs wird kein einziges Risiko eingegangen. Der Unterschied steckt in den Details. So wurde die Sitzposition verbessert, und das Armaturenbrett wurde etwas nachdrücklicher um den Fahrer herum konzentriert. Das scheint nur ein Detail zu sein, doch der Testfahrer hat sich selten so schnell in einem Testwagen wohl gefühlt.

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Der Raum vorne und hinten ist jeweils gut. Erwachsene haben mehr als genügend Kopf- und Beinraum auf dem Rücksitz. Außerdem hat auch die Sitzfläche des Rücksitzes extra "Passform", damit man auch auf längeren Strecken gut sitzt. Der Gepäckraum ist kaum größer geworden (von 350 auf 380 Liter), doch vor allem ist er durch eine breitere Heckklappe und eine niedrigere Hebeschwelle besser erreichbar.

Optional ist der Golf VII mit Sitzen lieferbar, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Institut für gesunde Rücken (Aktion Gesunder Rücken (AGR) e.V.) entworfen wurden. Obwohl man auf diesen Sitzen angenehm sitzt, ist der Unterschied zu den Standardsitze zu gering, um den Mehrpreis zu rechtfertigen. Leider sind die Kopfstützen bei beiden Sitzen zu niedrig, um für große Fahrer einen wesentlichen Sicherheitsbeitrag zu liefern. Interessanterweise sind die Kopfstützen für die Rücksitze stärker verstellbar.

Volkswagen Golf

Zentral auf dem Armaturenbrett ist ein großes Farbdisplay zu finden, auch in der einfachsten Ausführung des Golf VII. Die Formgebung und die Bedienung der Menüs erinnern an die eines Handys. Natürlich ist das Audio- und Kommunikationssystem so gebaut, dass es einfach ist, ein Telefon oder einen MP3-Player damit zu verbinden. Um das Display so übersichtlich wie möglich zu halten, bedient sich VW einer besonderen Technik: Sobald sich eine Hand in Richtung des Displays bewegt, erscheinen die Menüs, noch bevor das Display berührt wird.

Eine andere unsichtbare, aber wertvolle neue Entwicklung befindet sich im Sicherheitssystem. Optional bremst der Golf bei niedriger Geschwindigkeit automatisch für Hindernisse. Sollte trotzdem noch ein Unfall passieren, dann bremst das Auto standardmäßig, um ein Weiterrutschen zu verhindern.

Fahreigenschaften

Um die Fahreigenschaften zu verbessern, wurde jeder Golf mit "XDS" ausgestattet. Diese Vorrichtung war bislang nur dem Golf GTI vorbehalten. Mit XDS wird die Kraft des Motors abhängig von der Situation über das linke und rechte Vorderrad verteilt. Damit kann es passieren, dass das Auto in einer Kurve geradeaus fährt (Untersteuerung). Außerdem ist das Gefühl im Lenkrad viel direkter.

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Eine äußerst rudimentäre Art, um den Effekt von XDS kennenzulernen, besteht darin, während der Testfahrt durch eine Kurve erst ohne Gas zu rollen und danach durch die selbe Kurve mit Gas zu lenken.

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Der Golf 7 wird abhängig vom Motorleistung von einen Standard oder einen sportlichen Fahrgestell ausgestattet. Im Moment vom schreiben waren nur die Autos mit kräftige Motoren verfügbar und deswegen ist nur gefahren mit das "starke" Fahrgestell.

Wenn es einen Punkt gibt, für welchen der Golf VII den Titel "Standard" verdient, dann ist es die Straßenlage. Die Griffigkeit ist die eines Sportwagens, ohne jemals ermüdend zu werden. Sogar wenn absichtlich versucht wird, das Auto einen Fehler machen zu lassen, reagiert der Golf sicher und gutmütig. So verursachte Anfahren mit Vollgas in einer Kurve im Regen auf Straßenschäden kein einziges Problem.

Auch während einer Bremsprobe zeigte der Golf 7 Qualiäten eines Sportwagens. Ab 100 km/h stoppt der Golf kerzengerade innerhalb einer minimalen Distanz und ohne jegliches Drama.

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Die teuren Ausführungen bieten die Möglichkeit, den Charakter des Fahrgestells, die Lenkung und das Gaspedal mit einem Knopfdruck an an jede Situation anzupassen. Obwohl der Unterschied zwischen den verschiedenen Modi doch spürbar ist, ist das Fahrgestell in der Praxis schon so gut, dass der Testfahrer nie das Bedürfnis hatte, "Extrem" oder "Sport"oder "Komfort" zu wählen.

Obwohl Volkswagen nach Gewichtsreduzierung strebt, ist die Geräuschisolation super. Während verschiedener Testfahrten gab es keinen Seitenwind. Die Räder sind, abhängig von der Straßenlage, nicht oder kaum hörbar. Das Motorgeräusch fällt nur auf, wenn das Stopp-/Startsystem nicht arbeitet.

Diesel

Zuerst wurde mit dem "2.0 TDI" gefahren. Dieser fällt positiv auf durch ein enorm großes Kuppel das schon verfügbar ist bei einen niedrigen Drehzahl. Dadurch hat das Auto sehr viel Kuppel und das macht alles so einfach, das der Fahrer ein superiores Gefühl bekommt. Zur gleicher Zeit ist ein vorsichtiges Berühren vom Gaspedal schon genug für eine direkte Reaktion.

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Damit eignet sich der Golf sowohl für einen sportlichen als auch einen entspannter Fahrstil. Rechnen Sie im ersten Fall mit einem Verbrauch von 6,1 Liter pro 100 km. Eine ruhige Testfahrt kostete 4,8 Liter pro 100 km (Herstellerangabe: 4,1 l / 100 km).

Benzin

Die "TSI"-Benzinmotoren von Volkswagen bieten unter allen Autoherstellern die beste Kombination von guten Fahreigenschaften mit einem niedrigen Verbrauch, und das nicht nur theoretisch, sondern auch in der Praxis. In letzter Zeit sind die TSI-Motoren wegen Störungen in ein schlechtes Licht gestellt worden. Laut einem Sprecher von Volkswagen wird das störungsempfindliche Unterteil in der neuen Generation der TSI-Motoren nicht mehr benutzt.

Die beste Kombination aus guten Leistungen und einem niedrigen Verbrauch bietet der 1.4 Liter TSI-Motor mit Zylinderschaltung ("ATC" auf der Preisliste). Wenn weniger Kraft benötigt wird, werden zwei der vier Zylinder abgeschaltet, um Brennstoff zu sparen. Das passiert komplett automatisch und unbemerkt; die Leistungen und die Geräusche bleiben die selben.

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Wie auch beim Dieselmotor ist schon ab einer außergewöhnlich niedrigen Drehzahl vollauf Zugkraft verfügbar. So gibt der Schaltindikator schon bei 1.500 rpm den Rat, den nächsten Gang zu wählen. Obwohl dann wenig Kraft für einen Sprint erwartet werden darf, fällt das Auto nicht in der Geschwindigkeit zurück, und auch der Motor protestiert nicht.

Auf genau der selben Fahrstrecke wie mit dem Golf Diesel war der Verbrauch des TSI kaum höher: 5,8 Liter pro 100 km.

Fazit

Dass der Volkswagen Golf VII ein Erfolg werden wird, steht schon fest. Das garantieren schon der Name und die Reputation der Vorgänger-Modelle. Dass der Golf 7 damit den Standard darstellt, ist Fakt. Das ist genauso ehrenvoll wie zu behaupten, dass Brot das Frühstück ist und Kaffee das Getränk.

Zum Glück hat der Golf 7 mehr Qualitäten an Bord. Die wichtigste ist die kluge Art, auf welche der Innenraum vergrößert und das Gewicht verringert wurde. Die niedrige Drehzahl kommt nicht nur den Leistungen, sondern auch dem Verbrauch zu Gute. Außerdem werden Straßenlage und Sicherheit durch "XDS" erhöht. Alle Motoren bieten gute Leistungen bei bescheidenem Verbrauch.

Obwohl der Golf VII absolut nicht revolutionär oder erneuernd ist, wurde das Auto in jeder Hinsicht verbessert. Damit ist auch der siebte Golf jetzt schon vertraut und damit die auserlesene Wahl.

plus
  • Sublime Fahreigenschaften
  • Geräumig und praktisch
  • Prima Leistungen, bescheidener Verbrauch
min
  • Kopfstütze zu niedrig
  • Verkehrszeichenerkennung macht viele Fehler