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Lange bevor der Begriff "SUV" erfunden wurde, war Land Rover
bereits in diesem Segment aktiv. Der HSE ist im Moment der
geräumigste und luxuriöseste Freelander. Der Freelander
HSE ist durch Dachrelings, Schutzleisten an den Seiten und 17"
"freedom"- Räder erkennbar. Außerdem ist die HSE
Ausführung nur als ein geräumiger Kombi lieferbar.
Für den Innenraum ist eine Kombination aus schwarzem
Kunststoff mit schönem "Alpaca"-Leder in beige charakteristisch.
Die Sitze bieten seit der neuesten Modell-Änderung mehr
seitliche Unterstützung und sind etwas größer
geworden. Die Sitze brauchen jedoch etwas Gewöhnung, weil der
Fahrer sehr hoch sitzt und dadurch die Kopffreiheit ziemlich
begrenzt ist. Leider ist auch der Neigungswinkel der Vordersitze
nicht einstellbar. Die Kopffreiheit ist dank einem Knick in der
Dachlinie hinten besser.
Evolution
Vom Vordersitz hat der Fahrer die Sicht auf ein
ungewöhnlich entworfenes Armaturenbrett. So ist der Knopf
für den Tempomaten hinterm Lenkrad platziert, neben dem des
Nebelscheinwerfers. An der Kniehöhe des Fahrers befindet sich
eine genaue Kopie des Handschuhfachs von der Beifahrerseite. Die
Entriegelung der Motorhaube befindet sich jedoch im
äußersten Winkel zu Füßen des Beifahrers.
Jeder unbenutzte Platz wurde in eine Ablage umgewandelt, lose
liegende, rutschfeste Gummimatte einschließlich. Um die
Verwirrung komplett zu machen, hat das Armaturenbrett ein Paar
einzigartige Knöpfe, wie z.B. für den elektrischen
Fensterheber zum Öffnen des Heckfensters. Das ist ein Auto,
bei dem man vor der Abfahrt das Armaturenbrett genau studieren
muss. Wenn alles klar ist, kann man in der täglichen Praxis
sehr gut damit leben. Besser noch, es verleiht dem Auto Charakter!
Charakter
Das Fahren mit dem Freelander ist eine ebenso besondere
Erfahrung. Es beweist, dass der Freelander kein PKW mit
Geländekapazitäten ist, aber wie Land Rover selber sagt:
"ein kompromissloses Auto, das sich auch auf der
Nebenstraße zu Hause fühlt". Deswegen ist das Auto
mit dem permanenten Allradantrieb ausgestattet. Der Freelander
startet wie ein reiner Geländewagen. Die Insassenen
können dabei fühlen, wie die mechanischen Teile unter dem
Fußboden arbeiten, was bei Geschwindigkeiten über 110
Km/h zusätzlich um einen leichten (nicht störenden)
Pfeifton ergänzt wird.
Der Charakter des Motors macht das Gefühl komplett. Der
Motor ist so gewählt worden, dass die meiste Kraft im
Gelände vorhanden ist. Der (optionale) Automat kennt die
Motorcharakteristik gut und weiß genau, wann er schalten
muss. Es ist auch möglich, selbst sequentiell zu schalten,
aber gerade durch den ungewöhnlichen Charakter des Motors
bedarf es der Gewöhnung. Der 2-Liter Diesel ist vor allem
außergewöhnlich leise. Die Leistungen sind sowohl in der
Stadt als auch auf der Autobahn sehr lobenswert. Der Freelander ist
zweifellos fürs Gelände geschaffen worden, aber dank des
niedrigen Schallpegels ist er auch auf Langstrecken sehr angenehm.
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In der Stadt fühlt sich der Freelander nicht zu Hause. Die
langen Federn sorgen dafür, dass das Auto entweder in scharfen
Kurven oder bei scharfem Bremsen sich sehr neigt oder tief in die
Federn geht. Vor allem für den Komfort der Passagiere ist es
wichtig, das Fahrverhalten hier anzupassen.
Beim schnellen Durchfahren der Kurven verhindert der
Allradantrieb nicht, dass das Auto sich neigt, aber die Räder
bleiben stabil am Boden. Das ist einfach zu erfühlen und
gerade aus diesem Grund ist die schnelle Kurvenfahrerei sehr
verlockend. Die Grenzen sind dabei recht weit gestreckt, obwohl es
wichtig ist, das Auto nie bewusst aus der Balance zu bringen. Nur
der erfahrene Fahrer kann den Freelander wieder in die Balance
bringen. Die langen Federn sind vor allem für das Gelände
bestimmt, kommen aber auch ganz unerwartet gerade richtig: vor der
Bodenschwelle braucht man kaum zu bremsen!
Geländefahrt
Sobald der Freelander eine unbefestigte Straße unter seine
Reifen bekommt, erwachen das Auto und der Fahrer zum Leben! Und
damit endet der Vergleich mit einem Sportwagen nicht. Der
außergewöhnliche Charakter eines Sportwagens ist auf die
optimale Kommunikation mit dem Fahrer gerichtet, so dass er in
jeder Situation weiß, was das Auto kann.
Der erste standard Geländetest hat der Freelander so
mühelos überstanden, dass sich der Fahrer beim Auto
für diese anspruchslosen Tests fast entschuldigt. Wenn das
Gelände schwieriger wird, greift die Elektronik des
automatischen Schaltgetriebes ein, die auf die Situation gut
reagieren kann. Dann fühlt man, wie die Power nach und nach
aufgebaut wird(eine plötzliche Kraft-Explosion, die das Auto
bis in die Achsen einbuddeln würde) und der Fahrer
erfährt neu, wozu das Auto imstande ist.
Eventuell unterstützt das "hill descent" bei steilen
Abfahrten. Dieses System lässt eine
Bergabfahrtsgeschwindigkeit von maximal 14 Km/h zu und macht das
Bremsen überflüssig. Das ist wichtig, weil gerade das
Bremsen die Räder blockieren kann mit allen entsprechenden
Konsequenzen. Die Grenze des Fahrens auf dem Gelände ist
erreicht, wenn die Reifen keine Haftung mehr haben. Das Auto ist
nämlich nicht mit Schlammreifen standard ausgestattet. Das
erklärt den Komfort auf der Nebenstraße!
Fazit
Es war eine besonders angenehme Woche, den Freelander zu testen.
Jede Möglichkeit für eine Fahrt wurde ausgenutzt, jedes
Gelände "durchgewühlt". Der Freelander hat immer Grund zu
viel Zufriedenheit gegeben. Und das tut der Freelander auf ganz
eigene Weise. Während für die meisten Hersteller
"Komfort" gleich Verhalten eines PKWs ist, denkt Land Rover ganz
anders. Der Freelander ist ein reiner Geländewagen, der auch
wie ein reiner Geländewagen fährt. Damit will man jedoch
nicht feststellen, dass der Freelander nicht luxuriös, leise
und kurshaltend ist. Damit ist das Verhalten ungewöhnlich,
aber der Komfort hoch und das Vergnügen komplett (Ivo Kroone)
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